Ignaz Kober

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Ignaz Kober (* 19. Februar 1756 in Olmütz, Mähren (heute Tschechien)[1]; † 17. September 1813[2] in Wien) war ein Orgelbauer.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1802 fertigte der Wiener Hoforgelbauer Ignaz Kober das bis 1995 erhaltene große Orgelwerk[3] mit 64 Registern für die dortige Schottenkirche. Unter Verwendung von Teilen des Gehäuses der Römerorgel entstand ein über 50-registriges Instrument, das aber nur zwei Manuale hat. Diese Orgel hat Stimmen mit durchschlagenden Zungen wie das Orchestrion von Georg Joseph Vogler.[4] Vogler war von 1798 bis 1800 in Prag, von 1800 bis 1804 in Wien, dann in Salzburg, und 1805 in München. In zahlreichen Orgeln ließ er auf eigene Kosten sein System mit durchschlagender Zungen und anderen Neuerungen einbauen. Ignaz Kober und viele weitere Orgelbauer verdankten diesem Umstand viel.[5]

Weitere Orgeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im nördlichen Querhausarm der Stiftskirche Heiligenkreuz hat eine große Kober-Orgel, deren Höhe fast die Decke erreicht, nach erfolgter Restaurierung durch Helmut Allgäuer im Jahre 1997 einen würdigen Platz gefunden. Die Orgel ist 1804 vom k.u.k. Hoforgelbaumeister Ignaz Kober gebaut worden und besitzt zwei Manuale, 55 Register und 2959 Pfeifen. Berühmte Komponisten wie Franz Schubert und Anton Bruckner haben auf ihr gespielt. Sie stand bis 1950 auf einer im Barock eingezogenen Empore über dem Hauptportal des Langhauses. Sie verfälschte damit die Raumwirkung des romanischen Schiffs und verdeckte den Lichteinfall durch die Fenster der Westwand. Die Empore wurde abgetragen und die Orgel versetzt. Die alte Pfarrkirche in Gloggnitz stattete Kober um 1800 einer Orgel (I/9m) aus, die 1996 von Diethart Pemmer (Purk, N.Ö.) restauriert wurde.[6]

Von Kober sind in Ungarn zwei Orgeln bekannt. Der Meister hat im Mai 1806 in der Kathedrale von Fünfkirchen eine 38-registrige Orgel mit zwei Manuale und Pedal errichtet. Nach Abschluss der Arbeit ließ sich sein Mithelfer, Franciscus Vogt in Fünfkirchen nieder und seit fast einem halben Jahrhundert hat er viele ausgezeichnete Orgeln gebaut. Die Orgel der Kathedrale wurde 1887 von der Firma Angster & Sohn abgebaut und durch einen Neubau ersetzt.[7] Im Jahre 1808 wurde Kober beauftragt die Orgel des Doms von Steinamanger zu bauen, aber bevor das Instrument fertig war, starb er. Die Orgel wurde 1814 von Albert Gáspár Dorner, einen ortsansässigen Orgelbauer fertiggestellt. Am 7. September 1947 wurde der Dom mehrere Bomben getroffen, dann die Orgel zerstört wurde.[8]

Lehrmeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Georg Gröber absolvierte bei Ignaz Kober eine dreijährige Lehre.[9] Es gab noch weitere bedeutende Orgelbauer, die bei Ignaz Kober gelernt hatten. Leopold Sauer aus Prag bezeugt dies selber in einem Bericht der Musikalischen Zeitschrift.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Oesterreichisches Musiklexikon, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2004, Band 3, ISBN 3-7001-3045-7.
  2. Wiener Zeitung, 21. September 1813, S. 326.
  3. Orgeln in Österreich 1983, Seite 110, books.google.at
  4. Allgemeine musikalische Zeitung, Band 25, Seite 143 books.google.at
  5. Robert Eitner: Vogler, Georg Joseph. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 40, Duncker & Humblot, Leipzig 1896, S. 169–177.
  6. onlineÖsterreichische Orgeldatenbank Karl Schütz
  7. Kilián Szigeti: Régi magyar orgonák - Pécs (Alte ungarische Orgeln - Fünfkirchen). Zeneműkiadó, Budapest 1979, ISBN 963-330-278-1, S. 40–44.
  8. A székesegyház orgonái. (PDF) Abgerufen am 11. November 2017 (ungarisch).
  9. http://orgeln.musikland-tirol.at/ob/Groeber-Joh-Georg.html