Hwang Dong-hyuk

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Hwang Dong-hyuk

Koreanische Schreibweise
Hangeul 황동혁
Revidierte
Romanisierung
Hwang Dong-hyeok
McCune-
Reischauer
Hwang Tong-hyŏk

Hwang Dong-hyuk (* 26. Mai 1971[1] in Seoul) ist ein südkoreanischer Filmregisseur und Drehbuchautor. Seine vier Langfilme erreichten über 18 Millionen Kinobesucher in Südkorea[2] und seine Serie Squid Game entwickelte sich zur erfolgreichsten Serie auf Netflix.[3]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Hwang Dong-hyuk sein Studium im Fach Communications an der Seoul National University abschloss, drehte er einige Kurzfilme. Er setzte dann sein Studium fort, in den USA im Masterstudiengang Film Production an der University of Southern California. Sein Abschlussprojekt, der Kurzfilm Miracle Mile, handelt von einem koreanisch-amerikanischen Taxifahrer (gespielt von Karl Yune), der einer jungen Koreanerin hilft, ihren Bruder zu finden, der zwanzig Jahre zuvor von einer amerikanischen Familie adoptiert wurde. Der Film lief auf über vierzig Filmfestivals und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den DGA Student Film Award und den Student Emmy Award.[4]

Für seinen ersten Langfilm wählte Hwang erneut das Thema Adoption. My Father basiert auf der wahren Geschichte des adoptierten Aaron Bates. Als dieser als amerikanischer Soldat in Südkorea stationiert ist, begibt er sich über das Fernsehen auf die Suche nach seinen biologischen Eltern. Dabei erfährt er, dass sein Vater aufgrund eines Mordes zum Tode verurteilt wurde.

Hwangs nächster Film entwickelt sich zu einem der erfolgreichsten des Jahres 2011.[5] Silenced (Dogani) ist die Verfilmung von Gong Ji-youngs gleichnamigen Roman, der wiederum auf einer wahren Begebenheit an der Gwangju-Inhwa-Schule basiert.[6][7] An dieser Schule für Gehörlose wurden Schüler von ihren Lehrern misshandelt und vergewaltigt. In den Hauptrollen sind Gong Yoo und Jung Yu-mi zu sehen. Der Film erreichte knapp 4,7 Millionen Kinobesucher in Südkorea und entfachte großes Medieninteresse. Der Fall wurde nach dem Film neu aufgerollt und es wurde ein Gesetz erlassen, das die Verjährungsfrist bei Missbrauchsfällen gegen Minderjährige und Behinderte aufhob.

Mit seinem dritten Film schlug Hwang einen neuen Stil ein. Widmeten sich seine vorherigen Werke ernsten und sozialen Themen, stellt Miss Granny eine Familienkomödie da. Dabei verwandelt sich eine 74-jährige Frau zurück in ihr 20-jähriges Selbst. Der Film erreichte in Südkorea knapp 8,7 Millionen Kinobesucher. Innerhalb weniger Jahre wurde Miss Granny zu einem der am meisten „neuaufgelegten“ Filme aller Zeiten.[8] Der Film erhielt Remakes in China, Vietnam (2015), Japan, Thailand (2016), Indonesien (2017), den Philippinen (2018)[9], China (2018, neue Fernsehadaption)[10] und Indien (2019)[11].

Mit seinen vierten Film widmete sich Hwang erstmals der Historie und erneut einem ernsteren Thema. In The Fortress mit Lee Byung-hun und Kim Yoon-seok verfilmte er Kim Hoons gleichnamigen Roman, der von einer der verheerendsten Niederlagen Koreas erzählt.

2020 produzierte er den Heist-Movie Collectors (Dogul), bei dem Park Jung-bae Regie führte.

