Jüdischer Friedhof Bern

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Aussenansicht des jüdischen Friedhofs in Bern
Gräber im jüdischen Friedhof in Bern mit Shoa Mahnmal im Hintergrund links

Der Jüdische Friedhof Bern gehört der Jüdischen Gemeinde Bern und liegt an der Papiermühlestrasse 112 in Bern-Wankdorf in der Schweiz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einen jüdischen Friedhof besass Bern bereits im Mittelalter; 1377 wird er als kilchhof und 1458 als Judenkilchhof erwähnt. Er befand sich dort, wo heute der Ostflügel des Bundeshauses steht und wurde im Zuge der 1427 vollendeten Vertreibung der Juden aus Bern ab 1323 stückweise vom Inselkloster erworben.

Eine jüdische Gemeinde gab es in Bern erst wieder ab 1848; Verstorbene wurden zunächst, wie auch im Falle der jüdischen Gemeinde Basel auf dem Jüdischen Friedhof Hégenheim (Elsass) bestattet, bis am 5. September 1871 der Friedhof in der Nähe des heutigen Stade de Suisse Wankdorf eröffnet wurde. Von den etwa 2000 Grabplätzen sind inzwischen etwa 1800 belegt.[1]

Auf dem Jüdischen Friedhof Bern liegen der Verleger und Kabarett-Leiter Leon Hirsch, der Arzt und satirische Schriftsteller Isaak Kaminer, der Philosoph Max Horkheimer und seine Frau Maidon, Horkheimers Freund Friedrich Pollock und der Schokoladenfabrikant Camille Bloch und sein Nachfolger Rolf Bloch begraben. Auch Arthur Bloch, Opfer des «Judenmord von Payerne», ist hier beerdigt. Seit 1988 steht ein von Oskar Weiss entworfenes Mahnmal für die Opfer der Shoa.[2][3] Ein vollständiges Verzeichnis aller beigesetzten Personen ist auf dem Friedhof einsehbar.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eugen Messinger: Ein Rückblick auf die Geschichte der Juden in der Stadt Bern seit dem Jahre 1191. Festschrift zur Jahrhundertfeier, 1848–1948. Israelitischen Kultusgemeinde, Bern 1948.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jüdischer Friedhof Bern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bern (Bundesstadt, CH) Jüdische Friedhöfe. In: alemannia-judaica.de. Alemannia Judaica, 30. Januar 2014, S. 1, abgerufen am 10. Juli 2017.
  2. F. Meyer: International Holocaust Remembrance Alliance Country Report of Switzerland (2015). (PDF) Appendix 3: Verzeichnis der Shoah-Denkmäler in der Schweiz. In: holocaustremembrance.com. International Holocaust Remembrance Alliance, 12. Januar 2016, S. 15, abgerufen am 10. Juli 2017: „D26 | Jüdische Märtyrer (Oskar Weiss) | Jüdischer Friedhof, Bern BE | Skulptur | 09.11.1988 | Opfer“
  3. Gaby Knoch-Mund: SIG Factsheet Bern. In: swissjews.ch. Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund (SIG), 9. September 2012, S. 1, abgerufen am 10. Juli 2017: „Am 9. November 1988 wurde ein Mahnmal des Künstlers Oskar Weiss auf dem jüdischen Friedhof eingeweiht, die Landesregierung war bei diesem Anlass erstmals vertreten.“

Koordinaten: 46° 58′ 4″ N, 7° 28′ 16″ O; CH1903: 602478 / 201861