hr-info

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hr-iNFO
Hr-iNFO-Logo 2015.svg
Allgemeine Informationen
Empfang analog terrestrisch, Kabel, Satellit, DAB & Webradio
Sendegebiet HessenHessen Hessen
Sendeanstalt Hessischer Rundfunk
Programmchef Katja Marx
Intendant Manfred Krupp
Sendestart 30. August 2004
Rechtsform öffentlich-rechtlich
Programmtyp Nachrichtensender
Homepage www.hr-inforadio.de
Liste der Hörfunksender

hr-iNFO ist das Informationshörfunkprogramm des Hessischen Rundfunks. Er sendet unter dem Slogan „Wer's hört, hat mehr zu sagen.“ (früher: „hr iNFO - Radio im Klartext“ bzw. „Das Wichtige wissen“).

Das Programm lehnt sich an andere Informationshörfunkprogramme der ARD, wie das Inforadio vom RBB oder MDR Aktuell an; im Vergleich zu Nachrichtenradios wie B5 aktuell wird hier deutlich mehr Wert auf Hintergrund mit vielen Interviews im Programm gelegt. Bezogen auf das hr-Sendegebiet hat hr-iNFO seit 2017 die größte Tagesreichweite aller Informationshörfunkprogramme der ARD (Montag bis Sonntag, jeweils 5.00 bis 24.00 Uhr, Hörer ab 14 Jahren).[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hervorgegangen ist das Programm aus dem Wirtschaftsradio hr-skyline. Nach dem Umzug des Senders aus den Studios im Frankfurter Main Tower in das Funkhaus am Dornbusch begann 2004 der Ausbau zum „vollwertigen“ Inforadio. Der neue Sender ging dann am 30. August 2004 unter dem neuen Namen hr-iNFO an den Start.

Seit dem 10. Juli 2009 präsentiert sich der Sender akustisch und programmatisch neu. So gibt es u. a. keine Wirtschaftsnachrichten und keinen eigenen Sportblock mehr, stattdessen gibt es montags bis freitags zwischen 6 und 20 Uhr alle 20 Minuten (jeweils zur vollen Stunde, um zwanzig Minuten nach und um zwanzig vor der vollen Stunde) Nachrichten, die auch aktuelle Themen aus dem Bereich Wirtschaft und Sport beinhalten.

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

hr-iNFO Studio

Grundidee ist es, ein reines Wortprogramm ohne Musik zu produzieren. Statt Sendungen gab es deshalb bei hr-iNFO von Anfang an eine sogenannte „Stundenuhr“, ein Schema für die Aufteilung der Stunde also, das dafür sorgt, dass Themen innerhalb einer Sendestunde auffindbar sind. An festen Programmplätzen wird auch Werbung gesendet.

Stundenuhr für das aktuelle Programm

Montags bis freitags zwischen 6 und 20 Uhr:

  • xx:00h Nachrichten, Wetter, Verkehr
  • hr-iNFO Studio
    hr-iNFO Redaktion
    xx:05h Aktuelle Berichte/Interviews
  • xx:15h Börsen-News (6–10 Uhr und 17–20 Uhr)
  • xx:20h Nachrichten, Wetter, Verkehr
  • xx:25h Aktuelle Berichte/Interviews
  • xx:40h Nachrichten, Wetter, Verkehr
  • xx:45h Aktuelle Berichte/Interviews
  • Der Sender wendet tagsüber das 20-Minuten-Schema (früher: ein Halbstundenschema) an, weil davon ausgegangen wird, dass nach etwa 30 Minuten die Hörerschaft komplett gewechselt hat – vor allem am Morgen, in der für Radiomacher wichtigsten Zeit. Der Umkehrschluss für das Informationsradio lautet, dass die Hörer alles Wichtige in 20 bis 30 Minuten erfahren sollen. Das führt zwangsläufig dazu, dass hr-iNFO viele Beiträge häufig wiederholt, wie andere Informationsradios auch. Allerdings versteht sich das Programm nicht als reines Nachrichtenradio – Hörer, die wollen, sollen durchaus länger zuhören können, zumal die Erfahrung anderer Inforadios gezeigt hat, dass viele Hörer wesentlich länger zuhören als 30 Minuten. hr-iNFO soll über aktuelle Ereignisse umfassend und schnell informieren. Insbesondere Großereignisse und Sportveranstaltungen werden deshalb in der Programmplanung berücksichtigt. Zusätzlich setzt hr-info montags bis freitags während der reichweitenstarken morgendlichen und nachmittäglichen Hauptverkehrszeit eigene, zum Teil langfristig vorab geplante Themenschwerpunkte („Das Thema“), in denen in jeweils vier Beiträgen ein gesellschaftlich relevantes Thema aus unterschiedlichem Blickwinkel beleuchtet wird.
  • Das Abendprogramm ab 20 Uhr beginnt seit der Programmreform im Juli 2009 mit der Übernahme der ARD-Tagesschau. Danach folgt wochentags ein fünfzehnminütiger Rückblick auf das politische Tagesgeschehen in Hessen (samstags und sonntags eine Reportage) und danach ein 30-minütiges Programmschema mit Nachrichten zur vollen und halben Stunde. Um 21.05 Uhr werden als Rückblick auf den Tag aktuelle Nachrichten gesendet, danach folgen vorproduzierte Magazinsendungen mit Themenschwerpunkten insbesondere aus den Bereichen Politik, Kultur sowie Bildung und Wissenschaft. Zwischen 22.05 und 23.00 Uhr wird die Hintergrundsendung „Der Tag“ von hr2-kultur ungekürzt wiederholt.
  • Auch am Wochenende besteht das Programm aus einem 30-minütigen Programmschema mit Nachrichten zur vollen und halben Stunde und 25-minütigen, vorproduzierten Magazinsendungen mit Themenschwerpunkten u. a. aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Arbeit und Soziales, Kultur, Bildung und Wissenschaft, Medien und Informationstechnologien. Die Mehrzahl dieser Magazine sind auch als Podcast erhältlich. Jeweils ab 9.05, 12.05, 15.05 und 18.05 und 21.05 Uhr gibt es Livesendungen zu tagesaktuellen Themen aus Politik und Sport.
  • Im Januar 2014 wurde das zuvor Jahrzehnte lang in hr2-kultur verankerte hr-Bildungsprogramm – die Sendereihen Wissenswert (von der 1950er- bis in die 1980er-Jahre: „Schulfunk“) und Funkkolleg (seit 1966) – ins Wochenend- und Abendprogramm von hr-iNFO integriert.
  • Von 0 bis 6 Uhr übernahm hr-iNFO bis Ende 2009 das Nachtprogramm von MDR Info. Von Januar 2010 bis März 2011 wurde das ARD-Nachtkonzert gesendet. Seit dem 2. April 2011 schließt sich hr-iNFO ab 23 Uhr der wiederum von MDR Info produzierten ARD-Infonacht an.

RDS[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie alle Sender des Hessischen Rundfunks nutzt auch hr-iNFO beim RDS die Funktion des dynamischen RDS-PS und sendet in der Regel den Sendernamen, sowie Telefonnummern (z. B. Stauhotline) oder Infos.

Empfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Abschaltung der Mittelwellensender des hr kann hr-iNFO vorwiegend über UKW empfangen werden, wobei sich aus historischen Gründen Versorgungslücken ergeben; der Empfang ist weitgehend auf die Ballungsgebiete beschränkt. Im Februar 2013 wurden einige Frequenzen des Kulturprogramms hr2-kultur ohne vorherige Ankündigung auf die Infowelle hr-iNFO und YOU FM übertragen.[2][3] Der private Rundfunkbetreiber Hit Radio FFH sprach von „Taschenspielertricks des hr, um sich technisch in Vorteil zu bringen“ und verlangte eine rechtliche Prüfung der überraschenden Frequenzänderung.[4]

Daneben kann das Programm auch über DVB-S gehört werden, sowie in großen Teilen Deutschlands ebenso via DVB-C.

