Hermine (Schiff)

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Hermine
Die Hermine als Denkmal am Schleusenpriel in Cuxhaven
Die Hermine als Denkmal am Schleusenpriel in Cuxhaven
Schiffsdaten
Flagge Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich
SchwedenSchweden Schweden
DeutschlandDeutschland Deutschland
andere Schiffsnamen
  • Wega
  • Emma
Schiffstyp Gaffelschoner, Frachtsegler
Heimathafen Cuxhaven
Eigner Stadt Cuxhaven
Bauwerft Behrens-Werft, Hamburg-Finkenwerder
Stapellauf 3. September 1904
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
35,20 m (Lüa)
Breite 6,00 m
Tiefgang max. 2,30 m
Vermessung 71 BRT
 
Besatzung 2–3 Mann
Maschinenanlage
Maschine Deutz-Dieselmotor
Maschinen-
leistung
50 PS (37 kW)
Takelung und Rigg
Takelung Gaffelschoner
Anzahl Masten 2
Segelfläche 270 m²
Geschwindigkeit
unter Segeln
max. 9 kn (17 km/h)
Sonstiges
Klassifizierungen

maritimes Denkmal

Die Hermine ist ein 1904 erbauter deutscher Gaffelschoner und der einzige noch ganz aus Holz erhaltene Schiffstyp dieser Art in Deutschland. Sie diente erst als Hermine, ab 1907 als Emma und ab 1934 als schwedische Wega in der Küstenschifffahrt in Nord- und Ostsee. 1979 wurde sie in Schweden wieder entdeckt und nach Hamburg transportiert, konnte aber nicht wieder seetüchtig hergestellt werden und steht als Denkmal in Cuxhaven.

Bau und technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auftraggeber der Hermine war 1904 der Fischer Hinrich Bardenhagen, der mit dem Schiff in den Küstenhandel einsteigen wollte. Noch im September des gleichen Jahres lief die Hermine auf der Behrens-Werft in Hamburg-Finkenwerder vom Stapel. Wie damals üblich benannte er das Schiff nach seiner Frau. Es ist der einzige heute noch erhaltene Bau dieser Werft.

Das Schiff vermaß 71 BRT und war über alles 35,20 Meter lang, 6,00 Meter breit und 2,30 Meter tief. Unter Segeln erreichte es eine Geschwindigkeit von 9 Knoten. Ein kleiner Dieselmotor mit 50 PS unterstützte den Segler. Die Besatzung bestand aus zwei bis drei Mann.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1904 bis 1907 nutzte Bardenhagen die Hermine im Küstenhandel, verkaufte sie aber nach drei Jahren und blieb an Land. Der neue Eigner gab dem Schiff den Namen seiner eigenen Frau Emma. Das Frachtschiff wurde weiterhin im Küstenhandel eingesetzt, bis er es 1934 nach Schweden verkaufte.

Hier erhielt das Schiff den Namen Wega. In der Inselwelt des Landes mit seinen vielen kleinen Häfen und ebensolchen Frachten rentierten sich kleinere Schiffe noch längere Zeit. Dabei hatte die Wega inzwischen einen Hilfsdiesel erhalten und öfters den Besitzer gewechselt. 1962 war die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gesichert, und der inzwischen neunte Eigner, Frank Carlson, verkaufte das Schiff an einen Segelverein auf Öland.

1979 entdeckte der Schifffahrtsforscher Jochen Kaiser den Rumpf des Schiffes in der Nähe von Stockholm. Mit Spendengeldern wurden die Reste des Seglers angekauft und 1981 mit dem Dockschiff Hinrich Knüppel nach Hamburg überführt, wo es restauriert und als Jugendsegler wieder in Fahrt gebracht werden sollte. Der Zustand des Rumpfes erwies sich jedoch als zu schlecht, um das alte Schiff wieder seetüchtig herzurichten.

Im Winter 1981/82 wurde der Rumpf des Schiffes durch Eisgang auf der Elbe eingedrückt, und das Schiff sank. Taucher dichteten das Leck ab, und das Schiff wurde gehoben. Alle Pläne zur Reaktivierung wurden nun aufgegeben und das Schiff dem Wrackmuseum in Cuxhaven geschenkt.

Hier gelang es mit Hilfe von berufsqualifizierenden Programmen des Arbeitsamtes, das Schiff ohne Seetüchtigkeit zu restaurieren. Inzwischen steht die Hermine als maritimes Denkmal in der Cuxhavener Innenstadt am Schleusenpriel und kann von außen besichtigt werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otmar Schäuffelen, Herbert Böhm: Die letzten großen Segelschiffe. Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-7688-3191-8.
  • Reinhart Schmelzkopf: Schiffe und Cuxhaven. Wilhelm Heidsiek Verlag, Cuxhaven 2012 (ohne ISBN).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]