Ira Schneider

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ira Schneider

Ira Schneider (* 2. März 1939 in New York City, USA) ist ein amerikanischer Fotograf, Video-, Installations- und Medienkünstler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1956 beginnt Ira Schneider sein Studium in experimenteller Psychologie und vergleichenden Literaturwissenschaften an der Brown University New York und beendet es 1960 mit dem Bachelor of Arts. Darauf folgt bis 1961 ein Auslandssemester in München an der Ludwig-Maximilians-Universität mit einem Studium von Kunstgeschichte und Sprachwissenschaft (englische Philologie). Dieser Aufenthalt löst bei ihm die erste intensive Auseinandersetzung mit der deutsch-europäischen Kunstgeschichte sowie dem europäischen Film aus, den er reichlich im Münchner Programmkino "Studio für Filmkunst" in der Occamstraße studieren konnte. In dieser Zeit reist er auch in mehrere europäische Großstädte. 1961 geht Schneider zurück in die USA, um an der Universität von Wisconsin in Madison Experimental-Psychologie und Wissenschaftsphilosophie zu studieren; 1964 macht er seinen Master.

Video und Fotografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Fotografie beginnt Schneider 1952; es folgt die Arbeit an 16-mm-Filmen. Seine Video-Pionierleistung beginnt Mitte der 60er Jahre, als er das Nachtleben der New Yorker Undergroundszene auf Video begleitet: In einer beliebten kleinen Boutique, in der unten ein Club ist, in dem Jimi Hendrix, Janis Joplin, The Doors, The Who und viele weitere Musiker und Musikerinnen der Rockmusik auftreten. 1962 bis 1968 entstehen acht experimentelle Kurzfilme, darunter Lost in Cuddihy und The Ghost of Wittgenstein. Er geht 1969 zum Woodstock-Festival und experimentiert mit der Videokamera; er nimmt nicht die Musiker auf, sondern beobachtet das Geschehen um Woodstock herum im Publikum, so entsteht das Video Woodstock.[1] Mit seinem Partner Frank Gillette realisiert Ira Schneider 1969 die Installation Wipe Cycle, die gemeinsam mit Arbeiten von Nam June Paik in der ersten Gruppenausstellung für Videokunst in New York gezeigt wird. 1970 gründet er die Zeitung Radical Software, für die er bis 1974 als einer der Herausgeber und Redakteure tätig ist. Ebenfalls 1970 wird er auch Mitglied der Raindance Foundation, einer medienökologisch orientierten Gruppe. 1974 ist seine erste Einzelausstellung mit der Video Installation Manhattan is an Island[2] und eine Gruppenausstellung mit der gleichen Installation im Syracuse – Museum of Fine Arts (seit 1968 Everson Museum of Fine Arts) New York City. Des Weiteren folgt die Videoinstallation Echo von 1975, projizierte visuelle Echos der Ausstellungsbesucher. Im Jahre 1976 wird von Ira Schneider (co/editor Beryl Korot) das erste Buch, das sich mit dem neuen Medium Video als Kunstform auseinandersetzt, in New York herausgegeben, es heißt VIDEO ART An Anthology. Seine Installation Time Zones wurde erstmals im Jahr 1981 im Whitney Museum New York City und 1984 in einer Gruppenausstellung mit Duchamp, Man Ray, Paik und Monet in Brüssel gezeigt. Außerdem war sie in London, Wien, Lyon und Mannheim zu sehen.

Eines seiner wichtigsten Videos, A Weekend on the Beach with Jean-Luc Godard von 1984, zeigt die Begegnung (auf der Terrasse seines Strandhaus in Los Angeles, USA) mit Wim Wenders, Jean-Luc Godard und Heiner Müller. Mit einem Stipendium kommt er 1993 nach Berlin, wo er jetzt lebt und 1995 sein Video Datenraum Deutschland[3] entwickelte. Bis heute begleitet er das Berliner Nachtleben mit seiner Videokamera und der Fotokamera, 1999 filmte er das Video Schneider heiratet seine SONYA, eine Vereinigung mit seinem TV-Leben, dessen 50-jähriges Jubiläum er 1998 feierte. Immer wieder gibt es Ausstellungen mit seinen Fotografien, in Berlin entwickelt er seine fotografische Serie Baulin, eine Fotoserie von Fußwegen und Renovierungsarbeiten an Häusern im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg, auch RGB entsteht in dieser Serie.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hannah-Höch-Preis[4] für Video Kunst 2006

