Hertha Pauli

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Grab von Hertha Pauli und ihrer Familie auf dem Döblinger Friedhof

Hertha Pauli (* 4. September 1906 in Wien; † 9. Februar 1973 in Long Island, New York) war eine Schauspielerin, Autorin und Journalistin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hertha Pauli war die Tochter der Journalistin und Frauenrechtlerin Berta „Maria“ Schütz (1878–1927) und eines Arztes und Universitätsprofessors für Kolloidchemie, Wolfgang Joseph Pauli (1869–1955), der aus einer jüdischen Prager Verleger-Familie stammte, aber zum Katholizismus konvertiert war (sein ursprünglicher Name war Wolf Pascheles). Ihr Bruder war der Physik-Nobelpreisträger Wolfgang Pauli. Sie wär tätig als Schauspielerin, antifaschistische Aktivistin, Autorin und Journalistin.

In den Jahren 1927 bis 1933 spielte Pauli unter Max Reinhardt in Berlin. Sie war u. a. mit Walter Mehring und Ödön von Horváth befreundet. Nachdem von Horváth ihr von seiner bevorstehenden Heirat mit Maria Elsner berichtete, versuchte sie sich umzubringen.[1] Von 1933 bis 1938 wirkte sie in Wien als Herausgeberin im Rahmen der Österreichischen Korrespondenz und veröffentlichte biografische Romane (Toni, ein Frauenleben für Ferdinand Raimund, Nur eine Frau. Bertha von Suttner).

Sie emigrierte nach dem Anschluss Österreichs nach Frankreich. In Paris gehörte sie zum Bekanntenkreis Joseph Roths und machte Bekanntschaft mit dem amerikanischen Journalisten Eric Sevareid. Über Marseille, Pyrenäen und Lissabon gelangte sie 1940 durch die Vermittlung eines Visums durch das Emergency Rescue Committee in die USA, wo sie vor allem als Jugendbuchautorin bekannt wurde. U. a. erklärte sie amerikanischen Kindern in Silent Night. The Story of a Song (1943) die Herkunft des Weihnachtsliedes Stille Nacht, heilige Nacht oder schrieb mit I lift my lamp eine persönliche Geschichte der Freiheitsstatue. Sie heiratete E. B. Ashton (1909–1983), mit dem sie an einer Biografie Alfred Nobels arbeitete. In ihrem letzten Buch Der Riss der Zeit geht durch mein Herz (1970) verarbeitete sie drei Jahrzehnte später die letzten Tage vor dem „Anschluss“ und die darauffolgende Zeit.

Hertha Pauli ruht nun gemeinsam mit ihrem Gatten, ihrer Mutter sowie ihrer Großmutter, der Opernsängerin Bertha Schütz-Dillner (1847–1916), in einem ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Döblinger Friedhof in Wien.

Weitere Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Toni. Ein Frauenleben für Ferdinand Raimund, 1936
  • Nur eine Frau. Bertha von Suttner, 1937
  • Alfred Nobel, Dynamite King, Architect of Peace, 1942
  • Silent Night. The Story of a Song, 1943
  • I lift my Lamp, 1948 (nicht ins Deutsche übersetzt)
  • Weihnachtsbuch. Ein Lied vom Himmel, 1954
  • Geschichte vom Christbaum, 1957
  • Jugend nachher, 1959
  • Ein Baum vom Himmel, 1964
  • Das Geheimnis von Sarajewo, 1966
  • Der Riss der Zeit geht durch mein Herz, 1970

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hertha Pauli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stern, Guy: Hertha Pauli. In: Stern, Guy: Literatur im Exil, Bd.2. Ismaning 1989.
  • Bauer, Barbara / Dürney, Renate: Walter Mehring und Hertha Pauli im Exil. In: Benz, Wolfgang: Deutsch.-jüd. Exil. Das Ende der Assimilation. Berlin 1994.
  • Brantl, Sabine: Hertha Pauli oder "Wir sind im Ozean zu Hause". Eine biographische Skizze. München 1998.
  • Tunner, Erika: Hertha Pauli et ses compagnons de route. In: Austriaca. Cahiers Universitaires sur l'Autriche. Nov 1984, Nr. 19, 10. Jahrgang. S.119-132.
  • Frucht, Karl: Verlustanzeige. Ein Überlebensbericht. Wien 1992. (Bericht des engen Freundes von Hertha Pauli)
  • Mehring, Walter: Wir müssen weiter. Fragmente aus dem Exil, 1979. Bericht über das Exil in Frankreich, das er zusammen mit Hertha Pauli erlebte, der er seine „Briefe aus der Mitternacht“ (1937–1941) widmete.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hertha Pauli: Break of Time, Hawthorn Books, New York, NY, 1972, S. 45f