Holiday on Ice

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Holiday on Ice im Eisstadion "Hovet" in Stockholm am 4. April 1986.

Holiday on Ice ist eine Eisshow, die klassischen Eiskunstlauf mit modernen Showelementen verbindet. Sie tourt jedes Jahr mit bis zu sechs Shows rund um die Welt. Seit der Uraufführung 1943 im amerikanischen Toledo, Ohio ist Holiday on Ice mit über 327 Millionen Zuschauern die erfolgreichste Eisshow aller Zeiten.[1] Holiday on Ice wird von Stage Entertainment Touring Productions, einer hundertprozentigen Tochter von Stage Entertainment Germany, produziert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holiday on Ice entstand als kleine Hotelshow und wurde erstmals am 25. Dezember 1943 in Toledo, Ohio (USA) aufgeführt. Die Show gastierte dort eine Woche lang in den Weihnachtsferien (der sog. „Holiday Season“), was Holiday on Ice seinen Namen gab. Nachdem transportable Kältesysteme entwickelt wurden, waren mobile Eisshows ab Mitte der 1940er-Jahre möglich.

1945 erwarb Morris Chalfen die Mehrheit am Unternehmen Holiday on Ice. In kürzester Zeit etablierte sich die Show in den USA, wenig später wurde Holiday on Ice auch in Mittel- und Südamerika auf die Bühne gebracht. Ab 1950 gastierte die Show in zahlreichen europäischen Ländern, unter anderem in Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien.

1959 wurde Holiday on Ice als erstes westliches Projekt in der damaligen Sowjetunion aufgeführt. In den folgenden Jahren war die Show in weiteren osteuropäischen Ländern zu sehen.

Skee Goodhart kam 1951 als Eisläufer zu Holiday on Ice, wechselt aber schon bald ins Management. 1983 löst er Morris Chalfen als Geschäftsführer Holiday on Ice International ab und blieb bis zu seinem Tod im Jahre 1994 in dieser Position.

1996 erwarb Europas größter unabhängiger Fernsehproduzent, die niederländische Endemol, Holiday on Ice. Als der niederländische Musical-, Theater- und Filmproduzent Joop van den Ende 1999 die Stage Holding Company gründete, seit August 2005 Stage Entertainment Germany, wurden in das neue Unternehmen alle ehemaligen Live-Entertainment-Produktionen von Endemol integriert – so auch Holiday on Ice.

Mehr als 320 Millionen Menschen haben seit 1943 die Shows gesehen. Aus diesem Grund wurde Holiday on Ice als meistbesuchte Eisshow der Welt in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen.[2]

2013 feierte Holiday on Ice mit der Show „Platinum“ sein 70-jähriges Jubiläum.

Die Show[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holiday on Ice hat sich seit seiner Entstehung von einer klassischen Eisrevue zu einer modernen Show entwickelt, die klassischen Eiskunstlauf mit Elementen aus Theater, Tanz, Oper, Pop, Magie, Musical und Akrobatik kombiniert. Jede Show steht dabei seit 1988 unter einem bestimmten Motto und erhält einen dazu passenden Namen. Die Namen vorangegangener Shows waren hingegen nur interne "Arbeitsnamen", die nicht in der Werbung kommuniziert wurden. Die jeweils von der Choreografie bis hin zur musikalischen Gestaltung völlig neu inszenierten Shows bestehen aus zwei Akten. Darin werden bis zu 300 individuell designte Kostüme von einem Cast mit bis zu 40 Läufern gezeigt. So entstehen immer wieder vollkommen neue Showkonzepte. Dabei werden in Paarlauf, Einzellauf und Synchroneiskunstlauf die unterschiedlichsten Figuren präsentiert. In der Show „Magic & Illusions“ (1992) wurde erstmals ein Motorrad-Stunt auf das Eis gebracht.

Regelmäßig waren international berühmte Eiskunstläufer Teil des Showcasts von Holiday on Ice. Bekannte Stars der Show waren unter anderen Marika Kilius & Hansjürgen Bäumler, Toller Cranston, Robin Cousins, Denise Biellmann, Claudia Leistner, Marina Kielmann, Rudi Cerne, Ondrej Nepela, Norbert Schramm, Tanja Szewczenko und Katarina Witt.

Neben Eiskunstläufern können immer wieder bekannte Persönlichkeiten für Holiday on Ice gewonnen werden. So spielte beispielsweise Phil Collins 2010 für die Show „Festival“ seine erfolgreichsten Songs neu ein. Für die Produktion „Speed“ komponierte Sarah Connor zwei Songs. Neben Rudolph Moshammer, der 2003 ein eisblaues Diamantenkleid für Holiday on Ice entworfen hat, kreierte Designer Harald Glööckler 2013 zum 70. Geburtstag der Eisshow sechs Kostüme.

