Hohatzenheim

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Hohatzenheim
Wappen von Hohatzenheim
Hohatzenheim (Frankreich)
Hohatzenheim
Region Alsace-Champagne-Ardenne-Lorraine
Département Bas-Rhin
Arrondissement Saverne
Kanton Bouxwiller
Gemeindeverband Pays de la Zorn
Koordinaten 48° 43′ N, 7° 37′ OKoordinaten: 48° 43′ N, 7° 37′ O
Höhe 195–268 m
Fläche 2,00 km²
Einwohner 207 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 104 Einw./km²
Postleitzahl 67170
INSEE-Code
Website http://www.mairie-hohatzenheim.fr

Hohatzenheim ist eine Gemeinde und ein Wallfahrtsort mit 207 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Bas-Rhin in der Region Alsace-Champagne-Ardenne-Lorraine in Frankreich. Am 1. Januar 2015 wechselte die Gemeinde vom Arrondissement Strasbourg-Campagne zum Arrondissement Saverne.[1] Die Gemeinde ist Mitglied der Communauté de communes du Pays de la Zorn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 786 stammt die älteste erhaltene Nennung des Dorfes. Es wurde auch als „Azzenheim“ oder „Atzne“ erwähnt. Das Dorf Hohatzenheim lag ab dem Spätmittelalter im Amt Buchsweiler,[2][Anm. 1] das am Anfang des 14. Jahrhunderts als Amt der Herrschaft Lichtenberg entstand. Es war ein Lehen des Bischofs von Metz.[3] 1378 verkaufte Heinrich IV. von Lichtenberg das Dorf zur Hälfte an Ulrich von Finstingen.[4] Diese Hälfte wurde wohl später zurück gekauft, denn Hohatzenheim wird später immer als insgesamt zur Herrschaft Lichtenberg gehörend erwähnt.[5]

Anna von Lichtenberg (* 1442; † 1474), Tochter von Ludwig V. von Lichtenberg (* 1417; † 1474), und eine von zwei Erbtöchtern mit Ansprüchen auf die Herrschaft, heiratete 1458 den Grafen Philipp I. den Älteren von Hanau-Babenhausen (* 1417; † 1480). Der hatte eine kleine Sekundogenitur aus dem Bestand der Grafschaft Hanau erhalten, um sie heiraten zu können. Durch die Heirat entstand die Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Nach dem Tod des letzten Lichtenbergers, Jakob von Lichtenberg, eines Onkels von Anna, erhielt Philipp I. d. Ä. 1480 die Hälfte der Herrschaft Lichtenberg. Die andere Hälfte gelangte an seinen Schwager, Simon IV. Wecker von Zweibrücken-Bitsch. Das Amt Buchsweiler – und damit auch Hohatzenheim – gehörten zu dem Teil von Hanau-Lichtenberg, den die Nachkommen von Anna erbten.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg (1514–1590) führte nach seinem Regierungsantritt 1538 die Reformation in seiner Grafschaft konsequent durch, die nun lutherisch wurde.

Mit der Reunionspolitik Frankreichs unter König Ludwig XIV. kam das Amt Buchsweiler unter französische Oberhoheit. Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III. 1736, fiel das Hanau-Lichtenberg – und damit auch das Amt Buchsweiler – an den Sohn seiner einzigen Tochter, Charlotte, Landgraf Ludwig (IX.) von Hessen-Darmstadt. Mit dem durch die Französische Revolution begonnenen Umbruch wurde Hohatzenheim französisch.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1798[6] 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2012
156 164 163 180 188 231 212 207

Wallfahrtskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallfahrtskirche, geweiht den Aposteln Peter und Paul

In einer Landwirtschaftszone steht eine dreischiffige Wallfahrtskirche. 1888 wurde sie restauriert. 1916 – mitten im Ersten Weltkrieg – war sie dem Verfall nahe und musste erneuert werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts = Schriften der Erwin von Steinbach-Stiftung 10. 2. Aufl. Bad Neustadt an der Saale 1985 [Nachdruck des Werks von 1938]. ISBN 3-922923-31-3
  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hohatzenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hohatzenheim wird in einer sehr späten Quelle dem Amt Brumath zugeordnet (vgl. Knöpp, S. 4f), was Eyer, S. 238, übernommen hat. Tatsächlich gehörte es aber zum Amt Buchsweiler (Knöpp, S. 5).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.legifrance.gouv.fr/eli/decret/2014/12/29/2014-1722/jo/texte
  2. Knöpp, S. 5.
  3. Knöpp, S. 5; Eyer, S. 52f, 160.
  4. Eyer, S. 104.
  5. Knöpp, S. 5.
  6. Matt, S. 7.