Ignacio Carrasco de Paula

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ignacio Carrasco de Paula (* 25. Oktober 1937 in Barcelona, Spanien) ist ein römisch-katholischer Theologe und Kurienbischof. Seit 2010 ist er Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben.

Leben[Bearbeiten]

Ignacio Carrasco de Paula wurde 1962 sowohl in Philosophie und als auch in Medizin mit Schwerpunkt Chirurgie promoviert. Er empfing am 8. August 1966 in Rom die Priesterweihe. Er war in verschiedenen Positionen in Rom tätig.

Von 1984 bis 1994 war er Rektor der Päpstlichen Universität vom Heiligen Kreuz PUSC in Rom und von 1994 bis 2002 Dekan der Fakultät für Moraltheologie. Von 2002 bis 2009 war er Professor für Bioethik an der Medizinischen Fakultät der Università Cattolica del Sacro Cuore UCSC in Rom und dort Direktor des Instituts für Bioethik. Er war Berater des Päpstlichen Familienrates sowie des Rates für die Gesundheitspastoral und von 1984 bis 1994 Mitglied der Ethikkommission für klinische Studien am römischen Hospital Ospedale pediatrico Bambino Gesù. Er hat zahlreiche Artikel über den Umfang der Bioethik, medizinische Ethik und Rechtsmedizin veröffentlicht.

2005 wurde er durch Papst Johannes Paul II. zum Kanzler des Päpstlichen Akademie für das Leben (Pro Vita) berufen. Ignacio Carrasco de Paula wurde am 30. Juni 2010 von Papst Benedikt XVI. zum Präsidenten der Päpstlichen Akademie für das Leben[1] und am 15. September 2010 zum Titularbischof von Thapsus[2] ernannt. Die Bischofsweihe spendete ihm am 9. Oktober 2010 Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone SDB im Petersdom; Mitkonsekratoren waren der Kardinalvikar für das Bistum Rom, Agostino Kardinal Vallini, und der Präfekt der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens, Franc Kardinal Rodé CM.

Ignacio Carrasco de Paula gehört der Prälatur vom Heiligen Kreuz und Opus Dei an.

Wirken[Bearbeiten]

Carrasco gab bekannt, im Jahr 2011 ein umfassendes wissenschaftliches Dokument über die Auswirkungen von Schwangerschaftsabbrüchen auf die psychische und emotionale Gesundheit von Frauen herauszugeben.[3]

Im Oktober 2010 kritisierte Ignacio Carrasco de Paula zwar die Vergabe des Nobelpreises für Medizin an den britischen Forscher Robert Edwards, anerkannte aber auch die Fortschritte in der Reproduktionsmedizin.[4][5][6]

Schriften[Bearbeiten]

  • Ignacio Carrasco de Paula, Paloma Chorro Vizcaíno: Identidad y estatuto del embrión humano, Ediciones Internacionales Universitarias 2000, ISBN 9788484690023
  • Ignacio Carrasco de Paula: Bioetica. Morale della vita e integrità della persona umana nella prospettiva cattolica, Edusc 2001, ISBN 9788883330056
  • Ignacio Carrasco de Paula: Questioni di bioetica, Edusc 2001, ISBN 9788883330049

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nomina del Presidente della Pontificia Accademia per la Vita, in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 30. Juni 2010.
  2. Elevazione alla dignità episcopale del Presidente della Pontificia Accademia per la Vita, in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 15. September 2010.
  3. „Vatican to study impact of abortion on women“, ICN, 2. August 2010
  4. „Vatikan übt scharfe Kritik an Nobelpreisvergabe“, Welt, 5. Oktober 2010
  5. Nobel prize ignores moral problems with IVF, says Italian professor (Memento vom 23. November 2010 im Internet Archive).
  6. „Vatikan relativiert Kritik an Nobelpreisträger Edwards“, domradio.de, 5. Oktober 2010

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Rino Fisichella Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben
seit 2010
...