Herbert Blumer

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Herb Blumer
Positionen:
Guard, Tackle, End
Trikotnummer(n):
n.b.
geboren am 7. März 1900 in St. Louis, Missouri
gestorben am 13. April 1987 in Danville, Kalifornien
Karriereinformationen
Aktiv: 19251933
College: Missouri
Teams
Karrierestatistiken
Spiele gespielt     59
Stats bei NFL.com
Stats bei pro-football-reference.com
Stats bei DatabaseFootball.com
Karrierehöhepunkte und Auszeichnungen
  • 1× All-Pro (1929)

Herbert „Herb“ George Blumer (* 7. März 1900 in St. Louis, Missouri; † 13. April 1987 in Danville, Kalifornien) war ein US-amerikanischer American-Football-Spieler, sowie Soziologe und Schüler von George Herbert Mead. Er war 46. Präsident der American Sociological Association und gilt als Begründer der Zweiten Chicagoer Schule der Soziologie.

Jugend / Footballspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herbert Blumer wuchs als Sohn eines Möbelschreiners in St. Louis auf. Seine Mutter war Hausfrau. Von 1918 bis 1922 studierte er an der University of Missouri und spielte dort College Football. Nach seinem Studium war er in Missouri als Dozent tätig.

1925 erhielt er ein Doktorat an der University of Chicago. Im selben Jahr unterschrieb er einen Vertrag als Profi bei den Chicago Cardinals. Die Cardinals spielten in der National Football League (NFL). Herb Blumer wurde von der Mannschaft auf verschiedenen Positionen eingesetzt, er fand aber hauptsächlich Einsatzzeit als Guard in der Offense des Teams und war dort für den Schutz von Quarterback Paddy Driscoll verantwortlich. In der Saison 1925 erzielte Blumer zwei Touchdowns und wurde mit seiner Mannschaft NFL Meister.[1][2] Im Jahr 1929 wurde er zum All-Pro gewählt. Nach 59 Spielen in der NFL beendete Blumer 1933 seine Spielerlaufbahn.

Soziologe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blumer übernahm nach dem krankheitsbedingten Ausscheiden Meads dessen Hauptvorlesung und führte dessen Werk weiter - von 1925 an der Universität von Chicago lehrend, 1952 nach Berkeley wechselnd.

Er prägte 1937 den Begriff des symbolischen Interaktionismus und fasste die Ideen Meads in den folgenden drei Prämissen zusammen:

  1. Menschen handeln Dingen gegenüber auf Grund der Bedeutung, die diese Dinge für sie haben.
  2. Diese Bedeutung entsteht durch soziale Interaktion.
  3. Die Bedeutungen werden durch einen interpretativen Prozess verändert, den die Person in ihrer Auseinandersetzung mit den ihr begegnenden Dingen benutzt.

Ruhestand und Emeritierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Ruhestand 1967 an der University of California, Berkeley, wirkte Herbert Blumer noch als Emeritus bis 1986. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich ab 1985 deutlich und er starb am 13. April 1987 in Danville, Kalifornien. Er hinterließ seine Frau Marcia und zwei Töchter.[3][2]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Movies and Conduct (1933)
  • Movies, Delinquency and Crime (1933)
  • Human Side of Social Planning (1935)
  • Social Psychology, in: E.P. Schmidt (ed.), Man and Society. A Substantive Introduction to the Social Science. New York 1937, p.144-198
  • Critiques of Research in the Social Sciences: An Appraisal of Thomas and Znaniecki's "The Polish Peasant in Europe and America" (1939)
  • Symbolic Interactionism: Perspective and Method (1969)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jahresstatistik der Cardinals 1925
  2. a b Herb Blumer NFL Football Statistics - Pro-Football-Reference.com. In: pro-football-reference.com. Abgerufen am 9. Oktober 2013 (englisch).
  3. Herbert Blumer: George Herbert Mead and Human Conduct. Einführung und Anmerkungen von Thomas J. Morrione. AltaMira Press, 2004, ISBN 0-7591-0467-0, Appendix 3: Herbert Blumer: A Biography, S. 179 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).