Hotel F1

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Logo der Hotelkette

Hotel F1 (Eigenschreibweise hotelF1) ist eine Low-Cost-Hotelkette des französischen Konzerns AccorHotels.[1] Sie wurde 1984 ins Leben gerufen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1980er Jahren etablierten sich rentable Budget-Hotels in Frankreich.[3] Daher gründete AccorHotels (damals noch unter der Firma SIEH) im Jahr 1984 die Hotelkette Formule 1.[4][5] Das Unternehmen war mit Ibis, Mercure und Novotel bereits Marktführer in Europa.[6] Das erste Haus eröffnete Formule 1 in Évry bei Paris, 1985 folgte ein zweites an der Autoroute A6 bei La Salle im Arrondissement Mâcon.[3] Formule 1 verzichtete von Beginn an auf unnötige Zusatzleistungen, wodurch der Übernachtungspreis auf ein Minimum gesenkt werden konnte.[7] Darüber hinaus begann man beispielsweise schon Ende der 1980er Jahre, Automaten für den Check-in aufzustellen und so zusätzliche Kosten zu sparen.[8][9]

Die Zeit beschrieb das Konzept von Formule 1 als „schlicht aber billig“,[10] die WirtschaftsWoche erkannte in der „Formule-1-Formel“ eine Innovation im Markt.[11] Bis in die 1990er Jahre kam Formule 1 bereits auf 240 Hotels.[12] Der Erfolg in Frankreich veranlasste AccorHotels, mit der Hotelkette in Deutschland zu experimentieren.[13] Das mit drei Standorten gestartete Pilotprojekt erreichte eine überdurchschnittliche Auslastung,[12] woraufhin die Formule 1 bundesweit eingeführt wurde.[14] In den nächsten Jahren sollten von 1000 neuen Hotels in Europa rund 100 in Deutschland entstehen.[14] 1995 startete Formule 1 mit einem Hotel in Magdeburg eine größere Offensive auf dem deutschen Markt.[15]

Die Hotelkette spielte eine entscheidende Rolle beim Umbau von AccorHotels in den 1990er Jahren.[16][17] Auf internationaler Ebene wurde Formule 1 mit den Etap- und Ibis-Hotels in der Tochtergesellschaft Sphere International zusammengefasst.[18] 2008 gaben die Betreiber eine umfassende Modernisierung der Hotelkette bekannt, die auch die Einführung von Hotel F1 als neue Marke umfasste.[5] Investitionen in Technik und Ausstattung der Häuser wurden mit dem Verkauf von rund 100 Budget-Hotels finanziert.[5] Ein Jahr später veräußerte AccorHotels weitere Hotels von Hotel F1 und mietete sie zurück,[19] um die Verschuldung zu reduzieren.[20][21] Dies wiederholte sich im Jahr 2017.[22]

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den letzten Jahren wurde die internationale Präsenz von Hotel F1 schrittweise zurückgebaut. Viele Hotels der Kette kamen unter das Dach anderer Marken von AccorHotels. Heute ist Hotel F1 nur noch in Frankreich anzutreffen. Dort betreibt die Kette derzeit 219 Häuser mit rund 16.000 Zimmern, in denen 2016 sieben Millionen Gäste übernachteten.[1] Zu den Standorten zählen sowohl touristische als auch städtische Destinationen. Hotel F1 ist unter anderem in allen zehn größten Städten Frankreichs vertreten.[23]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hôtel Formule 1 – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Hotel F1. AccorHotels, abgerufen am 20. November 2017 (englisch).
  2. Eklo, nouveau low-cost hôtelier dans l`Hexagone. In: 24 Heures. 24. März 2014, S. 9 (französisch).
  3. a b Franzosen entdeckten Marktlücke rentabler Billighotels. In: Handelsblatt. 23. Januar 1987, S. 6.
  4. Accor. In: Directory of the World's Largest Service Companies. Moody’s Investors Service, New York City 1990 (englisch).
  5. a b c Ralf Klingsieck: Aus Formule 1 wird F1. In: Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung. 2. August 2008, S. 2.
  6. Petra Porzelt: Standortplanung von Hotelunternehmungen. Diplomica Verlag, Hamburg 1999, ISBN 978-3-8386-1748-0, S. 52.
  7. Harry Weiland: Billige Betten. In: Die Zeit. 15. November 1996 (zeit.de [abgerufen am 20. November 2017]).
  8. Hotels von morgen: Computer übernehmen die Arbeit. Sesam-öffne-dich für den Gast: die Kreditkarte. In: WirtschaftsWoche. 2. Dezember 1988, S. 7.
  9. Susanne Balthasar: Um Mitternacht allein im Automatenhotel. In: Der Tagesspiegel. 6. Januar 2002, S. 15.
  10. Kerstin Schweizer: Die Schlafwabe. In: Die Zeit. 5. März 1998 (zeit.de [abgerufen am 20. November 2017]).
  11. Rüdiger Kiani-Kress: Hotelbetriebe: Formule-1-Formel. In: WirtschaftsWoche. 13. April 1995, S. 84.
  12. a b Accor: Gesellschaft will 1993 aus Talsohle heraus – Expansion in Deutschland. Bis zu 15 neue Billig-Hotels Formule 1. In: Handelsblatt. 11. Dezember 1992, S. 26.
  13. Andre Kau: Nächte für Monteure. In: Horizont. 24. April 1992, S. 87.
  14. a b Rainer Schauer: Hotellerie Sterne sterben. Luxushäusern laufen die Gäste weg. Jetzt setzen die Hoteliers auf einfachere Quartiere. In: WirtschaftsWoche. 9. Oktober 1992, S. 98.
  15. Offensive bei Formule 1. In: Immobilien Zeitung. 26. Januar 1995, S. 10.
  16. Accor startet Formule 1. Billig-Hotels bald auch in Deutschland. In: Frankfurter Rundschau. 8. November 1996, S. 12.
  17. Hans-Jürgen Klesse: „Marken sind das neue Kapital“. In: WirtschaftsWoche. 21. Mai 2012, S. 56.
  18. Accor startet mit Billig-Hotels. Formule-1-Häuser stellen Neuland in deutscher Hotellerie dar. In: Horizont. 15. November 1996, S. 29.
  19. Accor trennt sich von Formule-1-Immobilien. In: Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung. 22. September 2009, abgerufen am 20. November 2017.
  20. Hotelkonzern Accor verkauft 158 Billighäuser. Europas Branchenführer will Schulden abbauen. In: Börsen-Zeitung. 23. September 2009, S. 12.
  21. Accor verkauft Billig-Hotels. In: Handelsblatt. 23. September 2009, S. 11.
  22. AccorHotels announces a relaunch plan for the Hotel F1 brand. In: Hospitality Net. 9. März 2017, abgerufen am 20. November 2017 (englisch).
  23. Réseau. In: Hotel F1. Abgerufen am 20. November 2017.