Hugh Quennec

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Hugues «Hugh» Quennec (* 28. Juni 1965 in Montreal, Kanada) ist ein kanadischer Sportfunktionär, der in der Schweiz ehemals den Fußballverein Servette FC Genève sowie aktuell den Eishockeyverein Genève-Servette HC präsidiert.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quennec wurde als Sohn einer Schweizer Mutter aus Freiburg im Üechtland und eines französischen Vaters aus der Bretagne in Montreal in der kanadischen Provinz Québec geboren.[1] Während seiner Jugend betrieb er Fußball, Eishockey, Golf, Tennis und Windsurfen.[2] Er studierte Elektroingenieurswesen und arbeitete ab 1990 für das Unternehmen KPMG, das ihn 1995 nach Genf schickte. In der Schweiz gründete er Anfang 1998 dann eine eigene Finanzfirma namens Continental Capital Market.[3]

Servette FC Genève[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als der Genfer Traditionsverein Servette FC Genève anfangs 2012 knapp vor dem zweiten Konkurs nach 2005 stand, schritt Hugh Quennec ein[4] und übernahm, obwohl er schon Präsident des Eishockeyvereins Genève-Servette HC war, auch noch den Fußballverein.[5] Er kaufte den Verein für einen symbolischen Franken und begann das Ruder rumzureißen. Er trieb Geldgeber auf[6] und durch seine Bemühungen konnte der Bankrott des Servette FC abgewendet werden.[7] In der Saison 2012/13 konnte man sogar an der Qualifikationsrunde zur UEFA Europa League teilnehmen, stieg jedoch als Tabellenletzter der Super League (Schweiz) in die zweite Liga (Challenge League) ab. Doch unter anderem wegen der Pacht des Stade de Genève mussten erhebliche Kosten gedeckt werden.[8] Im Juni 2015 erhielt der Klub keine Lizenz für die Challenge League und wurde in die dritte Liga zurückgestuft.[9] Servette hatte zu diesem Zeitpunkt Verbindlichkeiten in Höhe von rund fünf Millionen Franken. Quennec gab im Juni 2015 seine Clubanteil an die Gruppe «Fondation 1890» ab und trat vom Präsidentenamt zurück.[10] Nach eigenen Angaben hatte Quennec seit 2012 15 Millionen Franken in den Club gesteckt.[11]

Genève-Servette HC[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevor er beim Genfer Fußballverein das Ruder übernahm, war Hugh Quennec bereits Miteigner des ebenfalls aus Genf stammenden Eishockeyvereins: Er übernahm 2005 gemeinsam mit Chris McSorley die Anteile der Anschutz-Gruppe am Genève-Servette HC und trat 2006 das Präsidentenamt an.[12] 2014 verkaufte McSorley seine Anteile an Quennec, der damit Alleinbesitzer des Eishockeyvereins wurde.[13] Quennec gewann unter anderem den russischen Milliardär Gennadi Timtschenko[14] und über diesen Kontakt auch den Gunvor-Konzern als Sponsoren für Servette.[15] Zwischen 2007 und 2015 hielt Quennec auch die Aktienmehrheit am Lausanne HC.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genfer Eishockey-Präsident hilft Servette. In: Tages-Anzeiger, Tages-Anzeiger. 3. August 2012, ISSN 1422-9994 (tagesanzeiger.ch [abgerufen am 22. März 2017]).
  2. Hugues Quennec - Founder - Sport 4 Life. Abgerufen am 22. März 2017.
  3. Hugh Quennec, un patron discret. In: tdg.ch/. (tdg.ch [abgerufen am 22. März 2017]).
  4. Der erfolgreiche Netzwerker Hugh Quennec will den wankenden Servette FC retten: «Wir sind in der gleichen Familie». In: Neue Zürcher Zeitung. 10. März 2012, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 22. März 2017]).
  5. Artikel in der "Blick"-Zeitung vom 8. März 2012
  6. Präsident Hugh Quennec findet Investoren: Der Servette FC vor der Rettung. In: Neue Zürcher Zeitung. 8. Mai 2012, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 22. März 2017]).
  7. a b Daniel Germann: Nach dem Rückzug beim Lausanne HC: Die Welt des Hugh Quennec. In: Neue Zürcher Zeitung. 21. Februar 2016, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 22. März 2017]).
  8. Peter M. Birrer: Servette stolpert und bangt. In: Tages-Anzeiger, Tages-Anzeiger. 4. Mai 2015, ISSN 1422-9994 (tagesanzeiger.ch [abgerufen am 22. März 2017]).
  9. Servette muss in die 1. Liga absteigen. In: Tages-Anzeiger, Tages-Anzeiger. 1. Januar 2015, ISSN 1422-9994 (tagesanzeiger.ch [abgerufen am 22. März 2017]).
  10. Von Martin Arn: Präsident Quennec geht: Servette ist gerettet. (blick.ch [abgerufen am 22. März 2017]).
  11. www.20minutes.ch, 20 Minutes, 20 Min, www.20min.ch: Hugh Quennec: «J'ai mis 15 millions pour Servette». In: 20 Minutes. (20min.ch [abgerufen am 22. März 2017]).
  12. www.gshc.ch, GSHC - Site officiel du Genève-Servette Hockey Club: Historique - Genève-Servette Hockey Club. Abgerufen am 22. März 2017 (französisch).
  13. Emil BischofbergerSportredaktor@bischofberger: Servettes Alleinherrscher zurückgestuft. In: Tages-Anzeiger, Tages-Anzeiger. ISSN 1422-9994 (tagesanzeiger.ch [abgerufen am 22. März 2017]).
  14. Gerald Hosp, Jean-Pierre Kapp: Verschwiegener Rohstoff-Milliardär Timtschenko im Gespräch: «Ich war schon erfolgreich, als Putin noch Vizebürgermeister war». In: Neue Zürcher Zeitung. 16. April 2013, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 22. März 2017]).
  15. Philippe ReichenKorrespondent@PhilippeReichen: Timtschenkos bleiben auch nach US-Sanktionen Mäzene. In: Tages-Anzeiger, Tages-Anzeiger. 4. Mai 2014, ISSN 1422-9994 (tagesanzeiger.ch [abgerufen am 22. März 2017]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]