Hugo Wesendonck

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Hugo Wesendonck, 1848

Hugo Maximilian Wesendonck (* 24. April 1817 in Elberfeld; † 19. Dezember 1900 in New York City) war ein deutscher Unternehmer und Politiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wesendonck war der dritte Sohn von fünf Kindern des Kaufmanns August Wesendonck und seiner Ehefrau Sophia. Einer seiner Brüder war Otto Wesendonck, dessen Frau Mathilde Wesendonck eng mit Richard Wagner befreundet war. Hugo Wesendonck studierte nach seinem Abitur am Gymnasium in Elberfeld von 1834 bis 1837 Rechtswissenschaften an der Universität Bonn, wo er zu den Gründern des Corps Saxonia gehörte. Nach Ableistung des Militärdiensts und dem Ende des Studiums in Berlin begann er 1837 eine Beamtenlaufbahn als Auskultator (Referendar) am Bezirksgericht in Elberfeld. 1842 wurde Wesendonck Anwalt in Düsseldorf.

Nach dem Ausbruch der Märzrevolution 1848 war Wesendonck Mitgründer des Vereins für demokratische Monarchie in Düsseldorf und nahm am Vorparlament teil. Vom 18. Mai 1848 bis zum Ende des Rumpfparlaments am 18. Juni 1849 war Wesendonck Abgeordneter für den Düsseldorfer Wahlkreis in der Frankfurter Nationalversammlung. Dort war er Mitglied der linken Fraktionen Deutscher Hof und Donnersberg sowie Schriftführer des Centralmärzvereins. Wesendonck gehörte im September 1848 zu den Rednern bei der Volksversammlung auf der Pfingstweide in Frankfurt am Main, die in den Septemberunruhen endete. Im Oktober nahm er am Berliner Demokratenkongress und am Gegenparlament teil. Von März bis Mai 1849 gab er die Parlamentskorrespondenz der Linken in Frankfurt am Main heraus. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied der Zweiten Kammer des Preußischen Landtags.

Nach der Eskalation der Reichsverfassungskampagne wurde gegen Wesendonck im Juli 1849 in Düsseldorf ein Untersuchungsverfahren wegen Hoch- und Staatsverrats angestrengt, dem er sich im Dezember durch eine Flucht über die Schweiz und Frankreich in die Vereinigten Staaten entzog. 1850 wurde Wesendonck in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

In den USA begann Wesendonck durch die Hilfe seines älteren Bruders Otto, der mit seiner Frau nach Zürich auswanderte,[1] ein Handelsgeschäft mit Manufakturwaren mit Sitz in Philadelphia. 1860 gründete er in New York die Germania-Lebensversicherung und die Deutsche Sparbank.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Best, Wilhelm Weege: Biographisches Handbuch der Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49. Düsseldorf: Droste-Verlag, 1998. (S. 356f.) ISBN 3-7700-0919-3
  • Egbert Weiß: Corpsstudenten in der Paulskirche, in: Einst und Jetzt, Sonderheft 1990, München 1990, S. 45.
  • Hugo Wesendonck: Erinnerungen aus dem Jahre 1848, New York, 1898[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Werner P. Seiferth: Zum 100. Todestag Mathilde Wesendoncks
  2. Digitalisate Erinnerungen aus dem Jahre 1848 von Hugo Wesendonck