Hermann Schwarz (Industrieller)

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Hermann Schwarz (* 29. März 1908 in Nördlingen; † 10. November 1995 in München) war ein deutscher Wissenschaftler und Industrieller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er wollte ursprünglich, wie sein Vater, Lehrer werden und begann 1927 sein Studium der Physik, Mathematik und Geophysik, zunächst in Heidelberg, dann in München. Nachdem ein Freund ihm die Hochfrequenztechnik schmackhaft gemacht hatte, wechselte er 1929 nach Jena zum seinerzeitigen Hochfrequenzpapst Abraham Esau. 1931 promovierte er mit einer Arbeit Strommessungen bei sehr hohen Frequenzen. Seither beschäftigte er sich mit Messtechnik. In Jena hatte er auch seinen Studienfreund Lothar Rohde kennengelernt.[1]

Aufgrund der Wirtschaftsdepression blieben sie noch zwei Jahre an der Universität, Schwarz als Blitzschutz-Sachbearbeiter am Landmaschineninstitut. Im Herbst 1932 hatten sie zufällig Oberingenieur Hans Handreck von der Hermsdorfer HESCHO AG, getroffen, der zu dem von Werner Erich Rath (1899–1987) entwickelten keramischen Isolationsmaterial Calit[2] den elektrischen Verlust bei hohen Frequenzen messen lassen wollte. Eine industrielle Hochfrequenz-Messtechnik gab es in Europa noch nicht. Andere Institute hatten unterschiedliche Werte des Verlustfaktors im Frequenzbereich 1 bis 100 MHz gemessen. Als erstes gemeinsames Messgerät entwickelten sie einen hochpräzisen Frequenzmesser und konnten bereits nach kurzer Zeit sehr genaue Messwerte liefern.[3] Da Handreck ihnen weitere Aufträge zusicherte, ermutigte sie dieses, trotz der Rezession, ein eigenes Labor zu gründen. Am 17. November 1933 meldeten sie in München die Gründung des „Physikalisch-technischen Entwicklungslabors Dr. L. Rohde und Dr. H. Schwarz“ an, woraus später die Firma Rohde & Schwarz entstand, welche unter diesem Namen u. a. Messgeräte produziert.

Bestattet ist Hermann Schwarz auf dem Bogenhausener Friedhof.[4]

Sein Sohn Friedrich Schwarz (* um 1940) war bis 2005 im Vorstand des Unternehmens.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • K. Jäger, F. Heilbronner (Hrsg.): Lexikon der Elektrotechniker, VDE Verlag, 2. Auflage von 2010, Berlin/Offenbach, ISBN 978-3-8007-2903-6, S. 395

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.physik.uni-jena.de/Forschung/Fakult%C3%A4tspreise+/Fakult%C3%A4tspreise+%28Rohde+_+Schwarz%29+/Dr_+Hermann+Schwarz.html
  2. http://www.cdvandt.org/atm_z944-3.htm
  3. http://www.regional-technikgeschichte-hermsdorf.de/index.php/grossmesssender-56.html
  4. http://theodor-frey.de/friedhofnordwest2.htm