23,1-Meter-Klasse der DGzRS

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23,1-m-Klasse
SK-HermannRudolfMeyer-02.jpg
Schiffsdaten
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Schiffsart Seenotrettungskreuzer
Reederei DGzRS
Bauwerft Schweers, Bardenfleth
Gebaute Einheiten 4
Dienstzeit Seit 1996
Fahrtgebiete Nord- und Ostsee
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
23,1 m (Lüa)
Breite 6,0 m
Tiefgang max. 1,6 m
Verdrängung 80 t
 
Besatzung 4
Maschine
Maschine 2 x Diesel
Maschinen-
leistung
2.700 PS (1.986 kW)
Höchst-
geschwindigkeit
23 kn (43 km/h)
Propeller 2
Tochterboot
Seenotrettungskreuzer-Tochterboot.jpg
Schiffsdaten
Flagge DeutschlandDeutschland Deutschland
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
7,0 m (Lüa)
Breite 2,6 m
Tiefgang max. 0,8 m
Verdrängung 3,5
Maschine
Maschine 1 x Diesel
Maschinen-
leistung
230 / 250 PS
Höchst-
geschwindigkeit
18 kn (33 km/h)
Propeller 1

Die 23,1-Meter-Klasse ist eine Serie von vier Seenotkreuzern (SK) der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Die Schiffe dieser Klasse wurden in den Jahren 1996 und 1997 von der Schweers-Werft in Bardenfleth gebaut. Das Typschiff ist der Kreuzer Hermann Rudolf Meyer, daher spricht man auch von der Meyer-Klasse.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dieser Klasse hat die DGzRS im Vergleich zu den vorherigen Klassen einige erhebliche Änderungen realisiert.

Nach der Erprobung auf der Fritz Behrens wurde erstmals eine Klasse mit einer Deltarumpfform gebaut. Die breiteste Stelle des Schiffes ist das Heck, was zu einer besseren Kursstabilität bei hoher See von achtern führt. Ansonsten wurde die bewährte Netzspantenbauweise aus seewasserbeständigem Aluminium angewandt. Kreuzer und Tochterboot richten sich nach einem Kentern selbst auf.

Wegen der Erfahrungen aus dem Unglück der Alfried Krupp wurde ein geschlossener Hauptfahrstand gebaut. Er kann bei Bedarf im sogenannten Gasschutzbetrieb betrieben werden. Dazu werden alle Schotts geschlossen und im Schiffsinneren ein geringer Überdruck erzeugt, der das Eindringen von schädlichen Gasen verhindert. Außerdem wird die Luftansaugung für die Maschinen auf Filter umgestellt und die Abgase auf eine geringere Temperatur herunter gekühlt, um zu verhindern, dass diese z.B. in einem explosiven Luftgemisch eine Verpuffung verursachen. Die obere Nasszelle dient dabei als Schleuse, in der auch in einem gewissen Grad die Dekontamination erfolgt. Außerdem gibt es einen Außenfahrstand mit einem Minimum an Bedienelementen, der genutzt werden kann, wenn die Wetterbedingungen es zulassen und die Besatzung auf akustische Signale angewiesen ist.

Angetrieben werden die Kreuzer von zwei Dieselmotoren (MTU 8V 396 TE 74L, je 990 kW/1.350 PS), die jeweils über ein Wendegetriebe auf je einen Propeller wirken. Zusätzlich sorgt eine Bugstrahlanlage (72 kw/98 PS) für eine verbesserte Manövrierfähigkeit. Das Tochterboot wird von einem Dieselmotor (Steyr, 230 oder 250 PS) und einem Propeller angetrieben.

Außerdem sind sie u.a. mit einer Feuerlöschpumpe mit einer Leistung von 380 m³/h, einem ferngesteuerten Monitor mit 90 m Wurfweite, einem Schlepphaken, mehreren Suchscheinwerfern, einem Bordhospital, Wohnräumen für die Besatzung, mobilen Lenzpumpen sowie modernster Funk- und Navigationstechnik ausgerüstet. Die Reichweite beträgt bis zu 1200 Seemeilen.

