Interne Kommunikation

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Als interne Kommunikation wird die verbale und nonverbale Kommunikation zwischen Angehörigen einer bestimmten Gruppe oder Organisation verstanden, mit Sinn und Zweck der Optimierung organisatorischer Abläufe (Effizienz), Informationsverbreitung (Transparenz), Austausch (Dialog) sowie Motivation und Bindung. Damit ist die interne Kommunikation einer von zwei Teilbereichen der Organisations- bzw. Unternehmenskommunikation. Für die interne Kommunikation von Unternehmen und anderen Organisationen, wie z. B. Nichtregierungsorganisationen, Parteien oder Behörden, wird auch synonym der Begriff "Mitarbeiterkommunikation" verwendet.

Interne Kommunikation ist eine Führungsfunktion, die als Kommunikations- und Verhaltensmanagement Organisationsziele wie Information, Motivation und Identifikation unterstützt.

Grundsätzlich können zwei verschiedene Arten interner Kommunikation unterschieden werden: die formelle Kommunikation und die informelle Kommunikation.

Formelle interne Kommunikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundsätzlich unterscheidet sich ein einzelner Kommunikationsprozess in Unternehmen nicht von einer Kommunikation im privaten Bereich, d. h. die allgemeinen Grundlagen der Kommunikation haben auch hier ihre Wirkung. Jedoch ergeben sich insgesamt Unterschiede durch bestimmte in Unternehmen bestehende Rahmenbedingungen. Die geplante Kommunikation in Unternehmen ist nicht frei gestaltbar, sondern determiniert sich durch die organisatorischen Vorgaben und Regeln, diese geben sowohl Form und Inhalt, als auch den Ablauf der Kommunikation vor. Daher nennt man diesen organisierten Teil der internen Kommunikation formell.

Merkmal dieser formellen Kommunikation ist es, dass sie meist dauerhaft und personenunabhängig organisiert ist, um einen reibungslosen innerbetrieblichen Kommunikationsfluss zu gewährleisten.

Innerhalb der Internen Kommunikation unterscheidet man 4 Bereiche, die sich jedoch teilweise überschneiden:

  • CEO-Kommunikation: durch das oberste operative Führungsorgan wahrgenommen – stellt den Informations- und Kommunikationsfluss gegenüber den Führungskräften, einzelnen Gruppen von Mitarbeitenden oder der Gesamtbelegschaft sicher
  • Führungskommunikation: durch die organisatorisch festgelegten Führungsstrukturen wahrgenommen – geschieht kaskadenartig: von oben nach unten mit zunehmender Breitenwirkung.
  • HR-Kommunikation: durch die Personalabteilung wahrgenommen – beinhaltet sämtliche personalrelevanten Daten und Neuigkeiten, z. B. Eintritte und Austritte von Mitarbeitenden oder Änderungen bezüglich der generellen Anstellungsbedingungen oder aktuelle Feiertagsregelungen
  • Interne Unternehmenskommunikation: durch die Kommunikationsabteilung – mittels festgelegter, institutionalisierter interner Medien, stellt den bereichsübergreifenden Informations- und Kommunikationsfluss innerhalb des Unternehmens sicher (siehe Instrumente der internen Kommunikation).

Die Pflicht zur formellen Organisation der Kommunikationsprozesse ergibt sich in Deutschland beispielsweise aus dem Betriebsverfassungsgesetz. So sind nach §§ 81–83 die Arbeitgeber verpflichtet, die Arbeitnehmer über ihre Arbeitsaufgaben, Gefahren, Personalunterlagen etc. zu informieren. Über diese Pflichtkommunikation hinaus werden jedoch alle Unternehmen versuchen, die interne Kommunikation zur Optimierung ihrer organisatorischen Abläufe zu nutzen, um die eingangs genannten Ziele zu erreichen.

In der Regel wird formelle mündliche interne Kommunikation in bestimmter Art und Weise verschriftlicht (Protokolle, E-Mail, Gesprächsnotizen) und kann mit Hilfe eines Workflow-Management-Systems geregelt werden.

Informelle interne Kommunikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Merkmale der formellen Kommunikation hinaus zeichnet sich die Interne Kommunikation noch durch einen informellen Anteil aus, der den gesamten nicht vorgeschriebenen und organisatorisch geregelten Anteil umfasst. In der Vergangenheit wurde dieser – häufig als „Flurfunk“ oder als "Latrinenweg" bezeichnete – Anteil als unzuverlässig, wenig berechenbar und daher als Störung der formellen Kommunikation verstanden und versucht, diese informelle Kommunikation weitestgehend zu unterbinden. Aktive und transparente informelle interne Kommunikation ist die beste Maßnahme, um die informelle interne Kommunikation zu minimieren resp zu steuern.

