Movile

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Movile
Hundertbücheln
Százhalom
Movile führt kein Wappen
Movile (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Sibiu
Gemeinde: Iacobeni
Koordinaten: 46° 1′ N, 24° 48′ OKoordinaten: 46° 1′ 16″ N, 24° 47′ 37″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 504 m
Einwohner: 335 (2002)
Postleitzahl: 557106
Telefonvorwahl: (+40) 02 69
Kfz-Kennzeichen: SB
Struktur und Verwaltung
Gemeindeart: Dorf

Movile (früher Hundrubechiu, deutsch Hundertbücheln, ungarisch Százhalom) ist ein Dorf im Kreis Sibiu (Rumänien). Es gehört zur Gemeinde Iacobeni (Jakobsdorf).

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Movile befindet sich in einem südlichen Seitental am Oberlauf des Flusses Hârtibaciu (Harbach). Die nächstgelegene Stadt ist Agnita (etwa 15 km südwestlich).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hundertbücheln wurde im Jahr 1355[1] erstmals urkundlich erwähnt. Vermutlich wurde er jedoch bereits am Ende des 12. Jahrhunderts gegründet.

Der Ortsname ist möglicherweise auf die zahlreichen Rutschungshügel am östlichen Ortsrand („Büchel“ = Hügel) zurückzuführen.

Hundertbücheln gehörte zum Königreich Ungarn und lag auf Königsboden. Damit waren die Bewohner – ursprünglich überwiegend Siebenbürger Sachsen – freie Bauern.

Nachdem Hundertbücheln bis zum Ende des Ersten Weltkrieges zum Königreich Ungarn, zum Fürstentum Siebenbürgen bzw. zu Österreich-Ungarn gehört hatte, ist es seitdem ein Teil des Staates Rumänien.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchenburg im Jahre 1975. Zeichnung von Cristian-Mihail Miehs

Bei der ersten Volkszählung in Siebenbürgen im Jahr 1488 wurden 54 Haushalte registriert.[2] Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges stellten die Siebenbürger Sachsen die Mehrheit der Dorfbevölkerung. 1941 lebten im Ort 807 Einwohner, davon 466 Deutsche. Im Zuge der Auswanderung der deutschen Bewohner während der Zeit des Kommunismus, besonders aber nach der Revolution von 1989, ging die Einwohnerzahl deutlich zurück.

2002 lebten in Movile noch 335 Menschen; davon bezeichneten sich 310 als Rumänen, 21 als Zigeuner und 4 als Deutsche.[3] Im Jahr 1995 waren noch elf Mitglieder der (deutschen) Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien registriert.[2]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Movile liegt an einem Fahrweg, der vom Tal des Harbach südwärts führt. Öffentliche Verkehrsmittel berühren den Ort nicht.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kirche im 13. Jahrhundert errichtet, im 15. Jahrhundert zur Kirchenburg umgebaut, steht unter Denkmalschutz.[4] Sie ist – bis auf Teile der Ringmauer – recht gut erhalten.
  • Die rumänisch-orthodoxe Kirche Sf. Nicolae, 1796 errichtet, steht unter Denkmalschutz.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Movile, Sibiu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2.
  2. a b Hundertbücheln bei genealogy.net
  3. Árpád E. Varga: Szeben megye településeinek etnikai (anyanyelvi/nemzetiségi) adatai 1850–2002. (Onlinedokument) (PDF-Datei; 582 kB)
  4. a b Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2010 aktualisiert (PDF; 7,10 MB)