J. Paul Getty

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J. Paul Getty (1944)

Jean Paul Getty (üblicher Name J. Paul Getty, * 15. Dezember 1892 in Minneapolis; † 6. Juni 1976 in Woking, Surrey) war ein US-amerikanischer Öl-Tycoon, Industrieller und Kunstmäzen.

Leben[Bearbeiten]

J. Paul Getty war ein Sohn von George Franklin Getty und dessen Frau Sarah Risher. Er war der Gründer der Getty Oil Co., die seit 1984 zu Texaco Inc. gehört. Neben seiner erfolgreichen unternehmerischen Tätigkeit war er auch Kunstsammler und -mäzen. Er gründete 1953 in Pacific Palisades das J. Paul Getty Museum, das Museum wurde 1997 in das neugebaute Getty Center nach Brentwood verlegt. Das von Getty in Auftrag gegebene Originalgebäude, die Getty Villa auf dem Gelände seines eigenen Privathauses, beherbergt heute die Antikenabteilung des Museums.

Getty starb 1976 in Sutton Place, seinem Landhaus zwischen Woking und Guildford in Surrey.

Familie[Bearbeiten]

1923–1925 ∞ Jeanette Dumont (* 1905)

1926–1928 ∞ Allene Ashby (* 1909), Tochter eines texanischen Ranchers

  • keine Kinder

1928–1932 ∞ Adolphine Helmle (* 1910), Tochter eines deutschen Industriellen

1932–1935 ∞ Ann Rork (* 1912), Tochter eines Hollywood-Produzenten.

1939–? ∞ Louisa Theodora „Teddy“ Lynch

  • Timothy, starb im Alter von zwölf Jahren

Am 10. Juli 1973 wurde sein Enkel John Paul Getty III, Sohn von John Paul Getty II, als 16-jähriger in Rom entführt. Der Großvater weigerte sich zunächst, Lösegeld zu bezahlen, da er eine vermutete, die Entführung sei nur vorgetäuscht. Die Entführer schnitten John Paul daraufhin ein Ohr ab und schickten es an eine Zeitung. Danach bezahlte Getty ca. 3,0 Mio. US-Dollar. Durch Medienberichte wurde bekannt, dass er von seinem Sohn verlangte, ihm 800.000 USD mit Zinsen zurückzuzahlen.[1]

Schriften[Bearbeiten]

  • The history of the bigger oil business of George F. S. F. and J. Paul Getty from 1903 to 1939. Los Angeles 1941.
  • Europe in the Eighteenth Century. [Santa Monica, Calif.] 1949.
  • mit Ethel Le Vane; Collector's Choice. The Chronicle of an Artistic Odyssey through Europe. W. H. Allen, London 1955.
    • deutsch: Streifzüge eines Kunstsammlers. Bruckmann, München 1957.
  • My Life and Fortunes. Duell, Sloan & Pearce, New York 1963.
  • The Joys of Collecting. Hawthorn Books, New York 1965.
  • How to be Rich. Playboy Press, Chicago 1965.
    • deutsch: So macht man Milliarden. Aufzeichnungen und Ratschläge des reichsten Mannes der Welt. Molden, München 1965
  • The Golden Age. Trident Press, New York 1968.
  • How to be a Successful Executive. Playboy Press, Chicago 1971.
  • As I See It. The Autobiography of J. Paul Getty. Prentice-Hall, Englewood Cliffs, N.J. 1976. ISBN 0-13-049593-X

Literatur[Bearbeiten]

  • Ralph Hewins: The richest American, J. Paul Getty. Dutton, New York 1960.
  • Robert Lenzner: The great Getty. The life and loves of J. Paul Getty - richest man in the world. Crown, New York 1985, ISBN 0-517-56222-7.
  • Russel Miller: Die Gettys. Econ, Düsseldorf 1986, ISBN 3-430-16736-1.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bruce Weber: J. Paul Getty III, 54, Dies; Had Ear Cut Off by Captors. nytimes.com, 7. Februar 2011, abgerufen am 15. Juni 2015 (englisch).