Jörg Böckem

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Jörg Böckem, 2017

Jörg Böckem (* 15. Januar 1966) ist ein deutscher Journalist und Autor und stammt aus dem Gebiet rund um die niederrheinische Kleinstadt Erkelenz. Er schreibt für Zeitungen und Magazine wie Die Zeit, Der Spiegel und Jetzt. Außerdem arbeitete er für das von 1986 bis 1996 erschienene Magazin Tempo.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jörg Böckem wurde in einem Dorf nahe Erkelenz geboren, als Sohn eines Handwerkers und einer Arzthelferin. Die Mutter gab das Arbeiten auf, um sich ganz der Erziehung des Kindes widmen zu können. Sie entschied auch, dass ihr Sohn keinen Kindergarten besuchen sollte. Der Vater, gelernter Eisenschmied, machte eine Weiterbildung zum Heizungsmonteur und brachte fortan das Geld alleine nach Hause. Bereits als junger Jugendlicher interessierte sich Jörg Böckem für Dinge, die möglichst gegen das gut behütete Elternhaus sprachen. Er fand Gefallen daran, sich als Klassen- und später Schulsprecher mit Lehrern und Direktoren verbal zu duellieren, sich für Rockkonzerte an der Schule einzusetzen und auf sämtliche Demos zu gehen – er war rebellisch. Frühe Experimente mit Drogen wie Haschisch und LSD blieben nicht aus. Bereits mit 18 hatte er seine Königsdroge entdeckt, das Heroin. Schon damals hielt er seine Erfahrungen in Form von Berichten fest, detaillierte Beschreibungen von Trips.

2004 erschien dann, nach dem dritten, diesmal erfolgreichen, Entzug, sein autobiographisches Buch Lass mich die Nacht überleben beim DVA-Verlag. Es behandelt genau das: sein Leben als Heroin-Junkie und seinen schwierigen Weg aus der Sucht. 2005 ist es bei RoofMusic als Hörbuch erschienen. Die Enthüllung seines Doppellebens ermutigte Suchtkranke sich ihm anzuvertrauen. Er sprach mit vielen und traf sich mit sieben von ihnen, um ihre Geschichten in die Sucht und manchmal wieder aus ihr heraus in einem weiteren Buch festzuhalten. Es erschien 2005 unter dem Titel Danach war alles anders ebenfalls beim DVA-Verlag. Er selbst litt bis vor Kurzen an den Folgen seiner langjährigen Sucht, einer Hepatitis C-Erkrankung, welche er in einer langwierigen Therapie überwand. Auf Spiegel-Online.de führte er bis 2007 regelmäßig Sucht- beziehungsweise Therapie-Tagebuch.

Jörg Böckem lebt zurzeit in Hamburg und konsumiert seit 2001 keine Stimulanzien mehr.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lass mich die Nacht überleben. DVA-Verlag, 2004
  • Danach war alles anders. DVA-Verlag, 2006
  • Freitags Gift. DVA-Verlag, 2009

Jörg Böckem hat außerdem bei drei weiteren Werken mit den Themen Sucht und Sucht-Bekämpfung mitgewirkt:

  • Jugend Sucht Sinn. Ueberreuter, 2005
  • Mit 17 hat man noch Träume. DTV-Verlag, 2006
  • High sein. Rogner & Bernhard, 2015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Jörg Böckem – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien