Kadetrinne

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Kadetrinne (Mecklenburg-Vorpommern)
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Lage der Kadetrinne
Anzeige einer elektronischen Seekarte der Kadetrinne

Die Kadetrinne (dänisch: Kadetrenden) ist ein Seegebiet in der Mecklenburger Bucht der Ostsee zwischen der deutschen Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und der Insel Falster auf dänischer Seite. Sie gilt als eines der schwierigsten und gefährlichsten Gewässer der gesamten Ostsee.

Bedeutung[Bearbeiten]

Die relativ steilwandige Rinne hat eine Länge von etwa 20 Seemeilen und ist 10 bis 30 m tief. Unter anderem wegen des Gedser Riffs verringert sich an der schmalsten Stelle der schiffbare Bereich (je nach Tiefgang des Schiffes) auf 500 bis 1000 Meter und erfordert gleichzeitig einen Kurswechsel von etwa 90°. Sie ist mit ca. 55.000 Durchfahrten jährlich einer der am stärksten befahrenen Seewege Europas (Zahl von 2014), 16 % davon sind Tankschiffe.[1]

Im Jahr 2006 waren etwa 9000 Durchfahrten Tankerpassagen, etwa 5100 in West- und 3900 in Ostrichtung. Die Zahl der Durchfahrten nahm dabei stark zu, was sich insbesondere durch vergrößerte Ölhäfen am finnischen Meerbusen und die erhöhte Zahl russischer Öltanker erklärte – deren Anzahl hatte sich zwischen 1997 und 2006 vervierfacht.[2] Im Jahr 2008 wurde mit 68.887 Schiffspassagen der Höhepunkt erreicht, damals lag der Anteil der Tankschiffe noch bei 11 %. Besonders durch die Weltwirtschaftskrise nach 2007 ging die Zahl der Schiffspassagen zurück: 2011 auf 58.672, 2014 auf 54.492.

Seit Jahren gibt es Bestrebungen, durch eine Lotsenpflicht die Schiffssicherheit in der Kadetrinne zu erhöhen. Die schleswig-holsteinische Landesregierung bezeichnet sie als „unverzichtbares und wohl kurzfristig einziges Mittel“, um Grundberührungen zu vermeiden. Die Kadetrinne liegt aber nach dem Seerechtsübereinkommen in internationalen Gewässern. Das einzige Gremium, das hier eine Lotsenpflicht verordnen könnte, ist die IMO. Sie empfiehlt zwar die Aufnahme eines Lotsen ab einem Tiefgang von 13 Metern. Eine Lotsenpflicht kann sie aber nur anordnen, wenn alle Anrainerstaaten zustimmen. Wegen der konsequenten Ablehnung durch die russische Regierung ist auch weiterhin kaum mit einem Durchbruch zu rechnen.[2]

Eine feste Rostock-Gedser-Querung, die die Kadetrinne überspannen würde, wurde als Alternative zur festen Fehmarnbelt-Querung vorgeschlagen, aber verworfen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Weniger Verkehr in Kadetrinne · Zahl der Schiffe ist von 2011 bis 2014 von 58.672 auf 54.492 Einheiten zurückgegangen. In: Täglicher Hafenbericht vom 29. Juli 2015, S. 2
  2. a b Antwort der Landesregierung Schleswig-Holstein auf eine kleine Anfrage von Heiner Garg „Tankschiffverkehr in der Ostsee“. Abgerufen am 11. Juli 2010 (PDF; 65 kB, Landtagsdrucksache 16/1334).

54.45277777777812.194722222222Koordinaten: 54° 27′ 10″ N, 12° 11′ 41″ O