Évry

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Évry
Wappen von Évry
Évry (Frankreich)
Évry
Region Île-de-France
Département Essonne (Präfektur)
Arrondissement Évry
Kanton Évry (Hauptort)
Gemeindeverband Grand Paris Sud Seine-Essonne-Sénart
Koordinaten 48° 38′ N, 2° 27′ OKoordinaten: 48° 38′ N, 2° 27′ O
Höhe 32–95 m
Fläche 8,58 km2
Einwohner 53.871 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 6.279 Einw./km2
Postleitzahl 91000
INSEE-Code
Website Évry

Évry – Wohnblock

Évry ist eine französische Stadt und eine Gemeinde (commune) südlich von Paris mit 53.871 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Essonne. Sie ist eine der fünf sogenannten Ville nouvelles um Paris und Sitz des römisch-katholischen Bistums Évry-Corbeil-Essonness. Seit 1965 lautet ihr offizieller Name Évry Ville nouvelle.

Lage und Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Évry liegt im Tal der Seine ca. 30 km (Fahrtstrecke) südlich von Paris in einer Höhe von ca. 70 m.[1] Das Klima ist gemäßigt; Regen (ca. 640 mm/Jahr) fällt übers Jahr verteilt.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2015
Einwohner 892 883 1.269 1.879 49.437 53.871

Der enorme Bevölkerungszuwachs seit den 1970er Jahren ist hauptsächlich auf die relative Nähe zum Großraum Paris zurückzuführen, der mit dem Auto oder dem Zug in nur 30 min zu erreichen ist.[3]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein war Évry ein landwirtschaftlicher orientierter Ort, dessen Bewohner sich von den Erträgen ihrer Felder und Gärten selbst ernährten. Nach dem Bau der Eisenbahn wurde auch für den Pariser Markt produziert (hauptsächlich Weizen und Zuckerrüben). Inzwischen spielen mittelständische Industriebetriebe die größte Rolle im Wirtschaftsleben der Stadt, in der sich auch der Sitz des Forschungsinstituts für Informatik und Raumfahrt, Luftfahrt und elektrotechnische Industrie befindet; außerdem hat sich hier die Europäische Raketenstartgesellschaft Arianespace niedergelassen.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Nme der Stadt wird auf Eburos, einen Anführer des gallischen Stammes der Eburiacos zurückgeführt. Nach der römischen Eroberung hieß der Ort zunächst Aperacum, ehe sich der Ortsname um 50 v. Chr. zu Apriacum und danach zu Avriacum veränderte. Um 1196 hieß das heutige Évry Aivriacum. Im Jahr 1326 findet sich in den Urkunden die Namensform Aisvry, später hieß der Ort wiederum Esvry. Im Jahr 1376 wurde der Ort zur Unterscheidung von anderen Orten gleichen Namens Évry-sur-Seine genannt. Unter dem Einfluss von Paul Decauville, einem Großgrundbesitzer in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wurde der Ort im Jahr 1881 in Évry-Petit Bourg umbenannt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde befanden sich mehrere Schlösser, die jedoch allesamt zerstört sind. Das bekannteste war das im 17. Jahrhundert erbaute Château de Petit-Bourg, welches im Jahr 1795 von Madame de Montespan, der Mätresse Ludwigs XIV. erworben und umgebaut wurde. Nach ihrem Tod (1707) wechselte es mehrfach den Besitzer und wurde nach 1756 komplett erneuert. Es überstand die Revolutionsjahre, wurde aber im Jahr 1944 bei ihrem Rückzug von den Deutschen gesprengt und in den 1950er Jahren komplett abgerissen. An seiner Stelle entstand ein neuer Wohnblock.
  • Die neue Architektur der Stadt war von Beginn an umstritten. Inzwischen sind jedoch einige interssantere Bauvorhaben umgesetzt worden. Dazu gehören auch ein buddhistischer Tempel, ein Dominikanerkloster und eine Kathedrale.
  • Die Kathedrale der Auferstehung (französisch: Cathédrale de la Résurrection Evry) war die erste Kathedrale, die seit mehr als 100 Jahren in Frankreich errichtet wurde. Sie wurde in den Jahren 1991 bis 1995 vom Schweizer Architekten Mario Botta erbaut. Dieser setzte dabei ganz auf die Wirkung des Ziegels als Gestaltungselement und schuf zwei Mauerringe aus schlichtem Ziegel-Sichtmauerwerk.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Évry befindet sich die Hochschule für Kulturmanagement (Administration de la Musique et du Spectacle Vivant) an der Université d'Évry – Val d'Essonne (DESS). Die Hochschule unterhält eine Partnerschaft mit der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und bietet dadurch die Möglichkeit, einen zweifachen Master-Titel zu erwerben.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Évry hat eine Partnerschaft mit dem palästinensischen Flüchtlingslager Chan Junis im Gazastreifen. Darüber hinaus unterhält es Städtepartnerschaften (Jumelages) mit folgenden Orten:[5]

Weitere Partnerschaften bestehen im Rahmen der Communauté d’Agglomération Grand Paris Sud mit Kayes und Bamako in Mali sowie mit den Hauptstädten Dakar in Senegal und Nouakchott in Mauretanien.

Töchter und Söhne der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Patrimoine des Communes de l’Essonne. Flohic Éditions, Paris 2001, 2 Bände, ISBN 2-84234-126-0, S. 378–390.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Évry (Essonne) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Évry – Karte mit Höhenangaben
  2. Évry – Klimatabellen
  3. Évry – Bevölkerungsentwicklung seit 1982
  4. Évry – Geschichte und Architektur
  5. Évry – Coopération et jumelage