Von früher fünf nebeneinander bestehenden Revuedivisionen, die durch Farben bezeichnet wurden und die gesamte Welt mit Ausnahme der USA bereisten, existieren heute nur noch zwei, deren Tourneen in Deutschland und Frankreich stattfinden. In der Wintersaison tourt Holiday on Ice mit diesen zwei Shows parallel durch zahlreiche Städte und zählt dabei etwa eine halbe Million Besucher.

Weltrekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holiday on Ice hat fünf von Guinness World Records anerkannte Rekorde zu verzeichnen:[3]

  • 1988 – „Die populärste Live-Show aller Zeiten“ mit 250 Millionen Besuchern
  • 1994 – „Die längste Kickline der Welt“
  • 2003 – „Die beliebteste Live-Entertainment-Produktion der Welt“ mit 300 Millionen Zuschauern
  • 2008 – „Das längste rotierende und menschliche Rad auf Eis“ mit 65 Eiskunstläufern
  • 2008 – „Die meistbesuchte Eisshow der Welt“ mit über 320 Millionen Zuschauern

Produktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1943 Der Anfang
  • 1951 Holiday on Ice in Deutschland
  • 1952 Feiertag auf dem Eis
  • 1953 Holiday on Ice in Japan
  • 1954 Wondergarden
  • 1955 Sagen wir es mit Musik
  • 1956 Alice im Wunderland
  • 1957 Bolero
  • 1958 Nussknacker
  • 1959 Aladdin
  • 1960 Der Zauberer von Oz
  • 1961 Circus
  • 1962 Indian/Jazz
  • 1963 Opera
  • 1964 Hong Kong
  • 1965 Gypsy/Dolly
  • 1966 Marco Polo
  • 1967 Aladin/Space
  • 1968 King Arthur
  • 1969 Showboat
  • 1970 Fairy Tales
  • 1971 Asterix/Bolero
  • 1972 Rock/Chevalier
  • 1973 Spartacus/Cabaret
  • 1974 Chicago/Gershwin
  • 1975 Bicentennial
  • 1976 Snoopy/Hollywood
  • 1977 Pink Panther/Dickens
  • 1978 Alice/Flamenco
  • 1979 La Traviata/Hollywood
  • 1980 24 Hours/Cinderella
  • 1981 Oriental/Western
  • 1982 Bolero/Shangri La
  • 1983 Paris/Swanlake
  • 1984 Counterpoint/Sleeping Beauty
  • 1985 Disco/Scottish
  • 1986 Mexican/Russian
  • 1987 Italian/Chinese (Snoopy)
  • 1988 Reise um die Erde in 80 Tagen
  • 1989 Die phantastische Zeitreise
  • 1990 Banjos & Balalaikas
  • 1991 Carmen & Robin Hood
  • 1992 Magic & Illusions
  • 1993 Spanish/Aladdin
  • 1994 Jubilee
  • 1995 Broadway/Gypsy
  • 1996 Evolution
  • 1997 Extravaganza
  • 1998 Xotika - Journey to the heart
  • 1999 Colours of Dance
  • 2000 In Concert
  • 2001 Celebration
  • 2002 Hollywood
  • 2003 Diamonds
  • 2004 Fantasy
  • 2005 Romanza
  • 2006 Mystery
  • 2007 Elements/Spirit
  • 2008 Energia
  • 2009 Tropicana
  • 2010 Festival
  • 2011 Speed
  • 2013 Platinum
  • 2014 Passion
  • 2015 Believe
  • 2016 Neue Show

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1948, als die Show auf Tournee gehen sollte, wurde hierfür, bei einem in Toledo ansässigen Hersteller von Bühnenscheinwerfern, ein neuartiger, lichtstarker und leicht zu transportierender Verfolgerscheinwerfer in Auftrag gegeben, der die bisherigen starken, aber sperrigen Scheinwerfer und die für ihren Betrieb notwendigen schweren Stromgeneratoren ersetzen sollte. Dieser mit normaler Netzspannung betreibbare Verfolger wurde später in Bühnenfachkreisen und bei Künstlern unter dem Namen Super Trouper sehr beliebt. Zusätzliche Bekanntheit erlangte der Super Trouper zu Beginn der 1980er Jahre durch ein erfolgreiches Lied der schwedischen Popgruppe Abba.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Holiday on Ice – Sternstunden. Bildband mit 1 DVD und 2 Audio-CDs, veröffentlicht aus Anlass des 65-jährigen Jubiläums. Hamburg 2009, ISBN 978-3940004-77-2[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Holiday on Ice – Über 70 Jahre spektakuläres Eis-Entertainment, abgerufen am 24. Juli 2014
  2. Die Weltrekorde von Holiday on Ice In: Hamburger Abendblatt, 7. Oktober 2011.
  3. Die Weltrekorde von Holiday on Ice In: Hamburger Abendblatt, 7. Oktober 2011.
  4. Vorwort des Bildbands