iDEAL (Bezahlsystem)

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iDEAL ist ein Online-Bezahlsystem aus den Niederlanden. Es besteht seit 2005 und beruht auf dem Online-Banking (wie giropay). Die Methode ermöglicht es den Kunden mit direkter Überweisung vom Bankkonto zu zahlen.

Im Jahr 2006 verarbeitete iDEAL 4,4 Millionen Zahlungen, 2007 waren es 14,9 Millionen, im Jahr 2009 68,8 Millionen, 2011 93,8 Millionen und im Jahr 2014 180,2 Millionen Zahlungen.[1] Auch im laufenden Jahr (2015) wird wieder ein Zuwachs von > 20 % erzielt. iDEAL gehört der nieder­ländischen Organisation Currence, die auch Eigentümerin der Bezahlkarte PIN und Chipknip ist.

Die an iDEAL teilnehmenden Käuferbanken sind ABN AMRO, ASN Bank, Bunq, ING, Knab, Rabobank, Regiobank, SNS Bank Triodos Bank und van Lanschot Bankiers.[2] Diese versorgen den größten Teil des niederländischen Markts für Online-Banking.

Als iDEAL Acquirer für Händler oder Zahlungsdienstleister nehmen ABN AMRO, BNG Bank, BNP Paribas Fortis, Deutsche Bank, ING, PAY.nl, PPRO, Rabobank und de Volksbank am iDEAL Bezahlsystem teil.[3]

Händlerseitig kann eine Anbindung an das Bezahlsystem, neben einer direkten Zusammenarbeit mit einem iDEAL Acquirer, ebenso über einen Zahlungsdienstleister erfolgen. Hierfür stehen iDEAL Collecting Payment Service Provider wie z. B. BS Payone, heidelpay oder Wirecard aus Deutschland sowie eine Vielzahl niederländischer Dienstleister zur Verfügung.[3]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl die teilnehmenden Banken sagen, iDEAL sei eine sichere Zahlungsmethode, so gibt es doch keinerlei Garantie gegen Betrug. iDEAL war auch bereits Ziel von Phishing-Angriffen.[4]

Funktionsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

iDEAL bietet den Händlern eine Zahlungsmethode in Echtzeit (wird als kostengünstig und risikolos dargestellt), mit welcher sie Internetzahlungen akzeptieren können. Für die Kunden bietet es dieselbe Umgebung an wie die Onlineseiten der gewohnten Bank. Ein hohes Sicherheitsniveau wird realisiert durch Zwei-Faktor-Authentifizierung, nämlich ein Zugangstoken im Sinne der Challenge-Response-Authentifizierung, basierend auf dem Chip der Debitkarte oder der Karte für den Geldautomat. Auch erhält der Händler keine sensitive Information, wie etwa Kontonummer oder Kreditkartennummer.

Der Nachteil für den Kunden ist, dass er kein Rückbuchungsrecht hat; somit ist – auch im Fall eines Betrugs – das Geld weg. Dies wird als Nachteil für den Kunden, der diese Zahlungsmethode benutzt, angesehen, und gleichzeitig als Vorteil für den Händler.

iDEAL funktioniert wie folgt:

  • Der Händler bietet iDEAL als Zahlungsmethode an
  • Der Kunde wählt iDEAL und wählt seine Bank und wird zu seiner Bank weiter geleitet
  • Die teilnehmende Bank zeigt Transaktionsdaten
  • Der Kunde gibt Kontonummer ein und signiert mit Zwei-Faktor-Authentifizierung
  • Die Bank autorisiert in Echtzeit die Transaktion und bucht sofort den Betrag ab. Wenn es nicht gedeckt ist, wird die Transaktion abgewiesen
  • Der Händler bekommt von der Bank die Echtzeitbestätigung der Zahlung
  • Der Kunde wird von der Website der Bank zur Website des Händlers zurückgeleitet und erhält die Bestätigung, dass die Zahlung ausgeführt wurde

Ähnlich funktionieren giropay, paydirekt und Sofortüberweisung.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. iDEAL payments
  2. iDEAL Issuers
  3. a b iDEAL | Acquirers and CPSPs. Abgerufen am 3. Juni 2018 (amerikanisches Englisch).
  4. Can I reverse an iDEAL payment?

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]