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2014: Herr Ira Schneider kocht – Videoinstallation und Internationale Küche. ZAGREUS Projekt KochKunstGalerie, Berlin[5]
  • 2006: Neuer Berliner Kunstverein, Berlin
  • 2005: Art Center, Berlin
  • 2004: Zuviel TV, Joselite Centrum, Berlin
  • 2003: Linc Art Gallery, San Francisco
  • 2002: Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe
  • 2001: Studio 63, Berlin
  • 2000: National Galerie, Prag, Art Akademie Budapest, HDK Berlin
  • 1998: Humboldt-Universität zu Berlin
  • 1998: Neuer Berliner Kunstverein, Berlin
  • 1997: Institut Galerie & Kaufladen, Berlin
  • 1997: Anthology Film Archive, N.Y.C.
  • 1996: Shift e.V., Berlin
  • 1994: Akademie der Kunst, Saarbrücken
  • 1993: Kunstakademie Düsseldorf
  • 1992: Konrad Wolf Filmschule, Babelsberg
  • 1992: Night Light TV, N.Y.C., cable-tv show
  • 1988: Museum of Image & Sound, Sao Paulo
  • 1981: Whitney Museum of American Art, N.Y.C., „Timezones, a reality simulation“
  • 1980: Everson Museum, Syracuse, N.Y., „Timezones“
  • 1979: Environmental Communications & Some Small Business, Venice, Ca.
  • 1979: Boston Film & Video Coop
  • 1978: AVZ GRAZ
  • 1978: Anthology Film Archive, N.Y.C., „Echo“
  • 1977: Whitney Museum of American Art, N.Y.C., „Manhattan is an Island“
  • 1976: Synapse, Syracuse University, N.Y.C., „Echo“
  • 1975: The Kitchen, N.Y.C., „Video 75“
  • 1974: The Kitchen, N.Y.C., „Manhattan is an Island“

Gruppenausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2007: Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía[6] Madrid, „Manhattan is an Island“, mit Nam June Paik, Takahiko Iimura, Joan Logue, Wolf Vostell und anderen
  • 2007: Galerie der Künste, Berlin Strictly Berlin „007 - Targets of Opportunity“ (kuratiert von Ingeborg Fülepp und Heiko Daxl)
  • 2006: Galerie Walden, Berlin, mit Emmett Williams, Willoughby Sharp, Pamella Smith, David Medalla, Ann Noel, Reinhart Buettner
  • 2006: Galerie der Künste, Berlin, Strictly Berlin „2000–2006“ (kuratiert von Ingeborg Fülepp und Heiko Daxl)
  • 2005: ZuvielTV, Art Salon Berlin; Kunstfilm Biennale premiere, Köln; Zamek, Poznań
  • 2004: Nikolaj Gallery, Kopenhagen, Max’s Kansas City Club Show
  • 2003: Kunstpunkt Berlin, mit Emmett Williams und Ann Noel
  • 2002: Kunstpunkt Berlin
  • 1999/2000: Art Forum, Berlin
  • 1998: Museum of Modern Art, New York
  • 1997: Art Forum, Messe Berlin, Art Club Berlin
  • 1994: Whitney Museum of American Art, N.Y.C. „TV as a Creative Medium“, 25. Jubiläum der ersten New Yorker Gruppenausstellung zum Thema Videokunst in der Howard Wise Gallery von 1969, mit Nam June Paik, Frank Gillette, Paul Ryan und anderen
  • 1994: America Haus, Berlin, Fulbright meetings, „Wanderungen durch die deutschen Länder“
  • 1991: The Kitchen, N.Y.C. Raindance Foundation 20th. anniversary exhibition; mit Beryl Korot, Frank Gillette, Paul Ryan und Davidson Gigliotti
  • 1989: Kongresshalle, Berlin, Video Sculpture, ca. 45 Installationen, „Wipe Cycle“ mit Frank Gillette
  • 1989: Kölnischer Kunstverein, Video Sculpture, ca. 45 Installationen, „Wipe Cycle“ mit Frank Gillette, Nam June Paik, Kubota, Toni Oursler, Jeffrey Shaw, Campus, Levine, Schwartz, Graham, Muntades und anderen
  • 1985: traveling show, Time, the fourth dimension in Art, The Barbican Center London, Museum Moderne Kunst Wien, Museum Nouvelle Lyon, Kunsthalle Mannheim,
  • 1984: Palais de Beaux Art, Brussels, Time, the fourth dimension in Art, „Timezones“ (Videobänder von 24 verschiedenen Zeitzonenaufnahmen rund um den Globus, in der selbigen Zeit aufgenommen), mit Marcel Duchamp, Man Ray, Nam June Paik, Monet, D. Oppenheim, Auguste Rodin und anderen
  • 1980: Winter Olympics, Lake Placid, N.Y. „Timezones“, mit Nam June Paik, Gillette und anderen
  • 1975: Kennedy Center, Washington, D.C.
  • 1975: Institute of Contemporary Art, Philadelphia
  • 1974: Museum of Contemporary Art, Chicago
  • 1970: Rose Art Museum, Waltham, Mass. „Random Interlace Content Electronics“ mit Videofreex, F. Gillette, Nam June Paik, P. Ryan und anderen
  • 1969: Howard Wise Gallery, N.Y.C., TV as a Creative Medium, „Wipe Cycle“ mit F. Gillette und Arbeiten von Nam June Paik, Paik/Charlotte Moorman, Paul Ryan, Aldo Tambolini und anderen

Videoarbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2005: „More or Less Related Incidents in Recent History“ (A) 39min., - +
  • 2005: „(A) 28″30″“ an information collage
  • 2004: „2+2=4“ (D), 30 Sek.
  • 2003: „The Two Woodstock Festivals of 1994“ (D), 24 Min.
  • 2002: „Bob Rutman, Artist, Musician, instrument maker“ (D), 60 Min.
  • 2001: „TV as a Creative Medium“ (D) from 1969,11 Min., s/w, „Vision & Television“ (D) from 1970, 35 Min. s/w. „Brazil, the Sleeping Giant“ (A/D) 58 Min.
  • 2000: „How Bill Viola Does It“ (A), 2 Min.
  • 1999: „Schneider heiratet seine SONYa“ (A), 3 Min.; „Schneider Marries his SONYa“, 3 Min.
  • 1998: „Nam June Paik is eating Sushi in South Beach“ (Miami, Florida), (A), 1 Min.
  • 1997: „The Frantic Pedantic Semantic Antic“ (A), sound & color added to original 1965 silent film, 8 Min.
  • 1996: „Mr. Fluxus“, Memorial to George Maciunas, May 1, 1996, Wiesbaden w. many Fluxians (D) 2 h.
  • 1995: „Datenraum Deutschland“, (I) edits of 16 Bundesland tapes about past & present cultural expression, visitors walk on large (16x12m) map of Germany, 16 tapes play simultaneously
  • 1994: „The 2 Woodstock Festivals of 1994“ Saugerties – Bethel, N.Y., (D), 1 h. Auswahl (mit Martin Hamlet)
  • 1993: „Das Vereinigte Deutschland“, Sampler der Videos der Installation von 1995, (D), ca. 30 Min.
  • 1992: „Video Skulptur“, (D) of the 1989 group video show, Kunstverein Köln, ca. 40 Installationen, 30 Min.
  • 1992: „Neil Williams’s Wake“, (D) F. Stella, J. Schnabel, Viva, Ultraviolet, Taylor Mead etc. attended, 70 Min.
  • 1991: „John Campbell“ great blues guitarist at Nells, 14th St. N.Y.C., (D), 2 h. (NTSC)
  • 1990: „Music from the N.Y. clubs- J. Campbell at Nells“, „Mystic Chain“ at the BBQ, 4 h
  • 1989: „The World Trade Center“ (A), Animation, 30 Sekunden
  • 1989: „People walking through the Berlin Wall“, (A) trick, Aug. 1989, shown in Kongresshalle Berlin, 5 min. in „Wipe Cycle“, (I) by I.S. & F.Gillette, part of „Video Skulptur“ group show, Aug.27-Sept. 27, 1989, (NTSC)
  • 1988: „A Day at Copacabana Beach“, (A), Rio folk culture at the beach, 12 Min.*
  • 1987: „The New York City Parking Game“, (A), complicated rules & heavy penalties, happy ending, 10 Min.
  • 1986: „Either a Honeymoon or a Forced March“, (A) manic trip, Paris, Italy, Yugo., Austria, Germany, 1 h
  • 1985: „Bigelows Luncheonette Closes Forever“ (D), the Village loses a favorite meeting&eating spot, 26 Min.
  • 1984: „TV as a Creative Medium“(D), the first group videoshow in N.Y. 1969, Howard Wise Gallery, 10 Min.
  • 1984: „The 11th. Greenwich Village Halloween Parade“ (A/D), archetypal all saints day, 36 Min.
  • 1984: „A Weekend at the Beach“ (A/D), w. Jean-Luc Godard, Wim Wenders, Heiner Müller u. a., 1978, Calif., 7 Min.
  • 1980: „TIMEZONES“, a reality simulation, (I) 24 videos, 30 min. of each time zone, played simultaneously giving the feeling that one could see all over the world at the same time;
  • 1978: „Some Scenes in Southern California“, (A), landscapes & mellow culture, 13 Min., (I) with below;*
