Historisch-Technisches Museum Peenemünde

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Historisch-Technisches Museum Peenemünde
Großexponate auf dem Freigelände des Museums

Freigelände mit Ausstellungsgebäude Kraftwerk Peenemünde
Daten
Ort Peenemünde, Deutschland
Art Technik- und Militärmuseum
Eröffnung 9. Mai 1991
Betreiber Historisch-Technisches Museum Peenemünde GmbH
Leitung Michael Gericke[1]
Website museum-peenemuende.de
ISIL DE-MUS-417116

Das Historisch-Technische Museum Peenemünde (HTM) befindet sich seit 1991 in der Bunkerwarte und dem Areal des ehemaligen Kraftwerks in Peenemünde auf der Insel Usedom im Osten des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Das Museum befasst sich mit der Geschichte der Heeresversuchsanstalt Peenemünde (HVA) und der Erprobungsstelle der Luftwaffe „Peenemünde-West“, insbesondere der dort zwischen 1936 und 1945 entwickelten Raketen und anderen Flugkörpern. Seit Januar 2007 ist das Museum ein Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH), einem europaweiten Netzwerk von Industriedenkmälern, und damit Teil der ERIH-Themenrouten Energie sowie Transport & Kommunikation.

Seit der Eröffnung des Museums bis zum Jahr 2012 haben mehr als 5 Millionen Besucher die Ausstellung besichtigt,[2] darunter viele Schulklassen. In die Sanierung und den Ausbau wurden bisher rund 6,5 Millionen Euro investiert, weitere 3,9 Millionen Euro sind vorgesehen. Das HTM erhielt 2002 das Nagelkreuz von Coventry. Der Museumsbetrieb des am 9. Mai 1991 eröffneten rechtlich unselbständigen Eigenbetriebes „Historisch-Technisches Informationszentrum“ (HTI) der Gemeinde Peenemünde ging mit Beginn des Jahres 2010 auf die „Historisch-Technisches Museum Peenemünde GmbH“ über.[3]

Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingang und Kasse in einem ehemaligen Bunker
Peenemünde, Kapelle 2016

Die Schau im Kraftwerk ist in erster Linie eine historische Ausstellung, in welcher neben der Technikgeschichte auch das Andenken der Opfer seinen Platz findet. Die Besucher werden anhand von Exponaten, Dokumenten und Filmen darüber informiert, welch verhängnisvollen Pakt die Raketenbauer und ihr technischer Leiter Wernher von Braun mit den damaligen Machthabern eingingen.

Aufbauend auf den technischen Erfahrungen aus Peenemünde konnten Wernher von Braun und viele der vormaligen Mitarbeiter aus Peenemünde Mitte der 1960er-Jahre für die NASA die Saturn-V-Rakete für den Flug zum Mond konstruieren. Der Auftrag für die damaligen Raketenbauer in der HVA war jedoch die Entwicklung von Kriegswaffen. Die Wirkung der „Wunderwaffen“ wird dem Besucher anhand von Filmen gezeigt.

Der Wissensschatz aus der HVA bildeten die Grundlage der Atomraketen-Entwicklung der Siegermächte. In den USA, der UdSSR, Großbritannien und Frankreich (Force de frappe) waren Peenemünder Fachleute daran beteiligt.

Im Rahmen einer ausführlichen Chronik der Versuchsanstalt wird die Situation und die Arbeitsbedingungen der Zwangsarbeiter beleuchtet. Ausführlich wird der KZ-Häftlinge gedacht, die unter unmenschlichen Bedingungen die „Wunderwaffen“ montieren mussten.

In der aus dem Jahr 1876 stammenden Kapelle Peenemünde neben dem Gelände wird aller Opfer in Peenemünde gedacht. Ab 1936 befand sich die Kapelle im militärischen Sperrgebiet, wurde nicht mehr genutzt und war dem Verfall preisgegeben. In den 1990er-Jahren wurde sie abgetragen und anschließend originalgetreu wiederaufgebaut.

Schaustücke im Freigelände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besondere Schaustücke sind Nachbauten der Fieseler Fi 103 und der A4-Rakete im Freiareal des Museums.

Informationstafeln auf dem Peenemünder Haken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Informationstafel im Eingangsbereich der Dauerausstellung "Himmel und Hölle"
Ruinen der Bunker

Verteilt über den gesamten Peenemünder Haken betreibt das HTM eine Vielzahl von Informationstafeln an historischen Orten, die mit der Heeresversuchsanstalt und der Erprobungsstelle der Luftwaffe in Verbindung stehen: Die "Denkmal-Landschaft Peenemünde". Sie ist ein Rundweg von 25 km Länge mit derzeit 20 Stationen. Unter Aussparung sensibler Bereiche werden Besucher zu den historisch interessantesten Punkten geführt. An jeder Station befindet sich ein Schild mit weiteren Informationen. Ausgehend vom Historisch-Technischen Museum Peenemünde ermöglicht der individuelle Rundgang dem Besucher aber auch, den ökologischen und symbolischen Wert dieser Landschaft zu erfahren, denn sie lädt dazu ein, über das Verhältnis von Mensch, Natur und Technik nachzudenken. Darunter befinden sich unter anderem das Sauerstoffwerk II, ehemalige Zwangsarbeiterlager und Haltepunkte der ehemaligen Peenemünder Werksbahn. Die gezeigten Objekte und Gelände sind zumeist frei begehbar. Einige wurden in Zusammenarbeit mit Jugendlichen im Rahmen der internationalen Jugendbegegnung freigelegt.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historisch-Technisches Museum Peenemünde (Hg.): Das Historisch-Technische Museum Peenemünde - Museumsführer durch Freigelände Ausstellung Denkmallandschaft. Peenemünder Hefte 4.2 - Schriftenreihe des Historisch-Technischen Museums Peenemünde, Peenemünde 2015.
  • Johannes Erichsen, Bernhard M. Hoppe (Hg.): Peenemünde – Mythos und Geschichte der Rakete 1923–1989. Katalog des Museums Peenemünde. Nicolai-Verlag, Berlin 2004, ISBN 978-3894791278.
  • Volkhard Bode, Christian Thiel: Raketenspuren – Peenemünde 1936–2004. Eine historische Reportage. (Mit aktuellen Fotos von Christian Thiel). Ch.Links Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-86153-345-6.
  • Leo Schmidt, Uta K. Mense: Denkmallandschaft Peenemünde - Conservation Management Plan. Ch.Links Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3861537182.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Historisch-technisches Museum Peenemünde – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Impressum. Abgerufen am 1. November 2016.
  2. Allgemeine Pressemappe 2012 auf museum-peenemuende.de, abgerufen am 1. Mai 2017.
  3. Information der Landesregierung M-V über die Beteiligung an der HTM Peenemünde GmbH
  4. Die Denkmal-Landschaft

Koordinaten: 54° 8′ 16″ N, 13° 46′ 8″ O