Hermann Schmiechen

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Hermann Schmiechen (* 22. Juli 1855 in Neumarkt; † 1925 in Berlin) war ein deutscher Maler und Porträtist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Neumarkt in Schlesien geboren[1], ging Hermann Schmiechen 1872 nach Breslau an die Königliche Kunst- und Gewerbe-Akademie und wurde Schüler von Albrecht Bräuer (1830–1897).[2] Ein Jahr später, im Jahre 1873, folgte er dem Ruf der Düsseldorfer Malerschule und wurde Schüler von Karl Müller und Eduard von Gebhardt und war Mitglied im Künstlerverein Malkasten.[3] An das Studium an der Kunstakademie Düsseldorf folgte 1876 ein Studienaufenthalt in Paris an der Académie Julian. Zurück in Düsseldorf wurde Schmiechen zu einem gesuchten Bildnismaler und wohnte im Haus der Witwe Sophie Hasenclever in der Goltsteinstraße Nr. 24.[4]

Prinzessin Mary Adelaide, Herzogin von Teck, 1882

1883 wurde Schmiechen, fast zeitgleich mit Karl Rudolf Sohn, auf Einladung der Königin Victoria, an den Kensington Palace nach London berufen, wo er Porträts der englischen Aristokratie fertigte. Der Maler August Becker hatte seinen Künstlerkollegen bei Hofe empfohlen.[5] In den folgenden Jahren von 1884 bis 1895 folgten Ausstellungen im Rijksmuseum Amsterdam[6], in der Royal Academy of Arts London, Liverpool und Manchester.

Im April 1883 hatte Hermann Schmiechen in Düsseldorf Antonia (Antonie) Gebhard (* 1862), Tochter eines Fabrikanten und Teilhabers der Seidenweberei Gebhard & Co. aus Elberfeld, geheiratet.[7] Die Ehe wurde später geschieden. In London malte Schmiechen im Sommer 1884 Helena Petrovna Blavatsky und unter ihrer Anleitung die aufgestiegenen Meister der Weisheit Morya (Meister M, El Morya Er) und Koot Hoomi (Meister KH, Kuthumi Lal Singh).[8][9] Helena Blavatsky selbst, Patience Sinnett (1844–1908), die Gattin des Alfred Percy Sinnett, Laura Holloway-Langford (1843–1930), Mohini Mohun Chatterji (1858–1936) und weitere Mitglieder der anglo-indischen Theosophischen Gesellschaft hatten sich oft in seinem Londoner Atelier versammelt. 1885 im Haus des Gustav Gebhard in Elberfeld, dem Sitz der Theosophische Societät Germania entstand ein weiteres Porträt der Helena Blavatsky, so wie auch der Mary Gebhard, einer geborenen L'Estrange (1832–1892). Gustav Gebhard hatte Blavatsky zur Erholung nach Elberfeld eingeladen und sie brachte eine Reihe von englischen und indischen Theosophen mit.[10]

Reisen führten ihn nach Griechenland und Frankreich, wo auch einige Landschaftsgemälde entstanden. Seit 1901 war Hermann Schmiechen in Berlin tätig, wohnte in der Kantstraße 152 in Charlottenburg[11][12] Nach seinem Tod verkaufte der Okkultist, Spiritist, Theosoph und esoterische Schriftsteller Leopold Engel Christusbilder, deren Vervielfältigungsrecht ihm der verstorbene Maler Hermann Schmiechen 1924 übertragen hatte.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thieme-Becker, Band 30, Leipzig, 1936, S. 171
  • C. G. Röder (Hrsg.): Das geistige Deutschland am Ende des XIX, Jahrhunderts. Die bildenden Künstler. Band 1, Leipzig, 1898, S. 613
  • Friedrich Jansa: Deutsche bildende Künstler, Leipzig, 1912, S. 528 ff
  • J. Johnson; A. Greutzner: The Dictionary of British Artists 1880–1940, Woodbridge/Suffolk, 1976, ISBN 978-0-902028-36-4, S. 449
  • Ursula Keller; Natalja Sharandak: Madame Blavatsky: Eine Biographie, Insel Verlag, Berlin, 2013, ISBN 978-3-458-17572-8, S. 188, S. 223f

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hermann Schmiechen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hermann Schmiechen, auf Genealogie von Heidermanns, abgerufen am 3. Mai 2016
  2. Konrad Müller-Kaboth: Albrecht Bräuer, in Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe, Heft 5., 1907, S. 393ff
  3. Bestandsliste Malkasten-Archiv: Hermann Schmiechen (* 1855)
  4. Schmiechen, Maler, Goltsteinstraße 24, in Adressbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf für 1882
  5. „Ton und Licht“, Katalog zur Ausstellung der Prinz-Albert-Gesellschaft und der Fachhochschule Coburg “Prinz Albert – Ein Wettiner in Großbritannien”, Coburg, 2003, S. 15–16 (PDF)
  6. Schmiechen, Hermann, Katalog 326, Kinderporträt, auf RKD – Niederländisches Institut für Kunstgeschichte
  7. Georg Julius Eduard Gebhard (1836–1923), Fabrikant, Teilhaber des Hauses „Gebhard & Co.“. B. Koerner; E. Strutz: Bergisches Geschlechterbuch 3 (DGB 83), Görlitz 1935, S. 26, 581
  8. Peter Mt. Shasta: Abenteuer eines Westlichen Mystikers, Band 2, Im Dienst der Meister, Norderstedt, Books on Demand, 2015, ISBN 978-3-7392-0592-2, S. 292–293
  9. Laura C. Holloway: The Mahatmas and Their Instruments Part II. Madame Blavatsky and the Masters. Mahatma Portraits and Their Painter. (englisch), aus „The Word“ (New York), July 1912, S. 200–206
  10. Rolf Speckner: Helena Blavatski in Deutschland 1884–1887
  11. Schmiechen, Hermann, Kunstmaler, Charlottenburg, Kantstr. 152 III., in Adressbuch für Berlin und seine Vororte: unter Benutzung amtl. Quellen. Berlin, 1902
  12. Schmiechen, Hermann, Porträt- und Geschichtsmal., Charlottenburg, Kantstr. 152 III., in Berliner Adreßbuch für das Jahr 1923; unter Benutzung amtl. Quellen. Berlin, 1923, (Anmerkung: nach 1923 gibt im Adressbuch für Berlin keinen Eintrag für Hermann Schmiechen mehr.)
  13. Staatliche Museen zu Berlin: Bildnis einer Dame, »Irmgard«, Nationalgalerie (Berlin)
  14. Hermann Schmiechen: Abbildung der Princess Frederica of Hanover, Baroness von Pawel-Rammingen (1848–1926), in the collection of Queen Victoria, auf Royal Collection Trust
  15. Bedenkliche Zeichen, Katalog Nr. 327, Rijksmuseum Amsterdam, 1886, auf RKD
  16. Rechtsanwalt, Autor, Herausgeber John Osborne Sargent, von Hermann Schmiechen, 1889, auf harvardartmuseums.org
  17. Hermann Schmiechen, Abbildung: Turtelndes Liebespaar am Fenster, 1895, auf Auktionshaus Michael Zeller
  18. BeyArs.com: Dame mit Rosenkorb
  19. Selling Antiques: Salome, Price £ 9.800/€ 11.739 (Memento des Originals vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sellingantiques.co.uk