Die Schiffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hermann Rudolf Meyer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hermann Rudolf Meyer 2005 in Bremerhaven

Das Typschiff (Werft-Nr. 6490) wurde im Juli 1996 in Dienst gestellt wurde, die Taufe fand jedoch erst am 11. Oktober 1996 zusammen mit dem Schwesterschiff Hans Hackmack in Bremen-Vegesack statt. Getauft wurde das Schiff auf den Namen des 1979 verstorbenen Bremer Verleger des Weser-Kurier, Hermann Rudolf Meyer, einen Förderer der DGzRS. Die DGzRS-interne Bezeichnung des Kreuzers lautet SK 25. Das Tochterboot (Baunummer 6491) erhielt den Vornamen von Meyers Enkelsohn Christian, es hat interne Bezeichnung TB 27.

Seit dem 20. Juli 1996 ist die Hermann Rudolf Meyer in Bremerhaven stationiert.

Hans Hackmack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hans Hackmack 2007 auf Helgoland

Die Hans Hackmack (Werft-Nr. 6492) wurde am 11. Oktober 1996 in Bremen-Vegesack auf den Namen des 1970 verstorbenen Bremer Journalisten und Verlegers des Weser-Kurier, Hans Hackmack, einem Förderer der DGzRS, getauft. Die DGzRS-interne Bezeichnung lautet SK 26. Das Tochterboot (Baunummer 6493) erhielt den Vornamen von Hackmacks Ehefrau Emmi. Es hat die interne Bezeichnung TB 28.

Von Dezember 1996 bis April 2011 war die Hans Hackmack in Büsum stationiert. Seit 8. April 2011 gehört sie zur Station Grömitz.

Im Jahr 2006 wurde der Kreuzer mit einer Klimaanlage ausgerüstet. Das Tochterboot erhielt bei dieser Gelegenheit einen neuen Motor gleicher Leistung.

Theo Fischer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Theo Fischer im Nothafen Darßer Ort

Die Theo Fischer wurde 1997 unter der Werft-Nr. 6494 gebaut. Getauft wurde das Schiff in Emden am 16. Oktober 1997 zusammen mit dem Schwesterschiff Bernhard Gruben. Es bekam den Namen des am 1. Januar 1995 bei einem Unfall des Seenotkreuzers Alfried Krupp ums Leben gekommenen Maschinisten. Die DGzRS-interne Bezeichnung des Kreuzers ist SK 27.

Das Tochterboot Ströper (Baunummer 6495) hat die interne Bezeichnung TB 29. Der Name bedeutet im Mecklenburger Plattdeutsch „pfiffiger Junge“.

Vom 11. April 1997 bis zum 4. August 2003 war die Theo Fischer in Warnemünde stationiert. Seit 7. Oktober 2003 gehört sie zur DGzRS-Station Darßer Ort. Wegen Versandung der Zufahrt zum Nothafen Darßer Ort musste der Kreuzer mehrfach in den Hafen von Barhöft verlegt werden. Dadurch kommt es bei Notfällen in der Kadettrinne zu verlängerten Anfahrtszeiten.

Bernhard Gruben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bernhard Gruben beim Einlaufen in den Norderneyer Hafen.

Die Bernhard Gruben wurde 1997 unter der Werft-Nr. 6496 gebaut. Am 16. Oktober 1997 wurde das Schiff in Emden zusammen mit dem Schwesterschiff Theo Fischer getauft. Es bekam den Namen des am 1. Januar 1995 beim Unfall des Seenotkreuzers Alfried Krupp ums Leben gekommenen Vormanns. Die DGzRS-interne Bezeichnung des Kreuzers ist SK 28.

Das Tochterboot Johann Fidi (Baunummer 6497) hat die interne Bezeichnung TB 30. Es erhielt den Namen zu Ehren der Norderneyer Familie Raß, aus deren Reihen mehrere Generationen Rettungsmänner hervorgegangen sind. Es ist das zweite Tochterboot dieses Namens; bereits das Beiboot des Seenotkreuzers Otto Schülke war so benannt worden.

Seit dem 5. August 1997 ist die Bernhard Gruben im Hafen der ostfriesischen Insel Norderney stationiert.

Fotos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]