2021 gelang es Hwang mit Squid Game eine der erfolgreichsten Netflix-Serien zu produzieren. In der Serie treten 456 verschuldete Personen in einem geheimen Wettbewerb um Leben und Tod gegeneinander an. Das Preisgeld beträgt 45,6 Milliarden Won. Lee Jung-jae in der Hauptrolle nimmt auch am Wettbewerb teil. In seiner Rolle rutschte er nach Entlassung, Scheidung und Spielsucht in die Armut ab. Hwang war vom Erfolg der Serie sehr überrascht und führt diesen auf die Einfachheit der Handlung zurück, die eine Satire auf die Wettbewerbsgesellschaft sei. Die Zuschauer fühlten sich wohl angezogen von Ironie, wie hoffnungslose Erwachsene ihr Leben in Kinderspielen riskieren. Zudem seien die Spiele sehr einfach, so dass sich die Zuschauer auf die Figuren fokussieren können anstatt auf die Spielregeln. Hwang hatte erstmals 2008 die Idee zu Squid Game, als er verschiedene Survival-Genre-Filme sah sowie -Romane und -Comics las, wie Die Tribute von Panem und Battle Royale, wobei sich Hwang vorstellte, wie es wäre, selbst dabei zu sein.[12]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2005: Miracle Mile (기적의 도로 Gijeok-ui Doro, Kurzfilm, Regie, Drehbuch, Schnitt)
  • 2007: My Father (마이 파더, Regie, Drehbuch)
  • 2011: Silenced (도가니 Dogani, Regie, Drehbuch)
  • 2014: Miss Granny (수상한 그녀 Susanghan Geunyeo, Regie)
  • 2017: The Fortress (남한산성, Regie, Drehbuch)
  • 2020: Collectors (도굴 Dogul, Produzent)
  • 2021: Squid Game (오징어 게임, Serie, Regie, Drehbuch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 황동혁. In: Daum-Enzyklopädie. Abgerufen am 28. September 2021 (koreanisch).
  2. 황동혁. In: Max Movie. Abgerufen am 28. September 2021 (koreanisch).
  3. Netflix's co-CEO says 'Squid Game' may become its most popular show ever. In: The Korea Herald. Yonhap, 28. September 2021, abgerufen am 28. September 2021 (englisch).
  4. Miracle Mile. In: Public Broadcasting Service. Archiviert vom Original am 22. Februar 2019; abgerufen am 29. September 2021 (englisch).
  5. Kwon Jungyun: A look back at the year's breakout films. In: Korea.net. 15. Dezember 2011, archiviert vom Original am 20. September 2018; abgerufen am 29. September 2021 (englisch).
  6. Claire Lee: Bestseller-turned-movie reveals real-life case of widespread child abuse. ‘The Crucible’ to release in September starring Gong Yoo and Jung Yoo-mi. In: The Korea Herald. 22. August 2011, abgerufen am 29. September 2021 (englisch).
  7. 'The Crucible' Brings Demons of Child Molestation Case Back to Life. In: Chosun Ilbo. 28. September 2011, abgerufen am 29. September 2021 (englisch).
  8. Dal Yong Jin: Transnational Korean Cinema. Cultural Politics, Film Genres, and Digital Technologies. Rutgers University Press, New Brunswick 2020, ISBN 978-1-978807-88-4, S. 98 ff.
  9. Glaiza Jarloc: Sarah Geronimo top bills Filipino adaptation of ‘Miss Granny’. In: SunStar Philippines. 6. Juni 2017, abgerufen am 29. September 2021 (englisch).
  10. 《重返20岁》定档7月5日 韩东君胡冰卿返老还童. In: 163.com. 25. Juni 2018, abgerufen am 29. September 2021 (chinesisch).
  11. Sangeetha Devi Dundoo: ‘Oh! Baby’ review: When life gives her a second chance. In: The Hindu. 5. Juli 2019, abgerufen am 29. September 2021 (englisch).
  12. 'I never expected global popularity,' says 'Squid Game' director. In: The Korea Times. Yonhap, 29. September 2021, abgerufen am 29. September 2021 (englisch).