Homosexualität in Serbien

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Geografische Lage von Serbien

Homosexualität wurde in Serbien in der Vergangenheit kaum in der Öffentlichkeit thematisiert.

Legalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Homosexualität ist in Serbien seit 1994 legal. Das Schutzalter ist seit 2006 einheitlich auf 14 Jahre angeglichen.

Antidiskriminierungsgesetze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2009 ist die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung gesetzlich verboten.[1][2] Homosexuelle Menschen können im Militär dienen.

Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Serbien ist weder eine gleichgeschlechtliche Ehe noch eine Eingetragene Partnerschaft gesetzlich zugelassen. Eine gesetzliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare staatlicherseits steht bisher aus.

Gesellschaftliche Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausschreitungen gegen die Gay Pride in Belgrad (2010)

Eine homosexuelle Community findet sich vorrangig in der Hauptstadt Belgrad. Dort findet seit 2005 jährlich ein CSD statt.[3] 2011, 2012 und 2013 wurde er jedoch wegen angeblicher Sicherheitsbedenken verboten.[4] Jelko Kacin, Berichterstatter des Europäischen Parlaments, kritisierte diese Versammlungsverbote.[5] Rechtsextremisten und Hooligans hatten den Teilnehmern Gewalt angedroht. Außerdem wurde die Veranstaltung von der Serbisch-Orthodoxen Kirche kritisiert. Seitens der Europäischen Union wurde das Land aufgefordert die Demonstration zuzulassen. Die „Pride Parade“ im Jahr 2014 wurde erst wenige Stunden vor ihrem Beginn genehmigt und fand unter Schutz tausender Polizisten und Wasserwerfern statt. Es beteiligten sich etwa tausend Demonstranten an dem einige hundert Meter langen Umzug, darunter einige serbische Minister und der deutsche Botschafter Heinz Wilhelm. Der Bruder des serbischen Ministerpräsidenten Aleksandar Vučić, wurde auf der Parade von Spezialeinheiten wegen Verweigerung der Identitätsfeststellung festgenommen. Als er und seine Leibwächter sich gewaltsam gewehrt haben, wurde er verprügelt und anschließend ins Krankenhaus eingeliefert.[6]

2013 bekannte sich Serbiens einzige Siegerin des Eurovision Song Contest, Marija Serifovic, öffentlich zu ihrer Homosexualität.

2014 wurde ein deutscher Aktivist auf einer Konferenz für LGBT-Rechte zusammengeschlagen und lebensgefährlich verletzt.[7]

Kosovo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Situation Homosexueller im Kosovo, das bis 2008 ein Teil Serbiens war, wird im Artikel Homosexualität im Kosovo behandelt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Queer.de: Serbien beschließt Antidiskriminierungsgesetz, 27. März 2009
  2. ILGA Europe: The Serbian Anti-discrimination law is adopted, 26. März 2009
  3. Queer.de: Belgrad Pride auf Info-Tour, 3. Dezember 2003
  4. Deutsche Welle:CSD in Belgrad verboten
  5. queer.de:Belgrader CSD erneut verboten
  6. Homosexuellen-Umzug unter Polizeischutz Belgrad erlaubt "Pride-Parade", Tagesschau vom 28. September 2014
  7. Tagesschau.de:Deutscher bei Angriff schwer verletzt