Hitler-Eiche

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Die ehemalige Adolf-Hitler-Eiche im Rosarium Uetersen, sie wurde im Jahr 1934 zum 700. Stadtgeburtstag und der Eröffnung des neuen Rosariums gepflanzt.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden an vielen Orten Hitler-Eichen zur Ehrung von Adolf Hitler gepflanzt. Nach dem Ende des nationalsozialistischen Regimes wurden diese Bäume bald vergessen.

1883 wurden anlässlich des 400. Geburtstags von Martin Luther in vielen Orten Eichen als sogenannte Luthereichen gepflanzt. Vergleichbar sind sie mit den Bismarckeichen, die den Reichskanzler Otto von Bismarck ehren oder seiner gedenken sollten, und den Kaisereichen. Nach der Machtergreifung 1933 griffen die Nationalsozialisten zu dem gleichen Instrument. 1933 wurde der 450. Geburtstag Luthers gefeiert. Die Pflanzung weiterer Luthereichen wurde nun an manchen Orten mit der Pflanzung von Hitlereichen verbunden. Die Nationalsozialisten versuchten so, eine Verbindung ihrer Ideologie mit den christlichen Traditionen zu schaffen.[1]

Die Vielzahl von Hitlereichen korrespondierte mit einer großen Zahl von umbenannten Adolf-Hitler-Straßen und -Plätzen, und sie waren Teil des Personenkultes um Hitler.[2][3]

Neben Eichen wurden auch neu gepflanzte Linden nach Hitler benannt.[4] Die im badischen Forst am 1. Mai 1933 gepflanzte Hitler-Linde wurde in den folgenden Wochen zweimal abgebrochen; beim zweiten Mal fand sich ein Zettel mit den Zeilen

An diesem Platze
darf keine Linde wachsen,
und wenn sie Hitler selbst bewacht,
wird die Tat doch vollbracht.

Die Täter wurden nicht ermittelt. Die dritte Hitler-Linde in Forst wurde auf alliierte Anweisung nach Kriegsende ausgegraben und vernichtet.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Björn Küllmer: Die Inszenierung der Protestantischen Volksgemeinschaft: Lutherbilder im Lutherjahr 1933. 2012, ISBN 978-3-8325-3085-3, S. 109. (online)
  2. Marcel Atze: "Unser Hitler": Der Hitler-Mythos im Spiegel der deutschsprachigen Literatur nach 1945. Wallstein, Göttingen 2003, ISBN 3-8353-2051-3, S. 378. (online)
  3. Thomas Mergel: Führer, Volksgemeinschaft und Maschine. In: Wolfgang Hardtwig (Hrsg.): Politische Kulturgeschichte der Zwischenkriegszeit 1918–1939. (= Geschichte und Gesellschaft. Sonderheft. Band 21). 2005, ISBN 3-525-36421-0, S. 123. (online)
  4. Ian Kershaw: Der Hitler-Mythos: Volksmeinung und Propaganda im Dritten Reich. (= Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Band 41). Mit einer Einführung von Martin Broszat. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1986, ISBN 3-486-70339-0, S. 51. (online)
  5. Konrad Dussel: Forst 1161–2011. Geschichte und Gegenwart der speyerisch-badischen Gemeinde. Verlag Regionalkultur, Heidelberg 2011, ISBN 978-3-89735-673-3, S. 87.