Igort

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Igort

Igort (* 26. September 1958 in Cagliari als Igor Tuveri) ist ein italienischer Comiczeichner.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Igor Tuveri wurde am 26. September 1958 als Sohn eines klassischen Komponisten in Cagliari auf Sardinien geboren. Bereits in seiner Kindheit kam er dank seines Vaters und seiner Großmutter mit russischer Musik und Literatur in Kontakt, was sein späteres Werk nachhaltig prägen sollte. Mit 20 Jahren zog Igort nach Bologna, um dort als professioneller Comiczeichner zu arbeiten. Er konnte seine ersten Arbeiten 1978 publizieren. Nach Beiträgen für das italienische Comicmagazin Linus gründete er Anfang der 1980er zusammen mit Lorenzo Mattotti, Daniele Brolli, Roberto Baldazzini und Giorgio Carpinteri die Künstlergruppe Valvoline, die ab 1981 das Independent-Comicmagazin Il Pinguino herausbrachte. Durch seine Beiträge bei Valvoline arbeitete Igort als einer der ersten europäischen Comicautoren für japanische Verlage.[1][2]

Ab Ende der 1990er Jahre veröffentlichte Igort einige experimentelle Einzelalben bei Comicverlagen in Frankreich und Italien und wurde auch in den Magazinen Métal hurlant und L´Écho des Savanes vorgestellt.[2] In den 1990er Jahren verbrachte der Künstler immer wieder längere Zeit in Japan und zeichnete hier etwa die Serie Amore et Yuri für den japanischen Verlag Kōdansha. Seinen eigenen Verlag Coconino Press gründete er im Jahr 2000 gemeinsam mit Carlo Barbieri.[3] Mit seinem Werk Berichte aus der Ukraine (Erinnerungen an die Zeit der UdSSR) erschien 2011 die erste Comic-Reportage des Autors. Er verbrachte dafür mehrere Monate in der Ukraine und sprach mit Zeitzeugen aus unterschiedlichen Jahrzehnten. Der Comic beschäftigt sich insbesondere mit der schweren Hungersnot Holodomor Anfang der 1930er.[4] Weitere Comic-Reportagen widmete Igort Russland und Japan. Zum zweiten Reisebericht, den Igort Japan widmete, ist im Jahr 2018 ebenfalls die Dokumentation Manga do, Igort e la via del Manga entstanden.[5]

Igort arbeitet ebenfalls als Autor und Moderator im italienischen Rundfunk RAI und verfasste Drehbücher fürs Fernsehen.[2]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Lethargie der Sinne. Schreiber & Leser, Hamburg 1992, 52 Seiten, vierfarbig, Hardcover, ISBN 3-922548-95-4.
  • 5 ist die perfekte Zahl. avant-verlag, Berlin 2003, 176 Seiten, zweifarbig, Softcover, ISBN 3-9807725-2-7.
  • Fats Waller. avant-verlag, Berlin 2005, 136 Seiten, vierfarbig, Softcover, ISBN 978-3-980942-85-0.
  • Baobab 1. avant-verlag, Berlin 2005, 32 Seiten, Duotone, Softcover, ISBN 978-3-939080-01-5.
  • Baobab 2. avant-verlag, Berlin 2006, 32 Seiten, Duotone, Softcover, ISBN 978-3-939080-20-6.
  • Berichte aus der Ukraine (Erinnerungen an die Zeit der UdSSR). Reprodukt, Berlin 2011, 180 Seiten, farbig, 17 × 24 cm, Klappenbroschur, ISBN 978-3-941099-61-6.
  • Berichte aus Russland (Der vergessene Krieg im Kaukasus). Reprodukt, Berlin 2013, 176 Seiten, farbig, 17 × 24 cm, Klappenbroschur, ISBN 978-3-943143-37-9.
  • Berichte aus Japan 1 – Eine Reise ins Reich der Zeichen. Reprodukt, Berlin 2016, 184 Seiten, farbig, 17 × 24 cm, Klappenbroschur, ISBN 978-3-95640-075-9.
  • Berichte aus Japan 2 – Ein Zeichner auf Wanderschaft. Reprodukt, Berlin 2017, 184 Seiten, farbig, 17 × 24 cm, Klappenbroschur, ISBN 978-3-95640-164-0.
  • Kokoro – Der verborgene Klang der Dinge. Reprodukt, Berlin 2020, 128 Seiten, farbig, 26,8 × 19 cm, Hardcover, ISBN 978-3-95640-233-3.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Igort: Die Lethargie der Sinne, Verlag Schreiber & Leser, München 1992, S. 48

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Autoren  & Künstler – Igort. In: reprodukt.com. Abgerufen am 16. Januar 2021.
  2. a b c Igort. In: avant-verlag.de. Abgerufen am 16. Januar 2021.
  3. Chi siamo. In: coconinopress.it. Abgerufen am 16. Januar 2021 (italienisch).
  4. Ein Blick nach Osten. In: comicradioshow.com. 12. Dezember 2011, abgerufen am 16. Januar 2021.
  5. Manga do, Igort e la via del Manga. In: imdb.com. Abgerufen am 26. Januar 2021.
  6. Comic des Jahres – Preis für Schwarzweiß. In: spiegel.de. 8. Oktober 2003, abgerufen am 16. Januar 2021.