Jacob Bording (Mediziner)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Jacob Bording

Jacob Bording (* 17. November 1511[1] in Antwerpen; † 3. September 1560[2] in Kopenhagen; vollständiger Name: Jacob Nikolaus Bording, auch: Jakob Nikolaus Bording) war ein flämischer Mediziner und Leibarzt.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jacob (Nikolaus) Bording war der Sohn des Antwerpener Kaufmannes Nikolaus Bording (1449–1520) und seiner Frau Adriane d’Adriani (* ca. 1478), einer Tochter der einflussreichen holländischen Familie d’Adriani und Nichte von Kardinal Adriaan d’Adriani-Florisz Boeyens, dem späteren Papst Hadrian VI.

Nach seiner Schulzeit in Antwerpen studierte er zunächst in Löwen/Flandern alte Sprachen. Ab 1530 folgte zuerst in Paris bei Jacobus Sylvius und später in Montpellier ein Studium der Medizin. Im Jahr 1537 übernahm er durch Vermittlung des Kardinals Jakobus Sadolet eine Dozentenstelle in Carpentras/Frankreich. Bald darauf wechselte er zur Universität Bologna, wo er schließlich im Jahr 1540 promovierte.

Relief Jacob Bordings an der Fassade der Universität Rostock

Als fertiger Mediziner zog es ihn zunächst zurück in seine alte Heimatstadt Antwerpen, in der er sich aber schon bald auf Grund seiner evangelischen Religionszugehörigkeit der Verfolgung durch die „Ketzer-Richter“ des Kaisers Karl V. ausgesetzt sah. Er wanderte 1544 zunächst nach Hamburg aus und folgte im Jahre 1549 einem Ruf des Herzogs Heinrich V. von Mecklenburg-Schwerin, wurde an der dortigen Universität Rostock zum ordentlichen Professor ernannt und gleichzeitig zum Leibarzt des Herzogs bestimmt. Bereits sieben Jahre später und vier Jahre nach dem Tode des Herzogs wurde er vom König Christian III. von Dänemark und Norwegen ebenfalls zum Leibarzt berufen und zum Professor und Rektor an der dortigen Universität Kopenhagen ernannt. Am 5. September des Jahres 1560 starb er im Alter von gerade 50 Jahren.

Bording war verheiratet mit der genuesischen Patriziertochter Franzisca Negroni (1523–1582), mit der er neun Kinder hatte. Sein Sohn Jakob Bording der Jüngere (1547–1616) wurde Kanzler von Mecklenburg und Bürgermeister von Lübeck und seine Tochter Johanna (1544–1584) vermählte sich mit dem Theologieprofessor Lucas Bacmeister dem Älteren.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anatomie, Zusammenfassung im Namen Bordings, herausgegeben zunächst in Helmstedt, später durch Levinus Battus in Rostock unter dem Titel „Physiologie“ im Jahr 1591.
  • Pathologie, ein Kommentar zu drei Büchern des Galen, über die Unterschiede und Ursachen der Krankheiten und Symptome. Herausgegeben durch Levinus Battus, Rostock 1591.
  • Gewisse Ratschläge für die berühmtesten Grundsätze, nach Vorschrift. Rostock 1604

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. In anderen Quellen abweichend: 12. Juli 1511.
  2. In anderen Quellen abweichend: 5. September 1560.