Hugo von Seeliger

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Hugo von Seeliger

Hugo Johann Seeliger, seit 1902 Ritter von Seeliger (* 23. September 1849 in Bielitz-Biala; † 2. Dezember 1924 in München) war ein deutscher Astronom. Er gilt als einer der bedeutendsten Astronomen seiner Zeit.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren in Biala bei Bielitz in Österreichisch-Schlesien, als Sohn einer wohlhabenden Familie, die ihm ermöglichte, sich frei von Beschränkungen der Wissenschaft zu widmen, studierte er in Heidelberg und Leipzig Astronomie und Mathematik. Während seines Studiums wurde er 1867 Mitglied der Burschenschaft Frankonia Heidelberg.[1] Er war kurze Zeit Assistent an der Leipziger Sternwarte und kam 1873 als Observator an die Sternwarte in Bonn, wo ihm die Beobachtungen des Meridiankreises übertragen wurden.

Bald nach seiner Habilitation 1877 gab er seine Stelle auf und siedelte als Privatgelehrter nach Leipzig über. Vom 1. Oktober 1881 bis zum 1. September 1882 war Seeliger für kurze Zeit Direktor der Sternwarte Gotha. Er wurde zum Professor ernannt, nahm eine Berufung an die Universität München als Direktor der dortigen Sternwarte Bogenhausen an und verließ Gotha wieder. In München blieb Seeliger dann bis zu seinem Tode. Im Jahr 1882 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt. 1901 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften gewählt.[2]

Seeliger erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Königlichen Preußischen Roten Adler Orden III. Klasse 1896, das Ritterkreuz des Verdienstordens der Bayerischen Krone 1902, Titel und Rang eines Königlichen Geheimen Hofrates 1906, Komturkreuz des Verdienstordens der Bayerischen Krone 1908, Kommandeurkreuz I. Klasse des Königlichen Schwedischen Nordsternordens 1912, Ritter des Königlichen Preußischen Ordens Pour le mérite für Wissenschaften und Künste 1915, und den Verdienstorden vom Heiligen Michael II. Klasse mit Stern 1917. Durch die Verleihung des Ritterkreuzes des Verdienstordens der Bayerischen Krone wurde Seeliger 1902 außerdem in den persönlichen Adelsstand erhoben.

Seeliger war vom 1. April 1919 bis 31. Dezember 1923 Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften sowie Mitglied des Kuratoriums der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt. Er war zudem von 1896 bis 1921 Vorsitzender der Astronomischen Gesellschaft.

Seeligers Arbeiten liegen fast ausschließlich auf dem Gebiet der Theorie. Zu nennen sind besonders seine himmelsmechanischen Untersuchungen über das mehrfache Sternsystem Zeta Cancri und seine Beleuchtungstheorie der Saturnringe sowie des Zodiakallichtes auf der Grundlage ihrer staubförmigen Beschaffenheit. Seeliger war zudem einer der Mitbegründer der Stellarstatistik und dritter Direktor der Sternwarte Bogenhausen. Als sein bedeutendster Schüler gilt Karl Schwarzschild.

Der Mondkrater Seeliger und der Asteroid (892) Seeligeria sind nach ihm benannt.

Studenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu seinen Studenten gehörten (nach http://genealogy.math.ndsu.nodak.edu/id.php?id=61848) :

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Burschenschaftliche Blätter. XIV. Jg., Berlin 1900, S. 281.
  2. Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 222.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Otto Crusius Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
1919 bis 1923
Max von Gruber