Kadetrinne

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Kadetrinne (Mecklenburg-Vorpommern)
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Lage der Kadetrinne
Anzeige einer elektronischen Seekarte der Kadetrinne

Die Kadetrinne (dänisch: Kadetrenden) ist ein Seegebiet in der Mecklenburger Bucht der Ostsee zwischen der deutschen Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und der Insel Falster auf dänischer Seite, also nördlich vor Rostock. Sie ist das schwierigste und gefährlichste Fahrwasser der gesamten Ostsee.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feuerschiff Gedser Rev (1948)

Die Ostsee ist zwischen Mecklenburg und den dänischen Inseln sehr flach, in weiten Gebieten ist sie weniger als 20 m tief. Schiffe mit großem Tiefgang können hier nur in bestimmten, tieferen Fahrrinnen fahren. Eine wichtige dieser Fahrrinnen ist die Kadetrinne. Die relativ steilwandige Rinne hat eine Länge von etwa 20 Seemeilen und ist 10 bis 30 m tief. Unter anderem wegen des Gedser Riffs verringert sich an der schmalsten Stelle der schiffbare Bereich (je nach Tiefgang des Schiffes) auf 500 bis 1000 Meter und erfordert gleichzeitig einen Kurswechsel von etwa 90°. Bis 1972 markierte das Feuerschiff Gedser Rev diese Stelle.

Die Kadetrinne ist einer der am stärksten befahrenen Seewege Europas: 2014 waren es ca. 55.000 Durchfahrten, 16 % davon waren Tankschiffe.[1]

Im Jahr 2006 waren etwa 9000 Durchfahrten Tankerpassagen, etwa 5100 in West- und 3900 in Ostrichtung. Die Zahl der Durchfahrten nahm dabei stark zu, was sich insbesondere durch vergrößerte Ölhäfen am finnischen Meerbusen und die erhöhte Zahl russischer Öltanker erklärte – deren Anzahl hatte sich zwischen 1997 und 2006 vervierfacht.[2] Im Jahr 2008 wurde mit 68.887 Schiffspassagen der Höhepunkt erreicht, damals lag der Anteil der Tankschiffe noch bei 11 %. Während der Weltwirtschaftskrise um 2009 ging die Zahl der Schiffspassagen zurück. 2011 waren es 58.672 und 2014 54.492.[1]

Es gab Bestrebungen, durch eine Lotsenpflicht die Schiffssicherheit in der Kadetrinne zu erhöhen. Die Landesregierung von Schleswig-Holstein bezeichnete sie 2010 als „unverzichtbares und wohl kurzfristig einziges Mittel“, um Grundberührungen zu vermeiden. Die Kadetrinne liegt aber nach dem Seerechtsübereinkommen in internationalen Gewässern. Das einzige Gremium, das hier eine Lotsenpflicht anordnen könnte, ist die IMO. Sie empfiehlt zwar die Aufnahme eines Lotsen ab einem Tiefgang von 13 Metern. Eine Lotsenpflicht kann sie aber nur anordnen, wenn alle Anrainerstaaten zustimmen. Die russische Regierung lehnte sie 2010 ab.[2]

Eine feste Rostock-Gedser-Querung, die die Kadetrinne überspannen würde, wurde als Alternative zur festen Fehmarnbelt-Querung vorgeschlagen, aber verworfen.

Militärische Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere im Kalten Krieg hatte die Passage starke militärische Bedeutung. Traditionell operierte die sowjetische Marine von Basen in der Ostsee aus, von denen sie im Kriegsfall aus in die Nordsee vorstoßen wollte. Durch die Wiederbewaffnung Deutschlands und Dänemarks wurde dieser Weg effektiv versperrt, was die Sowjetunion zum Aufbau der Nordflotte zwang. Ein Vermächtnis dieser Situation ist es, dass deutsche und dänische U-Boote immer noch so konzipiert werden, dass sie die Rinne in getauchtem Zustand passieren können, was sie weltweit nahezu einzigartig macht.

Unfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Weniger Verkehr in Kadetrinne · Zahl der Schiffe ist von 2011 bis 2014 von 58.672 auf 54.492 Einheiten zurückgegangen. In: Täglicher Hafenbericht vom 29. Juli 2015, S. 2
  2. a b Antwort der Landesregierung Schleswig-Holstein auf eine kleine Anfrage von Heiner Garg „Tankschiffverkehr in der Ostsee“. Abgerufen am 11. Juli 2010 (PDF, Landtagsdrucksache 16/1334).

Koordinaten: 54° 27′ 10″ N, 12° 11′ 41″ O