  • 1977: „Several Minutes of Several Days in the Hamptons“, N.Y. beach culture, 13 Min., (I) with above, b/w;*
  • 1976: „Echo“ (A/D/I), doc. of visual (Video) echo installation, Syracuse N.Y., 12 Min.
  • 1976: „More or Less Related incidents in Recent History“,(A/D) mix of 25 yrs. of news, war, culture, 41 Min*.
  • 1975: „Bit, Chunks, and Pieces“, (A) prototype for video disc on American culture,b/w, 50 Min.,(I), Video 75* (NTSC)
  • 1974: „Manhattan is an Island“, map (I), experience all Manhattan in one space, 6 tapes simult., b/w, 1 h.*
  • 1974: „Gregory Bateson“, (D), lecture on biology & culture, Lehman College, N.Y., b/w, ca. 60 Min.
  • 1973: Richard Serra, installing sculpture at the Staedlik Museum, Amsterdam, (D), b/w, ca. 5 Min.
  • 1973: „The Boring Years“, (A) city & country contrasts, with Beryl Korot, b/w, 5 Min.*
  • 1973: „The Fourth of July in Saugerties“, (A/D) typical American celebration, w. B.Korot, b/w, ca. 5 Min.
  • 1970: „Media Primer“ (D), relationship of media to American culture, b/w, 30 Min.*
  • 1970: „Steve Miller Group, The Who, Mountain, Jefferson Airplane at the Fillmore East“, b/w, jeweils ca. 30 Min. (NTSC);
  • 1970: „Buckminster Fuller“ (D), rap on the history of civilization & ecology, b/w, 35 min., director/editor;
  • 1969: „Abbie Hofmann“ (D), rap on the Chicago 8 trial & America, b/w, 20 min. producer & sound;
  • 1969: „The Rolling Stones free Concert“ at Altamont, Ca. (D), subject of „Give Me Shelter“, s/w 3 h.
  • 1969: „The Woodstock Festival“, (D) backstage, crowds, sociology, b/w, 60 Nin.
  • 1969: „Wipe Cycle“, (I) with Frank Gillette, two 30 min. edited tapes, 2 video time delays, 1 live camera, mixing the audience into the art work as active participants (NTSC)
  • 1969: „The Ohio Tapes“, (D/A) farmers, students, performance, America, with Frank Gillette, b/w, 9 h (NTSC). *above = „Information Collage“, style of combining audio & visual data

Fotografische Arbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Auszüge):

  • 50 Jahre – 2000 Jahre alte Skulptur mit Gummistiefel von 1959
  • 60/90 Jahre – Rock'n Roll Greats[7]
  • 70 Jahre – Sand
  • 80 Jahre – Rush Hour I–III
  • 90 Jahre – Baulin, Berlin building site, RGB
  • 2000–Japan, Venice, The Tiger’s Wash, Water, Salvador Picasso

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Radical Software. 1970–1974, ZDB-ID 1095862-9.
  • Ira Schneider, Beryl Korot (Hrsg.): Video art. An Anthology. Harcourt Brace Jovanovich, New York NY 1976, ISBN 0-15-193632-3.
  • Katja Albers (Hrsg.): Ira Schneider – mysteries in reality. Ed. Braus, Heidelberg 2006, ISBN 3-89904-264-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]
  2. [2]
  3. [3]
  4. nbk.org (Memento des Originals vom 8. Februar 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nbk.org
  5. http://www.zagreus.net/herr-ira-schneider-kocht/
  6. Archivlink (Memento des Originals vom 8. Februar 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.museoreinasofia.es
  7. [4]