Homosexualität in Rumänien

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Geografische Lage von Rumänien

Rumänien ist hinsichtlich des Themas Homosexualität ein eher gesellschaftlich konservatives osteuropäisches Land. Dennoch wird Homosexualität in einigen Großstädten zunehmend akzeptiert.

Legalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Homosexualität wurde 1996 im Privatbereich legalisiert. Erst 2001 wurde durch eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte Artikel 200 des rumänischen Strafgesetzbuches aufgehoben, der öffentliche Erscheinungsformen von Homosexualität bestrafte. Homosexualität ist im Schutzalter der Heterosexualität gleichgestellt und das Schutzalter wurde 2002 auf 15 Jahre angeglichen.[1]

Antidiskriminierungsgesetze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2000 besteht auf gesetzlicher Ebene ein Antidiskriminierungsgesetz, das eine Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung in den Bereichen Beschäftigung, Bildung, Eigentum, Gesundheitswesen sowie bezüglich des Zugangs zu Waren und Dienstleistungen verbietet.[2] Das Gesetz erging als Umsetzung der Antidiskriminierungsvorschriften der Europäischen Union. Homosexuelle Menschen können in der Armee dienen.[3]

Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rumänien ist weder eine gleichgeschlechtliche Ehe noch eine eingetragene Partnerschaft gesetzlich zugelassen. Eine gesetzliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare staatlicherseits steht bisher aus. Im März 2014 scheiterte ein Gesetzentwurf zur Einführung einer eingetragenen Partnerschaft in Rumänien.[4] Die orthodoxe Kirche Rumäniens sammelte vom Januar 2016-Juni 2016 etwa 3 Millionen Stimmen um ein Referendum herbeizuführen womit die gleichgeschlechtliche Ehe in der Verfassung verboten werden soll.[5]

Gesellschaftliche Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teilnehmer beim GayFest Bukarest 2006

Rumänien gehört zu den Staaten in Osteuropa, in denen Homosexualität zunehmend in den Medien thematisiert wird. Eine LGBT-Community findet sich vorrangig in der Hauptstadt Bukarest, wo erst seit 2005 ein CSD stattfinden konnte.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ILGA: World Legal Wrap Up Survey July 2006 (Memento vom 2. November 2006 im Internet Archive)
  2. ILGA Europe: Accessing Health: the Context and the Challenges for LGBT People in Central and Eastern Europe, 2006
  3. EVZ: Dilema Armatei romane: cu sau fara homosexuali
  4. Towlerroad: Romanian parliament committee blocks civil union bill
  5. http://mobil.queer.de/mobil_detail.php?article_id=26282