Ibn al-Chattab

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Dieser Artikel beschreibt einen islamistischen Feldkommandanten, den rechtgeleiteten Kalif der Artikel Umar ibn al-Chattab.

Emir Ibn al-Chattab (arabisch ابن الخطاب, DMG Ibn al-Ḫaṭṭāb; * 1969 in Arar, Saudi-Arabien als Habib Abd ar-Rahman; auch bekannt als Samir Salih Abdullah as-Suwailim / سامر صالح عبد الله السويلم; † 19. März 2002 in Tschetschenien) war ein islamistischer Feldkommandant. Er war im Kampf gegen sowjetische und russische Streitkräfte zunächst im Afghanistankrieg, seit 1993 im Bürgerkrieg in Tadschikistan und ab 1995 im Tschetschenienkrieg und im Dagestankrieg tätig.

Jugend und Kampf in Afghanistan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er stammte aus einer saudi-arabischen Familie tscherkessischer Herkunft, wuchs jedoch in Saudi-Arabien nahe der Grenze zum Irak auf. Seine Lehrer beschrieben ihn als religiös und hochintelligent. Nach dem Schulabschluss 1986 wollten ihn seine Eltern zum Studium in die USA schicken. Chattab entschied sich jedoch, nach Afghanistan zu gehen, wo er gemeinsam mit arabischen Islamisten gegen die sowjetische Besatzung kämpfte. Er wurde auf Osama bin Ladens Basis al-Qaida ausgebildet.

Im Partisanenkampf gegen die Sowjetunion soll er ungewöhnlich entschlossen gehandelt haben. Nach dem sowjetischen Abzug besuchte er verschiedene Koranschulen, aus denen auch die Taliban hervorgingen. Saudi-Arabien verweigerte ihm deshalb eine Rückkehr in die Heimat.

Kampf in Tadschikistan und Tschetschenien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1993 ging er nach Tadschikistan und kämpfte dort im Bürgerkrieg. Zudem kämpfte er auch in Aserbaidschan. Im Frühjahr 1995 wechselte er nach Tschetschenien. Er führte rund 500 muslimische Anhänger, gründete ein Ausbildungslager[1] und verbündete sich mit dem tschetschenischen Kämpfer Schamil Bassajew, der wie er in einem Camp Bin Ladens in Afghanistan ausgebildet worden war.

Chattabs gut ausgebildete Einheit konzentrierte sich zunächst auf Angriffe gegen russische Truppen, die sie in Hinterhalte lockte. 1998 und 1999 griffen sie von Tschetschenien aus Dörfer in Dagestan an und proklamierten sie anschließend zum islamischen Gebiet. Es sollte die Keimzelle eines islamischen Kalifatstaates im Kaukasus werden. Die dagestanische Bevölkerung leistete Widerstand und russische Truppen griffen ein. Der etwa dreiwöchige Dagestankrieg lieferte den Anlass zum Zweiten Tschetschenien-Krieg.

Chattab gelang es mit enormer finanzieller Unterstützung und Predigern aus arabischen Ländern, junge Tschetschenen für fundamentalistische Überzeugungen zu gewinnen. In Tschetschenien wurden Videos populär, die zeigten, wie Chattab eigenhändig gegnerische Spione köpfte. Zwischen 1996 und 1999 führten Chattab und Bassajew die Scharia in Tschetschenien ein.

Tod durch Gift[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chattab starb am 19. März 2002 durch einen vergifteten Brief, der ihm von Ibragim Alauri, einem Boten, der von Agenten des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB rekrutiert worden war, überreicht wurde. Der Brief war mit einem schnellwirkenden Nervengift, wahrscheinlich Sarin, präpariert worden.[2] Alauri soll später ermordet worden sein.[3] Viele seiner Anhänger verließen Tschetschenien und kämpfen seither im Irak, wie z.B. der ehemalige Feldherr Abu Omar. Abu l-Walid folgte ihm als Nachfolger des antirussischen Widerstandes.

Aussagen und Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf die Frage nach seinen Ansichten zu den Terroranschlägen am 11. September 2001 antwortete Chattab, der primäre Grund dafür sei die Außenpolitik der Vereinigten Staaten gewesen. Er erklärte, dass in den Augen der gesamten Welt, Israelis Muslime töten, ihre Länder besetzen und nicht nach den Resolutionen der Vereinten Nationen handeln würden und Amerika dabei Israel unterstützen würde.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b BBC: Nachruf auf Ibn al-Chattab (en)
  2. Ian R Kenyon: The chemical weapons convention and OPCW: the challenges of the 21st century. In: Harvard Sussex Program on CBW Armament and Arms Limitation (Hrsg.): The CBW Conventions Bulletin. Nr. 56, Juni 2002, S. 47.
  3. "Who Ordered Khattab's Death?" (Memento vom 25. Juni 2011 auf WebCite), Jamestown Foundation, quoting Russian press sources