Hindernisbahn

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Dieser Artikel beschreibt Hindernisbahn beim Militär. Zu Hindernisbahnen im Sport siehe Parcours.
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Die Hindernisbahn (kurz auch H-Bahn, HiBa, auch Sturmbahn) ist eine militärische Ausbildungsanlage, die Körperkraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Schnelligkeit der Soldaten schulen soll. Die Hindernisbahn wird entweder einzeln oder im Gruppenrahmen überwunden. Bei letzterer Methode sollen die Soldaten vor allem lernen, dass sie durch Zusammenarbeiten leistungsfähiger sind und wie sie sich gegenseitig beim Überwinden der Hindernisse unterstützen können.

Aufbau[Bearbeiten]

Eine Hindernisbahn befindet sich meist in jeder Kaserne. Sie ist einige Hundert Meter lang und der Boden besteht aus einer Kombination aus Erde, Sand, Gras oder Tartan.

Stationen[Bearbeiten]

SWAT-Team der United States Navy beim Training auf der Hindernisbahn
Training der United States Army in Camp Edwards auf der Hindernisbahn (etwa 1942)

Zu jeder Hindernisbahn gehören mindestens folgende Stationen:

  • eine Steigbahn/"Hühnerleiter": hierbei handelt es sich um ein etwa 45 Grad ansteigendes Hindernis in Form einer glatten Holzrutsche bzw. mehrstufiger, quer verbauter Holzbalken, welches mit Anlauf auf eine in etwa 2,5 m Höhe liegende Plattform erklommen werden muss. Oben angekommen, wird in ein Sandbecken heruntergesprungen. Ziel ist es, den Sprung aus großer Höhe und mit geschlossenen Beinen zu lernen.
  • eine Eskaladierwand: eine etwas über zwei Meter hohe Holzwand, die überwunden werden muss. Eine fortgeschrittene Variante ist ca. drei Meter hoch. Bei dieser Variante fehlt auf etwa einem Meter Höhe ein Brett, so dass der Absprung nicht vom Boden erfolgen kann, sondern zunächst ein Fuß in die Aussparung gesetzt werden muss.
  • ein Balancierbalken: er besteht aus einem einige Meter langen Baumstamm in etwa 50 cm Höhe, der in voller Länge überquert werden muss.
  • ein Gleithindernis: auf niedriger Höhe über Sand gespannte Drähte, die in niedrigster Gangart unterquert werden müssen.
  • ein Schützengraben: dies ist ein etwa 1,2 m tiefer Schacht, in den man hineinspringen und wieder herausklettern muss.
  • Stolperdrähte: ein niedriges Drahtgeflecht, durch welches der Soldat ohne hängenzubleiben durchlaufen muss.
  • Spanische Reiter, mehrere x-förmig angeordnete Holzbalken, die überstiegen werden müssen.

Steigerungen[Bearbeiten]

Je nach Ausbildungsstand kann der Schwierigkeitsgrad gesteigert werden durch:

  • Mitnahme von Waffe und Gepäck
  • Transport eines „verwundeten“ Kameraden oder Mitnahme von zusätzlichem Material
  • Tragen von ABC-Schutzbekleidung
  • Zeitbeschränkung
  • Ausbildung bei eingeschränkter Sicht oder schlechter Witterung

Variante der NVA[Bearbeiten]

Die Sturmbahn war im Rahmen der Militärischen Körperertüchtigung (MKE) als 200 m lange Nachbildung eines Geländeabschnitts angelegt, auf dem für Gefechtshandlungen typische Hindernisse zu überwinden waren. Start- und Ziellinie lagen auf einer Höhe, so dass die zu überwindende Strecke 400 m betrug. Die Sturmbahn wurde mit Stahlhelm, Fecht-MPi (ein Holzmodell) und Gasmaskentasche überwunden. Es gab zwei Grundnormen (Sturmbahn Norm 9 im Winter und Norm 10 im Sommer). Es wurde entweder die Felddienstuniform (Sommer/Winter) oder die sogenannte Schwarzkombi (schwarzer Arbeitsoverall) getragen, zu Übungszwecken oder beim Frühsport auch Sportkleidung.

Folgende Stationen waren zu bewältigen:

  • etwa 20 m Kriech- bzw. Übersteigehindernis
  • (Wasser)graben etwa 2 m breit
  • Klettern am Horizontaltau: Ein in ca. 3 m Höhe gespanntes Tau, welches über ein hängendes Tau erreicht werde. Das Horizontaltau wurde hängend oder obenauf auf ca. 15-20 m überwunden.
  • Eskaladierwand 2 m hoch
  • Steigehindernis: Ein stehendes Hindernis musste mit einem Sprung von einem runden Rohr auf ein zweites Rohr überwunden werden
  • Kanalhindernis (Soldatenjargon: Fuchsbau): Zwei Kanaleinstiege die durch eine 10 m lange Betonröhre verbunden waren, mussten durchquert werden. Es wurde auf den Einstieg geklettert, hineingesprungen, durch den Kanal geglitten (die Fecht-MPi dabei an der Seite, sie wurde gern voraus durch den Kanal geschoben), über zwei eiserne Trittstufen im Ausstieg nach oben geklettert und dann hinausgesprungen (abgeflankt).
  • Grabenhürde: zwei Gräben, geteilt durch einen Rohrzaun, mussten überwunden werden. Dabei sprang man über den ersten Graben auf das Fundament des Zauns, kletterte durch den Zaun und musste aus dem Stand den zweiten Grabenabschnitt überspringen.
  • Giebelwand mit oberem und unteren Fenster: An der Giebelwand hing ein Seil, mit dessen Hilfe man in das untere Fenster gelangte. Von dort aus musste man auf der anderen Seite auf ein ca. 1 m höher gelegenes Brett steigen und aus ca. 4 m Höhe ca. 2 m weit auf ein ca. 3 m hohes Betonelement springen, dann noch einmal auf ein 1,5 m hohes Betonelement.
  • Wippe
  • Sprung am Ende der Sturmbahn in ein Schützenloch, Handgranatenweitzielwurf (mit einer F1-Übungshandgranate), Gasmaske aufsetzen und zum Anfang der Sturmbahn zurücklaufen. Hinter der Ziellinie legte man sich hin, MPi in Anschlag, dann wurde die Zeitmessung gestoppt.

Neben dem einzelnen Überwinden der Sturmbahn, gab es auch das Kollektive Überwinden der Sturmbahn. Das Bedeutete, dass eine Gruppe, ein Zug oder eine Kompanie die Bahn so schnell wie möglich überwinden sollte. Dabei waren jedoch Hilfestellungen ausdrücklich erlaubt. Die Zeit wurde mit dem letzten Soldaten genommen, der seine Waffe in Anschlag nahm.[1]

Die genaue Form der Sturmbahn konnte in bestimmten Spezialeinheiten und Waffengattungen von der Normalen Sturmbahn abweichen. So wurde eine abgewandelte Form zur Brandausbildung verwendet, bei der Elemente und Hindernisse der Sturmbahn mit Napalm in Brand gesetzt wurden.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Handbuch Militärisches Grundwissen, Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, NVA-Ausgabe, 14. Auflage 1985