Im Rhein-Main-Gebiet wird das Programm auch über den hr-Multiplex im Standard DAB+ verbreitet. Dieser nahm den Betrieb am 1. Dezember 2011[5] auf.

Seit 1. Januar 2005 gibt es auch einen Internet-Livestream. Außerdem wird das Programm in die Kabelnetze eingespeist.

Reichweite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die anfangs vergleichsweise schlechte Frequenzausstattung war mit dafür verantwortlich, dass hr-iNFO im Vergleich zu den anderen Informationsradios der ARD eine relativ geringe Hörerschaft aufwies. Im Herbst 2010 ergab die Media-Analyse, dass hr-iNFO pro Stunde – Montag bis Feitag von 6 bis 18 Uhr – im Durchschnitt von 27.000 Hörern eingeschaltet wurde, zwei Jahre später waren es 44.000 Hörer.[6] Mit der Zuweisung von Frequenzen, auf denen zuvor über eine sehr lange Zeit hinweg das Programm hr2-kultur zu empfangen war, wurde die technische Reichweite von hr-iNFO im Februar 2013 erhöht. Die Media-Analyse vom Herbst 2014 wies daraufhin eine Steigerung der Nutzerzahl auf 54.000 Hörer pro Stunde aus.[7]

Nach einer Umstellung der Messmethodik, die einen direkten Vergleich mit früheren Erhebungen einschränkt, wurden im Juli 2015 46.000 Hörer pro Stunde benannt, im März 2017 erneut 54.000 Hörer,[8] im Juli 2017 erfolgte eine Steigerung auf 59.000 Hörer[9] und im März 2018 wurde die bislang größte Reichweite mit 65.000 Hörern pro Stunde (Montag bis Freitag von 6 bis 18 Uhr) gemessen.[10]

hr-info plus (eingestellt)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Mittelwellen-Frequenz 594 kHz sowie über einzelne Kabel- und Satellitenkanäle (DVB-S) wurde hr-info plus (auch: hr-info+) ausgestrahlt; das hieß vor allem: montags bis samstags waren hier von 19:00 Uhr bis 22:00 Uhr statt des normalen hr-iNFO-Programms die fremdsprachigen Sendungen der ARD zu hören. Außerdem schaltete sich das Plus-Programm gelegentlich auf Bundestags- und Landtagsdebatten sowie Sondersendungen zu Ereignissen der Zeitgeschichte auf.

Das Plus-Programm entstand aus dem Programm hr-chronos, in dem bis zu seiner Einstellung auch die Ausländerprogramme und Debatten zu hören waren. hr-info plus wurde am 31. Dezember 2009 eingestellt.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ARD-Hörfunkstatistik 2017
  2. Tom Sprenger: hr widmet hr2-Frequenzen für YOU FM und hr-iNFO um (Memento vom 21. Dezember 2013 im Internet Archive). In: radiowoche.de. 11. Februar 2013. Abgerufen am 11. Februar 2013.
  3. hr-iNFO jetzt hessenweit. Pressemitteilung des hr vom 14. Februar 2013. Zuletzt abgerufen am 15. Mai 2018.
  4. Umstrittene Umstellung: Hessischer Rundfunk sendet auf hr2-Frequenzen jetzt You FM. In: Journal Frankfurt. 12. Februar 2013. Abgerufen am 13. Februar 2013.
  5. Hessischer Rundfunk startet mit Digitalradio. Pressemitteilung des hr vom 28. November 2011
  6. Media Analyse Hessen, 2010–2014. Auf: radioberatung.de
  7. Media Analyse Hessen, 2010–2015. Auf: radioberatung.de
  8. ma 2016 Radio II Update
  9. Media-Analyse 2017 Radio II: hr-Programme mit hoher Relevanz. Auf: hr-werbung.de vom 11. Juli 2017
  10. Neue Media-Analyse heute veröffentlicht. Stand: 28. März 2018
  11. „hr schaltet Mittelwelle zum Jahresende ab“, Pressemitteilung des hr vom 28. Dezember 2009.