Grömitz
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Schleswig-Holstein | |
| Kreis: | Ostholstein | |
| Höhe: | 14 m ü. NHN | |
| Fläche: | 51,1 km2 | |
| Einwohner: | 7150 (31. Dez. 2015)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 140 Einwohner je km2 | |
| Postleitzahlen: | 23743, 23746 (Rittbruch), 23747 (Gruberhagen) |
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| Vorwahl: | 04562 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OH | |
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 55 016 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Kirchenstraße 11 23743, 23746 (Rittbruch), 23747 (Gruberhagen) Grömitz |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Mark Burmeister (parteilos) | |
| Lage der Gemeinde Grömitz im Kreis Ostholstein | ||
Grömitz ist eine Gemeinde und Seebad im Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein. Es liegt auf der Halbinsel Wagrien am Nordwestrand der Lübecker Bucht, etwa zehn Kilometer nordöstlich von Neustadt in Holstein unweit der Vogelfluglinie.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Grömitz ist bereits seit 1813 Seebad und damit eines der ältesten an der Ostsee. Der Ort bietet außer der Kirche aus dem 12. Jahrhundert keine historisch bedeutsamen Stätten, die noch sichtbar erkennbar sind.
Der Ortsname Grömitz entwickelte sich aus dem westslavischen Namen eines Baches. Es existierte ein mit einer Wallanlage befestigtes Dorf namens Groebeniz, von der heute nichts mehr übrig ist, da die Befestigung zum größten Teil aus Holz bestand. Später wurde die Wehranlage nach Oldenburg in Holstein verlegt. Im Gegensatz zu Grömitz können dort auch heute noch Reste dieser Wallanlage besichtigt werden. Ein in Oldenburg vorhandenes Museum vermittelt einen Überblick der einstigen Bedeutung.
Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Im Zuge der Missionierung der Wenden wurde um 1230 die Nikolaus von Myra geweihte Kirche errichtet. 1259 ist sie erstmals erwähnt im Verzeichnis der zum Bistum Lübeck gehörenden Kirchen. Zu dieser Zeit gehörte Grömitz den Rittern von Westensee, die es 1323 an das Benediktinerkloster Cismar verkauften.[2] Während das einschiffige rechteckige Langhaus und der kastenförmige Chor im 13. Jahrhundert aus Findlingen erbaut wurden, wurde der massive Turm aus Backstein im 15. Jahrhundert ergänzt, als Grömitz Stadtrechte erhalten hatte.
Das Kloster Cismar, das heute im Gemeindegebiet liegt, stellte vor der Einführung der Reformation in Grömitz 1560 einen wichtigen Wallfahrtsort für die Bevölkerung Nordeuropas dar durch die Johannes-Heilquelle und eine Blut-Christi-Reliquie. Die geistige Bedeutung des Klosters lässt sich auch noch heute in der dänischen Staatsbibliothek erahnen, die viele bedeutende Werke beheimatet, die ursprünglich aus dem Kloster Cismar stammen. In einem Flügel des teilweise erhaltenen Klosters befindet sich eine Außenstelle des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums.
Hafen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Grömitz besaß bereits um 1400 einen seegängigen Hafen und trieb Handel mit an der Trave gelegenen Häfen. Lübeck, Travemünde, Oldesloe und auch dänische Städte zählten zu den Haupthandelsplätzen Grömitzer Schiffe. Begünstigt wurde der Hafen durch natürliche Sandbänke wie den Walkyriengrund. Der Hafen versandete im 17. Jahrhundert, womit der Fernhandel wieder an Bedeutung verlor. Ende der 1960er Jahre wurde südlich des bebauten Teils ein moderner Yachthafen gebaut.
Die zwölf Kilometer südwestlich gelegene Nachbarstadt Neustadt ist eng mit der wirtschaftlichen Geschichte von Grömitz verbunden. Bereits zur Hansezeit stellte der Hafen von Neustadt eine wichtige und interessante Anlaufstelle für holländische und dänische Schiffe dar. Schiffe der Hanse (universos mercatores de hansa Theutonicorum) liefen den Neustädter Hafen nur sehr selten an, weil Neustadt nicht zur Hanse gehörte, aber lübsches Recht hatte. Dieses machte die Stadt für holländische Kauffahrer und auch für die Vitalienbrüder um so interessanter, weil keine Stapelrechte zu beachten waren. Die Haupteinnahmequellen von kleinen Dörfern wie Grömitz waren die Landwirtschaft (gestützt durch das Kloster Cismar) und die Fischerei. Somit leisteten auch kleine Ortschaften wie Grömitz einen bescheidenen Anteil an einem der Haupthandelsgüter der Hanse – gesalzener Hering in Fässern, die aus dem Neustädter Hafen exportiert wurden.
Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Christian Westphal förderte als ehrenamtlicher Bürgermeister von Grömitz (Amtszeit von 1896 bis 1924) den Tourismus. Als Baumeister errichtete er Hotels und Pensionen. Ihm zu Ehren wurde ein Brunnen an der Promenade gestiftet. Seit 1949 gilt Grömitz als Ostseeheilbad.
Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Grömitz besteht aus den Ortsteilen Brenkenhagen, Brunsteen, Cismar, Cismarfelde, Goldberg, Groß-Horst, Gruberhagen, Grömitz (Dorf), Grönwohldshorst, Guttau, Henriettenhof, Hohehorst, Hohelieth, Jasen, Karlsruh, Kattenberg, Klockenhagen, Klostersee, Kojendiek, Kolauerhof, Krähenberg, Körnick, Körnickerfelde, Langenkamp, Lenste, Lensterbek, Lensterstrand, Moorhof, Morest, Niehof, Nienhagen, Poggenpohl, Rittbruch, Rotenhuse, Rüting, Sandberg, Schleuse, Schütthörn, Stadtfurth, Suxdorf, Söhlen, Voßberg, Wintersberg und Ziegelhof.
Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Seit dem 1. Januar 2007 bildet Grömitz eine Verwaltungsgemeinschaft mit den drei Gemeinden Dahme, Grube und Kellenhusen (Ostsee) aus dem ehemaligen Amt Grube, für die Grömitz die Verwaltungsgeschäfte mit durchführt.
Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Von den 19 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl in Schleswig-Holstein 2013 sieben Sitze, die Freie Wählervereinigung hat fünf, die SPD fünf und die FDP zwei Sitze.
Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Blasonierung: „Gespalten. Vorn in Rot ein halbes silbernes Nesselblatt, hinten in Silber ein halber schwarzer Adler am Spalt mit goldener Bewehrung und goldenem Nimbus.“[4]
Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Kühlungsborn
- Nienhagen (beide im Landkreis Rostock, Mecklenburg-Vorpommern)
- Patenstadt des Minenjagdboots M1064 Grömitz vom 3. Minensuchgeschwader
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist das Klosterdorf Cismar. Mit 398 Meter ist die Seebrücke eine der längsten Deutschlands. Am Kopf befindet sich eine im Jahr 2009 errichtete Tauchgondel, die für Touristen zugängig ist. Außerdem liegt im Grömitzer Yachthafen der DGzRS-Seenotrettungskreuzer Hans Hackmack.
Im Gemeindegebiet liegt der Zoo Arche Noah, der drei Liger hielt. Das letzte Tier wurde im Februar 2008 eingeschläfert. Als weitere kulturelle Einrichtung des Ortes bietet das Kino in Grömitz ganzjährig ein Filmprogramm. Das Kino wurde in den Jahren 2005 bis 2008 jedes Jahr für ein „Hervorragendes Kinder- und Jugendprogramm“ vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien ausgezeichnet.
Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
In Grömitz sind 91 Opfer der Cap-Arcona-Katastrophe auf dem Friedhof hinter der St.-Nicolai-Kirche beigesetzt. Ein Gedenkstein erinnert daran. Die Nicolaikirche steht landeinwärts im alten Ortskern in der Nähe des Rathauses.[5]
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Grömitz ist nach Sankt Peter-Ording und Westerland drittwichtigster Ferienort in Schleswig-Holstein und vor Timmendorfer Strand der wichtigste an der Ostseeküste des Bundeslandes. Im Jahr 2002 buchten 96.116 Gäste, davon 413 (0,43 %) aus dem Ausland, 714.188 Übernachtungen. Der Ort verfügte über 8305 Gästebetten.
Verkehrsanbindung
- von der Autobahn 1 verbindet die Bundesstraße 501 Neustadt/Holstein–Heiligenhafen die Seebäder Wagriens an der Lübecker Bucht.
- Die nächsten Bahnhöfe sind in Neustadt in Holstein, Oldenburg in Holstein und Lensahn an der Bahnstrecke Lübeck–Puttgarden.
- Der Ostseeküsten-Radweg verbindet Grömitz per Fahrrad mit allen Nachbarorten an der Ostseeküste[6] und führt innerhalb des europäischen EuroVelo-Netzes um die Ostsee.[7]
Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Reinhard Sager (* 1959), Politiker (CDU), wurde in Suxdorf geboren
- David Reinhold von Sievers (1732–1814), großfürstlicher Landrat von Cismar
- Keith R. Kernspecht (* 1945), Gründer der Europäischen Wing-Tsun-Organisation
- Christian Westphal, Bürgermeister von Grömitz (1896–1924)
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2015 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
- ↑ http://www.ev-kirche-groemitz.de/
- ↑ http://www.kreis-oh.de/media/custom/335_6774_1.PDF?1370255382
- ↑ Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
- ↑ Förderkreis Cap-Arcona-Gedenken, Politische Memoriale e. V. Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Cap Arcona 3. Mai 1945. Gedenkstätten, Museen, Friedhöfe. Faltblatt von ca. 2012
- ↑ Ostseeküsten-Radweg – Ostsee Schleswig Holstein. Abgerufen am 6. Mai 2017.
- ↑ translator2: EuroVelo 10 – EuroVelo. Abgerufen am 6. Mai 2017.
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