Hubert Kiurina

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Hubert Michael Kiurina (* 21. August 1908 in Wien; † 26. Oktober 1994 in Salzburg) war ein österreichischer Schauspieler und Synchronsprecher.

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn der Opernsängerin Berta Kiurina (1888–1933) und des Sängers Hubert Leuer studierte an der Wiener Staatsakademie für Musik und Darstellende Kunst und gab 1934 sein Bühnendebüt.[1] In den Folgejahren erhielt er Engagements an der Volksbühne Berlin[2], am Münchner Residenztheater, in Coburg, Hannover und am Staatstheater Kassel, wo er beispielsweise als Posa in Friedrich Schillers Don Carlos, als Paris in Shakespeares Troilus und Cressida sowie als Sonne in Paul Willens Bärenhäuter auf der Bühne stand.[3] 1957 gastierte er in Salzburg, wo er vom ORF-Intendanten Gandolf Buschbeck für das österreichische Fernsehen unter Vertrag genommen wurde.[4]

Erste Filmauftritte hatte Kiurina in dem zwischen 1940 und 1942 von Veit Harlan inszenierten Film Der große König mit Otto Gebühr. 1942 folgte Der Fall Rainer unter der Regie von Paul Verhoeven und 1943 schließlich Kiurinas erste große Rolle Karl Ritters Besatzung Dora. Obwohl es sich dabei um einen Kriegspropagandafilm handelte, wurde die Produktion 1943 verboten, da die Handlung nicht mehr dem tatsächlichen Kriegsverlauf entsprach. Emmy Göring versuchte vergebens zu Gunsten Kiurinas und seiner Karriere zu intervenieren, der mit ihrer Nichte verheiratet war.[5]

Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte Kiurina, der auch unter seinem zweiten Vornamen, Michael, auf Besetzungslisten zu finden ist, unter anderem in der Ganghofer-Verfilmung Die Martinsklause und in der Komödie Der Jungfrauenkrieg mit Oskar Sima in der Hauptrolle. Seit den späten 1950er Jahren übernahm er zahlreiche Gastrollen in Fernsehserien wie Kommissar Brahm, Das Kriminalmuseum und der französischen Serie Miss mit Danielle Darrieux in der Hauptrolle.

Neben verschiedenen Einsätzen als Sprecher für den Hörfunk arbeitete Kiurina auch als Synchronsprecher und lieh unter anderem Wilfrid Lucas in der unter dem Titel Dick und Doof als Studenten erfolgten deutschen Erstsynchronisation von In Oxford seine Stimme.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Hörspiele (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1947: Das Totenschiff, SWF, nach B. Traven
  • 1954: Christinas Heimreise, ORF
  • 1975: Die Gefährtin, ORF/SFB, nach Arthur Schnitzler
  • 1970: Der Tod des Empedokles, ORF/SFB
  • 1973: Die Tochter des Brunnenmachers, ORF, nach Marcel Pagnol
  • 1975: Bunbury, ORF/SFB, nach Oscar Wilde
  • 1976: Die Glocken von London, ORF, nach Charles Dickens
  • 1977: Philomena Maturano, ORF
  • 1977: Absolute Geheimhaltung, ORF
  • 1978: Das Zimmer, ORF
  • 1979: Das Testament des Hundes, ORF
  • 1983: Fasching, OF
  • 1990: Kampl, ORF/SFB
  • 1990: Wieder einmal Wien, WDR
  • 1991: Die größere Hoffnung, ORF, nach Ilse Aichinger
  • 1992: Der ewige Spießer, ORF, nach Ödön von Horvath

Literatur[Bearbeiten]

  • Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland – Österreich - Schweiz, hrsg. v. Herbert A. Frenzel und Hans Joachim Moser, Berlin 1956, S. 357.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Deutsches Bühnen-Jahrbuch, Band 98, 1990, S. 663
  2. https://www.volksbuehne-berlin.de/deutsch/volksbuehne/archiv/spielzeitchronik/1940_bis_1943/?PHPSESSID=9d6fd990c90fc3a14198a139be2c42f7
  3. Kürschners biographisches Theater-Handbuch, S. 357
  4. https://www.volksbuehne-berlin.de/deutsch/volksbuehne/archiv/spielzeitchronik/1940_bis_1943/?PHPSESSID=9d6fd990c90fc3a14198a139be2c42f7
  5. Rolf Giesen, Melanie Hobsch: Hitlerjunge Quex, Jud Süss und Kolberg, Schwarzkopf & Schwarzkopf 2005, S. 424.