Hyperaldosteronismus

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Klassifikation nach ICD-10
E26 Hyperaldosteronismus
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Hyperaldosteronismus oder Aldosteronismus ist eine Erkrankung, bei der das Steroidhormon Aldosteron im Überfluss gebildet wird, wodurch zuviel Salz im Körper zurückgehalten und Kalium vermehrt ausgeschieden wird. Es kann dabei auch zu Veränderungen des Säuregehalts im Blut sowie zu Muskelschwäche, Muskelkontraktionen und Empfindungsstörungen kommen.

Es wird ein primärer Hyperaldosteronismus (auch Conn-Syndrom genannt) und eine sekundäre Form unterschieden. Beim primären Hyperaldosteronismus wird durch einen Prozess in der Nebennierenrinde zu viel Aldosteron gebildet (in über 70 % der Fälle eine idiopathische bilaterale Hyperplasie, in weniger als 30 % der Fälle ein Adenom, ganz selten andere Ursachen wie ein Karzinom oder genetische Defekte). Sekundäre Formen haben eine sehr unterschiedliche Genese und treten mit sehr unterschiedlicher Häufigkeit auf. Hier wird entweder aufgrund von übergeordneten Regulationsmechanismen eine vermehrte Aldosteronbildung initiiert oder - wie im Fall einer Leberzirrhose - der Abbau verlangsamt.

Klinisch stehen beim primären Hyperaldosteronismus die arterielle Hypertonie (erhöhter Blutdruck) und gegebenenfalls Hypokaliämie, bei der sekundären Form die Ödeme und der Aszites im Vordergrund. Therapiert wird Hyperaldosteronismus durch Aldosteronantagonisten (zum Beispiel Spironolacton oder Eplerenon) oder bei primärer Form auch durch die operative Entfernung der betroffenen Nebenniere (Adrenalektomie), falls ein Adenom oder Karzinom nachweisbar ist.

Im Rahmen des primären Hyperaldosteronismus werden vererbliche Formen unterschieden, von denen der familiäre Typ I durch eine Fusion der CYP11B1- und CYP11B2-Gene verursacht wird.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. I. Quack, O. Vonend, L. C. Rump: Familial Hyperaldosteronism I-III. In: Horm Metab Res. Februar 2010, doi:10.1055/s-0029-1246187, PMID 20131203.
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