Honda RA272

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Honda RA272

Honda RA272

Konstrukteur: JapanJapan Honda Racing F1
Designer: Tadashi Kume
Vorgänger: Honda RA271
Nachfolger: Honda RA273
Technische Spezifikationen
Chassis: Aluminium
Federung vorn: Doppelquerlenker, Schraubenfedern
Federung hinten: Längslenker, Schraubenfedern
Radstand: 2289 mm
Gewicht: 485 kg
Reifen: Goodyear
Benzin: BP
Statistik
Fahrer: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Ronnie Bucknum
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Richie Ginther
Erster Start: Großer Preis von Monaco 1965
Letzter Start: Großer Preis von Mexiko 1965
Starts Siege Poles SR
8 1
WM-Punkte: 13
Podestplätze: 1
Führungsrunden: 67 über 333,386 km
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Vorlage:Infobox Formel-1-Rennwagen/Wartung/Federung Vorne
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Der Honda RA272 war ein Formel-1-Wagen des japanischen Herstellers Honda, der 1965 eingesetzt wurde. Er war Nachfolger des Honda RA271, des ersten japanischen Autos in der Formel 1. Er war das erste japanische Auto, das einen Grand Prix gewann.

Motor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1965 war das letzte Jahr der 1,5-l-Motoren, und Honda hatte einen Zwölfzylindermotor entwickelt, der mit 233 PS bei 11.000/min mehr Leistung abgab als ein V12-Ferrari-Motor. Er gilt als das stärkste Triebwerk der 1,5-Liter-Ära.

Alle anderen Rennställe (außer Honda und Ferrari) verwendeten Achtzylinder-Motoren. Als Besonderheit gilt auch, dass der Honda-Motor quer vor der Hinterachse eingebaut war. Er bildete mit dem Getriebe eine Einheit mit gemeinsamem Ölsumpf und einem Gesamtgewicht von 215 kg.

Entwickelt wurde der Motor aus einem 125-cm³-Motorradmotor. Zwei Zylinder in V-Form (Hubraum also 250 cm³, werksintern K005 genannt) gaben eine Leistung von 36 PS ab, so dass bei einem Zwölfzylinder 225 PS erwartet wurden. Zudem hatte ein Zwölfzylinder (gegenüber einem Achtzylinder) geringere bewegte Massen und konnte höhere Drehzahlen erreichen.

Der Motor gab gut Leistung ab bis 13.000/min; der rote Bereich des Drehzahlmessers begann bei 14.000/min. Ronnie Bucknum berichtet, dass er einmal versehentlich bis 16.000/min gedreht habe; der Motor habe es überstanden.

Der Motor bestand aus zwei Einheiten mit jeweils eigenen Zylinderköpfen. Der Kraftabtrieb mit einem Stirnrad lag in der Mitte der Kurbelwelle, zusammen mit dem Nockenwellenantrieb. Es gab je Zylinderkopf zwei Nockenwellen und vier Ventile pro Zylinder. Die Gemischaufbereitung erfolgte beim RA271 mit sechs zweiflutigen Keihin-Fallstromvergasern. Bei der Entwicklung zum RA272 wurde auf eine Einspritzung umgerüstet. Pro Takt waren 1 bis 8 Kubikmillimeter pro Zylinder notwendig. Zur Veranschaulichung: 8 Kubikmillimeter entspricht ungefähr der Größe eines Streichholzkopfes.

Bei der Kurbelwellen-Lagerung kamen verschiedene Durchmesser zum Einsatz: 40 mm neben dem Antriebsrad, 36 bzw. 33 und 30 mm nach außen fortschreitend. Ebenso maßen die inneren Pleuellager 32 mm, die äußeren 27 mm. Der RA271-Motor hatte ein Lager zur Führung des Abtrieb-Stirnrades, auf das man beim RA272 verzichtete.

Alle Lager der Kurbelwelle, der Pleuel und der Nockenwellen waren als Rollen- oder Nadellager ausgeführt.

Chassis und Fahrwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vorderen 3/4 des Rahmens waren als Aluminium-Monocoque ausgeführt, 1965 eine noch ziemlich neue Technik. Das hintere Viertel trug den Motor und die hintere Radaufhängung mit einem konventionellen Gitterrohr-Rahmen.

Die Vorderradaufhängung bestand aus Doppelquerlenkern; die Hinterräder wurden an Längslenkern geführt. 1965 war Goodyear der Reifenlieferant. Die 13-Zoll-Felgen wurden mit zentralen Schlagflügelmuttern befestigt.[1]

Fahrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gefahren wurde der Wagen von Ronnie Bucknum und Richie Ginther.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Richie Ginther erzielte je einen 6. Platz in Spa und Zandvoort, einen 14. Platz in Monza, einen 7. Platz in Watkins Glen und den 1. Platz in Mexiko.

Ronnie Bucknum wurde 13. in Watkins Glen und 5. in Mexiko. Die Erfolge wurden allgemein der enormen Beschleunigung zugerechnet, die durch die Motorleistung bedingt war. Das Fahrwerk galt als nicht so gut.

Vorgänger und Nachfolger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorgänger Honda RA271 war das erste japanische Auto in der Formel 1. Er wog 25 kg mehr als der 272 und fuhr auf Dunlop-Reifen. Nachfolger war der Honda RA273, dessen Motor der neuen Hubraumformel von 3000 cm³ entsprach und längs eingebaut war.

Vom 272er Modell wurden drei Einheiten gebaut, von denen eine bei Testfahrten in Suzuka zerstört wurde.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geräusch eines warmlaufenden RA272

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. für fast den ganzen Artikel: Karl Ludvigsen "Honda RA272-V12" in: Automobilsport-magazin #02 2014
  2. https://books.google.de/books?id=pf-bn_ihlhYC&pg=PA253&lpg=PA253&dq=Honda+RA272+motor&source=bl&ots=21VtdNtrXC&sig=MF6vlsXLbEWpgZVCyFMvt64VVS0&hl=de&sa=X&ved=0CFgQ6AEwCWoVChMI3sb3lanjxwIVQ7QUCh22jwtR#v=onepage&q=Honda%20RA272%20motor&f=false