Hohe Munde

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Hohe Munde
Hohe Munde vom Inntal bei Oberhofen

Hohe Munde vom Inntal bei Oberhofen

Höhe 2662 m ü. A.
Lage Tirol, Österreich
Gebirge Mieminger Kette
Dominanz 5,4 km → Hinterreintalschrofen
Schartenhöhe 603 m ↓ Niedere Munde
Koordinaten 47° 20′ 50″ N, 11° 4′ 18″ OKoordinaten: 47° 20′ 50″ N, 11° 4′ 18″ O
Hohe Munde (Tirol)
Hohe Munde
Gestein Wettersteinkalk[1]
Alter des Gesteins Trias
Erstbesteigung 1829 durch Andrä Sauter (touristisch)
Normalweg Von Leutasch-Moos über die Ostflanke (Bergwanderung)
Hohe Munde von Nordosten aus dem Leutaschtal

Hohe Munde von Nordosten aus dem Leutaschtal

Die Hohe Munde ist ein 2662 m hoher Berg am Ostende der Mieminger Kette in Tirol. Sie besteht aus dem 2.662 m hohen Westgipfel und dem 2592 m hohen Ostgipfel, auch Mundekopf genannt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hohe Munde erhebt sich nördlich des im Inntal gelegenen Orts Telfs. Östlich liegt das Seefelder Plateau mit dem Leutascher Ortsteil Moos. Im Norden wird sie durch das Gaistal vom Wettersteingebirge getrennt. Nach Westen hin setzt sich die Mieminger Kette nach dem Niedere Munde-Sattel (2059 m) mit dem 2469 m hohen Karkopf und der 2719 m hohen Hochwand fort.

Anstiege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Berg ist auf einer unschwierigen, aber gute Kondition erfordernden Bergtour von Moos aus über die Rauthhütte (1605 m) zu erreichen. Die Seilbahn von Leutasch-Moos zur Rauthhütte (Mundelift) ist nicht mehr in Betrieb. Nach dem Lawinenwinter 1999 wurden ab 2005 in den Osthängen des Mundekopfs als Schutz für den Telfer Ortsteils Sagl aufwändige Lawinenverbauungen errichtet. Die Fertigstellung erfolgte im August 2014.[2][3]

Für trittsichere und erfahrene Bergsteiger kann die Hohe Munde auch von Telfs aus - in Straßberg abzweigend zum Sattel der Niederen Munde - über den Westgrat (Stellen I (UIAA), teilweise versichert) erklommen werden.

Durch die Nord- und Südwände sowohl unter dem West- als auch dem Ostgipfel führen einige teilweise schwierige Kletterrouten.

Über die (bis rund 45 Grad) steile Ostflanke ist im Frühling auch eine Besteigung als Skitour möglich. Dazu sind allerdings sichere Firnverhältnisse und sehr frühes Aufbrechen erforderlich[4].

Touristische Erschließung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den ersten kurzen Bericht über eine Ersteigung der Hohen Munde veröffentlichte Andrä Sauter, Bruder von Anton Sauter und damals Förster in Zirl, 1829 im Kaiserlich Königlich privilegierten Bothen von und für Tirol und Vorarlberg. Er erstieg den Berg von Telfs über die Ostflanke, um botanische Untersuchungen durchzuführen.[5] Die erste bekannte Ersteigung der Hohen Munde über den Westgrat gelang Hermann von Barth am 31. August 1871 von Leutasch aus, wobei er die schwierigste Gratpassage über eine südseitige Felsschlucht umging. [6]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1990 wurde das Drama Munde von Felix Mitterer auf der Hohen Munde uraufgeführt. 2009 spielte die Tatort-Folge Baum der Erlösung teilweise im Gipfelbereich der Hohen Munde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Wutscher: Mieminger Kette. Ein Führer für Täler, Hütten und Berge (= Alpenvereinsführer. Ostalpen.). Verfasst nach den Richtlinien der UIAA. Bergverlag Rother, München 1989, ISBN 3-7633-1099-1, S. 93–104.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hohe Munde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geologische Karte von Bayern mit Erläuterungen (1:500.000). Bayerisches Geologisches Landesamt, 1998.
  2. Projekt Lawinenverbauung Hohe Munde fertig. tirol.orf.at, 13. August 2014, abgerufen am 23. August 2014.
  3. Die Lawinenverbauung „Hohe Munde“ in Telfs wurde eröffnet, Webseite des BMLFUW vom 21. August 2014, abgerufen am 6. November 2014.
  4. Axel Jentzsch-Rabl: Hohe Munde. bergsteigen.com, abgerufen am 5. August 2013.
  5. Andrä Sauter: Topographie. (Beschluß). In: Der Kaiserlich Königlich privilegirte Bothe von und für Tirol und Vorarlberg. Nr. 102, 21. Dezember 1829, S. 408.
  6. Ferdinand Kliger in Eduard Richter: Die Erschliessung der Ostalpen. Band 1: Die nördlichen Kalkalpen. Verlag des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, Berlin 1893, S. 184 f.