Instrumente der internen Kommunikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typische interne Kommunikationsmittel sind:

Darüber hinaus können im Prinzip sämtliche Kommunikationsmittel auch für die interne (Unternehmens-)Kommunikation eingesetzt werden.

Zu den weniger häufig genutzten, eher aufwändigeren, aber dafür überraschenderen und wirkungsvolleren Kommunikationsmitteln gehören:

Stark involviert in Prozesse der internen Kommunikation, insbesondere, wenn es um elektronische Umsetzung kommunikationsrelevanter Bedarfe in der Unternehmenskommunikation geht, sind in der Regel Wissensmanager.

Auch in der internen Kommunikation kombiniert man in der Regel Push- mit Pull-Instrumenten.

  • Push-Instrumente sind Medien, die Informationen aktiv an eine bestimmte Empfängergruppe herantragen, z. B. E-Mails.
  • Pull-Medien stellen Informationen auf einer bestimmten Plattform zur Verfügung – diese müssen jedoch aktiv abgerufen werden (beispielsweise Informationen im Intranet oder am Schwarzen Brett).

Mittels Pull-Medien können die Mitarbeitenden aufgefordert und motiviert werden, die Informationen auf einem Push-Medium abzurufen (z. B. interner Newsletter mit Verweis auf das neue Corporate Video im Intranet).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abwärtskommunikation zur Analyse der Eigenschaften des Kommunikationsflusses von der Hierarchiespitze ausgehend.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Madlen Brückner: BEYOND – Fachmagazin für Interne Kommunikation, Berlin / Mannheim, seit 2013, ISSN 2510-4136
  • Lars Dörfel & Philipp Mann (Hrsg.): Trendmonitor Interne Kommunikation 2016, Berlin / Mainz, Dezember 2016
  • Lars Dörfel & Lutz Hirsch (Hrsg.): Intranet – Marktübersicht und Trends 2018, Berlin / Hamburg, November 2017
  • Marcus Bradtke-Hellthaler: Interne Kommunikation in der Arbeitsrechtspraxis. Implikationen zur Optimierung der unternehmensinternen Kommunikation am Beispiel der betrieblichen Arbeitsrechtspraxis von KMU. Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2008, ISBN 978-3-8300-4046-0.
  • Hochschule für Wirtschaft Luzern: Forschungsprojekt „Interne Kommunikation in der Schweiz: Status quo und Potentiale“, Luzern 2005. vom Januar 2008.
  • Francoise Cantin: Die innerbetriebliche Kommunikation verstehen und gestalten, Bern, 1999 ISBN 3258060843
  • Tobias Cohrs: Interne Kommunikationsprozesse, Göttingen 2004 ISBN 3925327789
  • Lars Dörfel (Hrsg.): Instrumente und Techniken der Internen Kommunikation: Trends, Nutzen und Wirklichkeit. Berlin 2008 ISBN 978-3-940543-04-2
  • Lars Dörfel (Hrsg.): Interne Kommunikation: Die Kraft entsteht im Maschinenraum, Berlin, 2007 ISBN 978-3940543004
  • Ulrike Führmann, Klaus Schmidbauer: "Wie kommt System in die interne Kommunikation?", Berlin 2016, 3., komplett überarbeitete und aktualisierte Auflage, ISBN 978-3933689153
  • Dieter Herbst: Rede mit mir – Warum interne Kommunikation für Mitarbeitende so wichtig ist und wie sie funktionieren könnte. Berlin, ISBN 978-3-940543-08-0
  • Andreas Jäggi/Viviane Egli: "Interne Kommunikation in der Praxis. Sieben Analysen, sieben Fallbeispiele, sieben Meinungen." Zürich 2007, ISBN 978-3-03823-372-5
  • Michael Kalthoff-Mahnke, Eberhard Wolf, H.J. Berg: Jahrbuch Interne Kommunikation 2007, Dortmund, 2007 ISBN 978-3000210143
  • Jan Lies (2015): interne Kommunikation – als Informationspflicht, in: Lies, J. (Hg.): Praxis des PR-Managements Strategien – Instrumente – Anwendung, Wiesbaden, S. 128–130.
  • Jan Lies (2015): Ziele, Teilbereiche und Aufgaben der internen Kommunikation, in: Lies, J. (Hg.): Praxis des PR-Managements Strategien – Instrumente – Anwendung, Wiesbaden, S. 112–117.
  • Nathalie Noll: Gestaltungsperspektiven interner Kommunikation, Wiesbaden, 1996 ISBN 3409132783
  • Heike Steinmetz: Kommunikation für Führungskräfte. Der gezielte Dialog im Unternehmen, Frankfurt, 2005, ISBN 3-636-012177
  • Mathias Brandstädter, Sandra Grootz, Thomas Ullrich: Interne Kommunikation im Krankenhaus: Gelungene Interaktion zwischen Unternehmen und Mitarbeitern. Springer Verlag, Heidelberg 2016, ISBN 3662451530