Isole di Brissago

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Isole di Brissago
Die Brissago-Inseln im Lago Maggiore
Die Brissago-Inseln im Lago Maggiore
Gewässer Lago Maggiore
Geographische Lage 700184 / 10992146.1333333333338.735Koordinaten: 46° 8′ N, 8° 44′ O; CH1903: 700184 / 109921
Isole di Brissago (Tessin)
Isole di Brissago
Anzahl der Inseln 2
Hauptinsel San Pancrazio
(Grande Isola)
Gesamtfläche 0,033754 km²

Die Brissago-Inseln (italienisch Isole di Brissago) liegen auf der Schweizer Seite des Langensees, etwa 2,5 km von Brissago und 3,5 km von Ascona entfernt. Bis zum Ort Porto Ronco, von wo aus die Inseln per Shuttle-Boot erreicht werden können, sind es circa 1 km.

Geographie und Klima[Bearbeiten]

San Pancrazio (auch Grande Isola genannt) ist die grössere der beiden Inseln und beherbergt einen botanischen Garten. Die kleinere Insel, Isolino, Isola Piccola oder Isola di Sant’Apollinare genannt, ist weitgehend naturbelassen.

Auf der Insel Brissago herrscht insubrisches Klima, das heisst, es gibt viele Niederschläge, jedoch ebensoviele Sonnenstunden, und die Jahresmitteltemperatur ist mit rund 14 °C dementsprechend hoch. Damit hat die Insel mit Abstand das wärmste Klima der Schweiz. In der Folge gedeihen verschiedenste Palmen- und Pflanzenarten prächtig, die sonst nicht auf diesen Breitengraden vorkommen, ausserdem gibt es keine Eistage auf den Inseln.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Inseln waren spätestens seit der Römerzeit besiedelt. Archäologische Funde befinden sich heute in Locarno im Museum. Im Mittelalter standen hier zwei Kirchen. Die Inselbewohner erreichten zeitweilig eine gewisse Autonomie gegenüber den Herren Mailands und später gegenüber der Eidgenossenschaft. Um 1875 sollte auf den Inseln eine Dynamit­fabrik errichtet werden, die das Nitroglyzerin für den Bau des Gotthardtunnels liefern sollte. Es kam jedoch nur zu Vorarbeiten.

Die Inseln standen von 1885 bis 1927 im Besitz der deutsch-russischen Baronin Antoinette de Saint Léger, welche dort grosses Haus hielt, einen botanischen Garten anlegen und einen Pavillon errichten ließ. Als sie 1927 durch gewagte Spekulationen wirtschaftlich am Ende war, verkaufte sie die Inseln an den deutsch-jüdischen Warenhausmillionär Max Emden.[2] Dieser liess den Pavillon abreissen und eine neue Villa errichten, sowie eine Orangerie samt Hafen, welche alle bis heute bestehen. Nach seinem Tod im Jahre 1940 erbte sein nach Chile ausgewanderter Sohn die Inseln. Er verkaufte sie 1949 an den Kanton Tessin, der die Inseln als botanischen Garten für die Öffentlichkeit zugänglich machte. Eigentümer der Inseln sind heute neben dem Kanton Tessin die Gemeinden Ascona, Brissago und Ronco sopra Ascona.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Romanische Kirche Sant’Apollinare, auf Isolino[3]
  • Kantonaler botanischer Garten.[4][3]
  • Mittelalterliche Kultgebäude.[5][3]
  • Villa Emden[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Willy Zeller: Isole di Brissago – Die Brissago-Inseln. 1970.
  • Giuseppe Mondada: Die Brissago-Inseln in Vergangenheit und Gegenwart.Armando Dadò Editore, Locarno 1981.
  • Simona Martinoli u. a.: Guida d'arte della Svizzera italiana. (Hrsg. GSK), Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 210.
  • Francesco Welti: Der Kaufhaus-König und die Schöne im Tessin. Max Emden und die Brissago-Inseln. Huber, Frauenfeld 2010, ISBN 978-3-7193-1551-1.
  • Daniela Calastri-Winzenried: Die Baronessa. Armando Dadò Editore, Locarno 2012, ISBN 978-88-8281-328-4.

Bilder[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Isole di Brissago – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Isole di Brissago – Parco Botanico auf ticino.ch
  2. Paradies zu verkaufen, Artikel im SPIEGEL Nr. 16/1949 vom 15. April 1949
  3. a b c d Simona Martinoli u. a.: Guida d'arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der GSK. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 210.
  4. Kantonaler botanischer Garten
  5. Mittelalterliche Kultgebäude