Jürgen Tautz

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Jürgen Tautz

Jürgen Tautz (* 6. Oktober 1949 in Heppenheim) ist ein deutscher Verhaltensforscher, Soziobiologe und Bienenexperte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jürgen Tautz studierte 1968 bis 1973 an der Technischen Universität Darmstadt Biologie, Geographie und Physik. Er bekam von 1973 bis 1974 ein Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Anschließend fertigte er seine Dissertation an der Universität Konstanz an, wo er 1977 promoviert wurde; dabei erhielt er wiederum ein Dissertationsstipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes (1974 - 1977). 1978 bekam er den Byk-Preis der Herbert Quandt-Stiftung für herausragende Dissertationsleistung. Von 1978 bis 1981 war er an der Universität Konstanz wissenschaftlicher Angestellter. 1979 war er als DFG-Stipendiat an der Australian National University in Canberra/Australien und 1981 bis 1982 an der Stanford University/USA. 1986 folgte die Habilitation in Zoologie und 1988 erhielt er ein Heisenberg-Stipendium. Seit 2004 ist er Gründungsvorsitzender des Bienenforschung Würzburg e.V. Er ist Professor am Biozentrum der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Seit 2006 entwickelt und leitet Tautz das interdisziplinäre Projekt HOneyBee Online Studies (HOBOS). HOBOS ist eine internetbasierte Lehr- und Lernplattform, welche Zugang zu Messdaten aus einem Bienenvolk bietet.

Kontroverse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2009 sorgte Tautz für großen Unmut unter Bienenwissenschaftlern, als er in einem Interview behauptete, die Bedeutung des Schwänzeltanzes bei Honigbienen werde stark überschätzt.[1] Dieser Behauptung wurde durch andere Wissenschaftler, vor allem Randolf Menzel, vehement widersprochen.[2] Allerdings war diese "Kontroverse" ein Missverständnis, da er lediglich behauptete, dass die Informationen des Schwänzeltanzes ungenau seien und die Bienen in ein grob umgrenztes Gebiet lenken, in dem Anschlussreize die Bienen zur Futterquelle lenken [3]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • W. Gronenberg, Jürgen Tautz, Bert Hölldobler: Science 262, 561-563, 1993 (cover story)
  • Jürgen Tautz, F. Roces, Bert Hölldobler: Science 267, 84-87, 1995
  • Jürgen Tautz, K. Rohrseitz, D. C. Sandeman: Nature 382, 32, 1996
  • Jürgen Tautz: Science 286, 2272-2273, 1999
  • M. V. Srinivasan, S. W. Zhang, M. Altwein, Jürgen Tautz: Science 287, 851-853, 2000 (cover story)
  • H. Esch, S. Zhang, M. Srinivasan, Jürgen Tautz: Nature 411, 581-583, 2001 (cover story)
  • Jürgen Tautz, Helga R. Heilmann: Phänomen Honigbiene. Spektrum Akademischer Verlag 2007, ISBN 978-3-827418-45-6
  • Jürgen Tautz: Der Bien - Superorganismus Honigbiene. 2 Audio-CDs, 144 Minuten + Fotobooklet, (Regie: Klaus Sander). Köln: supposé 2007, ISBN 978-3-932513-80-0
  • mit Ingo Arndt: Architektier – Baumeister der Natur. Knesebeck Verlag 2013, ISBN 978-3868735680
  • Jürgen Tautz: Die Erforschung der Bienenwelt. Neue Daten - neues Wissen. Klett MINT Verlag 2015.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2005: Ausgezeichnet von EMBO als einer der besten Wissenschaftskommunikatoren Europas
  • 2006: Jürgen Tautz wurde zum Accademici Onorari der Accademia Nazionale Italiana di Entomologia gewählt
  • 2007: Weitere Auszeichnung der EMBO als einer der besten Wissenschaftskommunikatoren Europas
  • 2007: Mit dem Beitrag "Cogito ergo summ" gemeinsam mit Otto Lapp vom "Fränkischen Tag" 2.Sieger im Promega-Wettbewerb "Hauptsache Biologie" zu populärer Darstellung von Wissenschaft
  • 2008: Jürgen Tautz bekam den "special discretionary prize" als Bestandteil des "EMBO Award for Communication in the Life Sciences" für herausragende Kommunikation von Wissenschaft in eine breite Öffentlichkeit verliehen.
  • 2008: Jürgen Tautz wird von "Popular Science" auf die Liste der besten populärwissenschaftlichen Autoren der letzten Jahrzehnte gesetzt
  • 2008: Im Ranking der Cicero-Liste zu Deutschlands wichtigsten Vordenkern ist Jürgen Tautz unter den 40 prominentesten Naturwissenschaftlern vertreten
  • 2012: Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft da er „…auf vorbildliche Weise seine eigenen Arbeiten und sein Forschungsgebiet nach außen vermittelt“. Als besonders originell hob die Jury die seit 2009 von Tautz entwickelte internetbasierte Lehr- und Lernplattform „HOney Bee Online Studies“ (HOBOS) hervor.[4]
  • 2013: Mit dem Beitrag "Vom Schwärmen der Bienen" im "Bergsträsser Anzeiger" wurde Jürgen Tautz gemeinsam mit Kristina Vonend 3. Sieger im Promega-Wettbewerb "Hauptsache Biologie" zur populären Darstellung von Wissenschaft.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schwänzeltanz entzaubert. In: Süddeutsche Zeitung. 2. Dezember 2009.
  2. Und sie tanzen doch. In: Süddeutsche Zeitung. 10. Dezember 2009.
  3. http://www.bee-careful.com/de/initiative/kommunikation-der-bienen-brauseflug-und-schwaenzel/
  4. Pressemitteilung der DFG zur Verleihung