Päpstliche Akademie für das Leben

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Basisdaten
Name: Päpstliche Akademie für das Leben
(lat. Pontificia Academia pro Vita)
Sitz: Via della Conciliazione 1
00193 ROMA
Präsident: Vincenzo Paglia
(seit 15. August 2016)
Kanzler: Renzo Pegoraro

Die Päpstliche Akademie für das Leben (lat.: Pontificia Academia pro Vita PAV) ist eine Päpstliche Akademie, die sich der Förderung der kirchlichen einheitlichen Lebensethik widmet. Sie forscht auch über Bioethik und katholische Moraltheologie.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes Paul II. gründete sie am 11. Februar 1994 mit dem Motu proprio „Vitae mysterium“. Obwohl die Akademie als eine selbstständige Einheit gilt, ist sie mit dem Päpstlichen Rat für die Pastoral im Krankendienst und verschiedenen anderen Dikasterien der römischen Kurie eng verbunden.

Die Akademie verfügt über 70 Mitglieder, die vom Papst aus verschiedenen Zweigen der Biomedizin und solchen, die eng mit den Problemen bei der Förderung und Verteidigung des Lebens verbunden sind, benannt werden. Außerdem gibt es Ehrenmitglieder und korrespondierende Mitglieder, die in ihren Ländern den Kontakt mit interessierten Instituten und Studienzentren herstellen sollen.

Aktivitäten und Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Akademie ist verantwortlich für die Entwicklung und Förderung von vielen kirchlichen Positionen zu Fragen der medizinischen Ethik einschließlich Reproduktion, In-vitro-Fertilisation, Gentherapie, Sterbehilfe und Abtreibung. Sie war auch zum Teil verantwortlich für die Bildung der kirchlichen Reaktion auf Vorwürfe sexuellen Missbrauchs.

Am 14. Februar 2010 richtete Papst Benedikt XVI. eine Ansprache an die Mitglieder der Akademie, um sie in ihrer Sendung zu bestärken. Er wiederholte die kirchliche Opposition gegen Gesetze in Bezug auf biomedizinische oder ethische Fragen, die ohne moralische Überlegungen beschlossen werden.

Interne Konflikte um eine Öffnung der Akademie für wissenschaftliche Erkenntnisse und Vertreter, die einer an den Zielen der so genannten Lebensrechtsbewegung orientierten Auffassung vom Lebensschutz in der Tradition Papst Johannes Paul II., wie sie von der Mehrzahl der Mitglieder der Akademie vertreten wurde, distanzierter gegenüberstehen, begannen bereits in der Endphase des Pontifikats Benedikt XVI.[1]

Kurienreform 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Pontifikat von Papst Franziskus kam es im Sommer 2016 zu einer umfassenden Neu- und Umorganisation der Akademie, die künftig mit dem neu geschaffenen Dikasterium für Laien, Familie und Leben und nicht mehr wie bisher mit der Glaubenskongregation zusammenarbeiten soll. Die Akademie für das Leben erhielt eine neue Satzung, die sie zur engen Zusammenarbeit mit anderen Organisationen aus dem Bereich der Biowissenschaften aufruft, darunter ausdrücklich auch nichtkatholische und nichtchristliche Einrichtungen. Die Mitglieder der Akademie für das Leben werden von nun an nicht mehr faktisch auf Lebenszeit ernannt, sondern ihre Ernennung ist auf jeweils fünf Jahre bei möglicher Verlängerung für weitere Amtszeiten befristet. Damit soll die Akademie verjüngt und die nötige Erneuerung vereinfacht werden.[2]

Die enge Verzahnung mit dem aufgelösten Päpstlichen Rat für die Familie, der ähnlich wie die Akademie und das ebenfalls geschlossene Päpstliche Familieninstitut lange durch die starke Dominanz des Opus Dei bestimmt war, wurde mit der Umstrukturierung aufgehoben. In diesem Zusammenhang schaffte der Papst auch die aus der Amtszeit Joseph Kardinal Ratzingers als Glaubenspräfekt stammende Verpflichtung der Mitglieder dieser Gliederungen ab, bei der Aufnahme einen die Gewissensfreiheit beschränkenden Treueeid zu unterschreiben, der sie auf bestimmte moraltheologische Ansichten festlegte. Zugleich wurde die Regelung abgeschafft, dass ehemalige Mitglieder mit Vollendung des 80. Lebensjahres automatisch Ehrenmitglieder der Akademie werden.[2]

Führung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bisherigen Präsidenten der Akademie waren:

Kanzler der Akademie ist seit Herbst 2011 der Padoveser Priester Renzo Pegoraro,[4] er hat dieses Amt im Herbst 2016 weiterhin inne.[5]

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ordentliche Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

korrespondierende Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

emeritierte Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. John L. Allen: Vatican academy mulls how pro-life is pro-life enough. In: National Catholic Reporter, 30. Mai 2012, abgerufen am 21. September 2017.
  2. a b Päpstliche Akademie fürs Leben stellt sich neu auf. In: Radio Vatikan, 5. November 2016, abgerufen am 15. September 2017.
  3. Nomina del Gran Cancelliere del Pontificio Istituto “Giovanni Paolo II” per Studi su Matrimonio e Famiglia e nomina del Presidente della Pontificia Accademia per la Vita. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 17. August 2016, abgerufen am 18. August 2016 (italienisch).
  4. @1@2Vorlage:Toter Link/www.oecumene.radiovaticana.org Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven: Vatikan: Neuer Kanzler für Päpstliche Akademie für das Leben, in: Radio Vatikan, 12. September 2011.
  5. Personalprofil für Renzo Pegoraro bei seinem Heimatbistum Padua, abgerufen am 15. September 2017.
  6. Nomina di Membri del Consiglio Direttivo della Pontificia Accademia per la Vita. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 5. August 2017, abgerufen am 5. August 2017 (italienisch).
  7. a b Nomina di Membri Ordinari della Pontificia Accademia per la Vita. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 13. Juni 2017, abgerufen am 13. Juni 2017 (italienisch).
  8. Papst ernennt Mitglieder der Akademie für das Leben. In: Radio Vatikan, 13. Juni 2017, abgerufen am 25. September 2017.
  9. Küng und das österreichische Opus Dei. In: Der Standard, 15./16. April 2006, abgerufen am 15. September 2017.
  10. a b Robert Hutchison: Their Kingdom Come. Inside the Secret World of Opus Dei. Doubleday, London 1997 (St. Martin's Press, New York 2006), S. 442.