Hessische Klippen

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Blick von der Brückenstraße flussabwärts über die Weser zu den bewaldeten Hessischen Klippen mit dortigem Hugenottenturm (etwa mittig); links die Altstadt von Bad Karlshafen, rechts ein Zeltplatz
Hessische Klippen: Stahlstich von Edward Goodall (1827), nach Robert Batty
Bad Karlshafener Hugenottenturm
Ludwig-Stein

Die Hessischen Klippen bei Bad Karlshafen im Landkreis Kassel, im äußersten Norden von Hessen, mit Ausläufern in Nordrhein-Westfalen, sind eine Gruppe von mehreren Felsklippen aus Wesersandstein am Rand des Oberen Wesertals.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hessischen Klippen liegen im Weserbergland oberhalb dem linken und dort südlichen Ufer der Weser, direkt westlich der Einmündung der Diemel mit der dortigen Kernstadt von Bad Karlshafen (Nordhessen), wobei sich ihre Nordwestausläufer bis in die Gemarkung des Beverunger Ortsteils Herstelle (Westfalen) erstrecken. Die bewaldeten Klippen fallen vom waldlosen Hochplateau des klippennahen Kaiserstein (205 m ü. NN)[1], das in Richtung Südwesten leicht abfällt, nach Nordosten steil in das Wesertal ab.

Etwa 1,4 km nordwestlich liegen jenseits der Weser die Hannoverschen Klippen mit dem nahen Dreiländereck der deutschen Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen.

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hessischen Klippen liegen an der Grenze der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Weser-Leine-Bergland (Nr. 37) mit der Haupteinheit Solling, Bramwald und Reinhardswald (370) und der Untereinheit Weserdurchbruchstal (370.3) etwa im Nordosten zur oberhalb der Klippen beginnenden Haupteinheitengruppe Westhessisches Bergland (34) mit der Haupteinheit Westhessische Senke (343) und der Untereinheit Hofgeismarer Rötsenke (343.4) etwa im Südwesten.

Landschaftsschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der hessische Teil der Hessischen Klippen liegt im Landschaftsschutzgebiet Landschaftsbestandteile und Landschaftsteile im Kreis Hofgeismar (CDDA-Nr. 378519; 1938; 28,42 km²), an das sich direkt östlich das LSG Auenverbund Diemel (CDDA-Nr. 378399; 1994; 13,29 km²) anschließt. Etwas westlich der Klippen liegt jenseits vom noch zu Hessen gehörenden Kaiserstein das westfälische LSG Altkreis Höxter (CDDA-Nr. 555549644; 406,27 km²).[2]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hessischen Klippen bestehen aus Wesersandstein, einem Buntsandstein. Sie sind seit Mitte der 1960er Jahre stark bewaldet und deshalb nicht mehr so deutlich zu sehen, wie sie Robert Batty im Jahr 1825 auf seiner romantischen Reise durch Norddeutschland gezeichnet hat.

Sehenswürdigkeiten und Denkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Sehenswürdigkeiten und Denkmälern an den und nahe der Hessischen Klippen gehören:

Historische Ansichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte historische Ansichten der Hessischen Klippen sind:

  • Stahlstich nach Robert Batty (1825); gestochen von Edward Goodall (1827)
  • Federlithographie von Karlshafen von L. Niebuhr um 1830
  • Ansicht der Stadt Karlshafen von Fink/Martens um 1850
  • Darstellung von Teuerkauf um 1860

Verkehr und Wandern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erreichbar sind die Hessischen Klippen, durch die mehrere schmale Wanderwege führen, von Bad Karlshafen kommend, die Diemelbrücke der Bundesstraße 80 (Weserstraße) überquerend, von der Bundesstraße 83 (Bremer Straße) aus. Nahe dem Abzweig 102,5 m ü. NN[2], an dem beide Straßen aufeinandertreffen, beginnt ein Aufstieg; ein weiterer befindet sich an der Bremer Straße nach der ehemaligen Bierbrauerei unterhalb des Hugenottenturmes. Zudem besteht Anbindung über den Wanderweg von Herstelle, der in Nordrhein-Westfalen an zwei Steinbrüchen vorbeiführt, oder von Helmarshausen aus.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wandern und Freizeit im Naturpark Solling-Vogler, Topographische Karte (1:50.000; 1975),
    Hrsg.: Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Landesvermessung
  2. a b Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Bohn: Karlshafen 1699−1999. Wirtschafts- und Sozialgeschichte der hessischen Planstadt aus der Barockzeit. Verlag des Antiquariats Bernhard Schäfer, Bad Karlshafen 2000 (Historische Ansichten S. 77–79 und weitere S.38,54,77,78,83,96,97,109,129,215).

Koordinaten: 51° 38′ 31,5″ N, 9° 26′ 46″ O