Helmut Debus

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Helmut Debus (* 3. Mai 1949 in Hartenrod) ist ein niederdeutscher Liedermacher.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Helmut Debus wurde in Hessen geboren, wuchs aber in Brake an der Unterweser auf. Zu Hause wurde vor allem Hochdeutsch gesprochen, die niederdeutsche Sprache lernte er auf der Straße beim Spielen. Später machte er eine Lehre als Buchhändler. Es folgten verschiedene Tätigkeiten, unter anderem als Hafenarbeiter. Schließlich studierte er über den zweiten Bildungsweg.

Debus macht seit den 1960er Jahren Musik, zunächst als Schlagzeuger in der Beatband The Madmen. „Bei mir fing alles mit 15 Jahren [1964] an – musikalisch meine ich. […] ‚The Madmen‘ war die erste Beatband in Brake. Für unsere Eltern und all die Älteren war die Musik, die wir da rausließen, völlig unverständlich. ‚Urwaldmusik‘ oder ‚Hottentottenmusik‘ waren noch die zahmsten Ausdrücke für die Musik, die endlich mal unsere Musik war. […] Meine Schützenvereinstrommel bekam zu spüren, was ich an Wut in mir hatte über Familie, Kirche, Tradition und Heimat. […] [B]ei den ‚Madmen‘ gab’s eine Zeit, in der Platt für mich überhaupt kein Thema mehr war, es war mir zu blöde. Plattdeutsch – das waren die ‚Alten‘, die Heimatvereine. Gerade davon wollte ich ja weg, raus aus der Enge. Erst als ich selbst anfing, selber deutsch zu singen, wurde mir klar, was ich da in mir hatte, eine wunderbar poetische, musikalische, zweite Sprache, die mehr mit mir zu tun hatte als die andere.“ (Lit.: Debus, S. 5 ff.)

1976 erschien Debus' erste Langspielplatte. Seitdem sind zahlreiche weitere Alben und eine DVD sowie ein Liederbuch erschienen. Die Texte entstanden in der Anfangszeit in Zusammenarbeit mit dem Dichter Oswald Andrae. Tourneen führten Debus durch Deutschland (einschließlich der damaligen DDR), Dänemark, die Niederlande, England und Österreich. Dennoch ist der medienscheue Debus fast nur unter plattdeutsch Sprechenden und in der Liedermacherszene bekannt. Er wurde 1989 mit dem Bad Bevensen-Preis, 1990 mit dem Niedersächsischen Künstlerstipendium, 1999 mit dem Niederdeutschen Literaturpreis der Stadt Kappeln und 2004 mit dem Kulturpreis der Oldenburgischen Landschaft ausgezeichnet. Debus ist mit Liedermachern aus anderen Ländern (vor allem England, Irland und Schottland) befreundet. Allan Taylor spielt auch auf einigen von Debus’ CDs als zweiter Gitarrist mit.

Helmut Debus lebt heute wieder in Brake. Mit seiner Frau Andrea hat er zwei Söhne. Wegen seiner Technikskepsis besitzt er keinen Computer und unterhielt bis vor kurzem keine eigene Internetpräsenz.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1976: Wo ik herkam
  • 1977: Wat ik meen
  • 1978: För all dat
  • 1979: Kaamt tohoop
  • 1980: In dit platte Land
  • 1981: As een Strom
  • 1982: Waterland
  • 1983: Wohen
  • 1985: Vullmaand
  • 1988: Morgenfloot
  • 1991: Wille Harten
  • 1994: Afsiet vun Tiet
  • 1997: Möven seilt up Wind
  • 1999: Vullmaand & Morgenfloot (Neuauflage der beiden gleichnamigen LPs auf einer CD)
  • 2000: Twuschen Ankommen un Afscheed
  • 2005: Steern un Strom
  • 2009: Sacht bi Nacht
  • 2012: Dreihen un weihen
  • 2015: Liekut un anners rum

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmut Debus, Peter K. Kirchhof (Hrsg.): Mien plattdüütsch Singbook. Florian Noetzel Verlag, Wilhelmshaven 2005, ISBN 3-7959-0565-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]