Borsa Italiana

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Borsa Italiana S.p.A.
BorsaItaliana Logo.svg
Rechtsform Società per Azioni
Gründung 1808
Sitz Mailand, Italien

Leitung

Branche Börsen
Website www.borsaitaliana.it

Die Borsa Italiana mit Sitz in Mailand ist die einzige Wertpapierbörse Italiens und gehört zur London Stock Exchange.

Die Mailänder Börse befindet sich im Palazzo Mezzanotte an der Piazza Affari. Nach ihrem Sitz wird die Börse umgangssprachlich auch Piazza Affari genannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Palazzo Mezzanotte an der Piazza Affari, Sitz der Börse
Eingang

Die Entstehung der Mailänder Börse geht auf das 1808 von Vizekönig Eugène de Beauharnais erlassene Dekret zurück, mit dem die Borsa di Commercio di Milano gegründet wurde. Der erste Handelstag war der 15. Februar 1808. Die Börse hatte zunächst einen provisorischen Sitz beim Monte di Pietà und dann an der Piazza dei Tribunali. Am 29. September 1808 bezog sie den Palazzo Giureconsulti, wo sie fast 100 Jahre blieb. Nachdem sie zwischen 1887 und 1890 wegen Renovierungsarbeiten im Ridotto del Teatro alla Scala untergekommen war, zog sie 1901 in ein Gebäude an der Piazza Cordusio (heute Poste Italiane), 1932 dann in den Palazzo Mezzanotte an der Piazza degli Affari („Platz der Geschäfte“), wo sie sich noch heute befindet.

Im Jahr 1994 wurde der Handel in Mailand computerisiert (mercato telematico).

Im Gegensatz zu den angelsächsischen Börsen, die aus dem Zusammenschluss privater Marktteilnehmer entstanden, blieben die italienischen Börsen bis 1997 staatlich. 1996 schuf man die rechtliche Grundlage für die Privatisierung der Börsen. Am 7. Februar 1997 gründete man die Aktiengesellschaft Borsa Italiana S.p.A. Gleichzeitig wurden die neun Regionalbörsen in Bologna, Florenz, Genua, Neapel, Palermo, Rom, Triest (besteht als Warenbörse[2] fort), Turin und Venedig geschlossen und der Wertpapierhandel an der Borsa Italiana in Mailand konzentriert. Letztere befand sich bis zur Fusion mit der London Stock Exchange Mitte 2007 fast vollständig im Besitz der italienischen Banken, war in ihrer operativen Tätigkeit allerdings eigenständig.[3]

Im Juni 2007 kündigten die Borsa Italiana S.p.A. und die London Stock Exchange (LSE) ihren Zusammenschluss an, der am 1. Oktober 2007 zu einem Übernahmepreis von 1,878 Mrd. Euro vollzogen wurde. Die Transaktion fand mittels Aktientausch statt, womit die LSE die Kontrolle über die Borsa Italiana S.p.A. übernahm und deren bisherige Aktionäre zwischenzeitlich zur größten Aktionärsgruppe der London Stock Exchange wurden. Die LSE verfügt aktuell über vier der zwölf Aufsichtsrats-Sitze der Borsa Italiana S.p.A., während im elfköpfigen Gremium der LSE fünf von der Borsa Italiana S.p.A. bestellten Aufsichtsräte Einsitz nehmen.

Unternehmensprofil[Bearbeiten]

Detail Eingang

Die Borsa Italiana S.p.A. ist für die Organisation, die Führung und den Betrieb des italienischen Wertpapierhandels zuständig. Das Unternehmen ist gleichzeitig auch Dachgesellschaft für fünf weitere Unternehmen, die auf verschiedene mit dem Wertpapierhandel in Zusammenhang stehende Geschäftsgebiete spezialisiert sind. Die bisherige Organisationsstruktur ist durch den im Oktober 2007 erfolgten Zusammenschluss mit der London Stock Exchange (LSE) durch verschiedene Integrationsprojekte etlichen Änderungen unterworfen.

Der Handel ist in den fünf Produktsegmente Aktien, verbriefte Derivate, ETF und ETC, Verzinsliche Wertpapiere und Aktienderivate aufgeteilt. Diese sind wiederum in eigene Untersegmente aufgegliedert. In sämtlichen Segmenten findet der Handel weitgehend über voll automatisierte Handelssysteme statt. Die Handelszeiten sind je nach Segment unterschiedlich, richten sich bei den Hauptsegmenten aber an die üblichen Handelszeiten der anderen europäischen Börsen von 9.00 bis 17.30.

Der Blue-Chip-Markt bildet mit einem Anteil von über 80 Prozent am Wert des gesamten gehandelten Volumens das schwergewichtigste Segment. Per 30. September 2007 waren 84 Unternehmen mit einer Kapitalisierung von 772 Milliarden Euro als Blue Chip notiert. Mit einem Anteil von rund acht Prozent am Wert des gesamten gehandelten Volumens bildet das Segment der italienischen Staatstitel der zweitwichtigste Markt.

Die italienische Börse ist gemessen am gesamten Handelsvolumen 2006 die viertgrößte und gemessen an der gesamten Börsenkapitalisierung der notierten Unternehmen die siebtgrößte Börse Europas. Die Borsa-Italiana-Gruppe beschäftigte per Ende 2006 472 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2006 einen konsolidierten Umsatz von 278,5 Mio. Euro.

Die Cassa di Compensazione e Garanzia (CC&G) ist das italienische Clearinghouse und Tochterunternehmen der Borsa Italiana.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Consob: Dall’Unità ai giorni nostri: 150 anni di borsa in Italia. Pubblicazione a cura di Consob. Spedim, Montecompatri 2011.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mailänder Börse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. borsaitaliana.it - Board of Directors
  2. Borsa Merci di Trieste - Trieste Commodity Exchange
  3. La Borsa Valori di Milano: la sua storia. soldionline.it

45.4651599.183279Koordinaten: 45° 27′ 55″ N, 9° 11′ 0″ O