Jens Ritter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Jens Ritter

Jens Ritter (* 1972 in Bad Dürkheim)[1] ist ein deutscher Gitarrenbauer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ritter, ein gelernter Maschinenbautechniker, begann bereits als Jugendlicher, an seiner E-Gitarre herumzubasteln. Von seinem Großvater hatte er Schnitzen gelernt und von seinem Vater erhielt er die Werkzeuge, die er benötigte. Er spielte Bass in verschiedenen regionalen Bands und schuf ab 1994 seine ersten beiden eigenen E-Bässe; diese überließ er einem Autor der Zeitschrift Gitarre & Bass und erhielt eine gute Rezension. Die ersten drei Jahre betrieb Ritter den E-Bassbau hobbymäßig, dann widmete er diesem seine ganze Zeit. Er stellte seine Instrumente auf der Musikmesse Frankfurt und bei der National Association of Music Merchants in den USA aus und konnte einige namhafte Kunden gewinnen; zu den ersten zählten Doug Wimbish und Phil Lesh. Nachdem er zunächst E-Bässe geschaffen hatte, begann Ritter auch mit der Herstellung von E-Gitarren, und konnte hier unter anderem George Benson als Kunden gewinnen.[2][3]

Seit 2007 ist Ritters Manufaktur in einem ehemaligen Weingut im pfälzischen Deidesheim ansässig, wo er mit seinem Team jedes Jahr etwa 70 bis 80 Instrumente herstellt, die größtenteils exportiert werden; ca. 60 % gehen in die USA. Bis zu eineinhalb Jahre und länger dauert die Herstellung eines Exemplars, das bis zu 240.000 € kostet. Ritters E-Gitarren und E-Bässe werden nicht nur von Musikern, sondern auch von Sammlern und Museen erworben; seine Instrumente sind im Metropolitan Museum of Art (New York City),[4] im Smithsonian American Art Museum (Washington, D.C.), im Museum of Fine Arts (Boston) und im Technoseum (Mannheim) zu sehen.[2][3]

Zu Ritters Instrumenten werden Hölzer wie Ahorn, Mahagoni oder Ebenholz verarbeitet,[2] aber gelegentlich auch solche, die normalerweise nicht gut klingen; für die E-Gitarre „The Pechstein“ verwendete er Eichenholz[5] und 2019 stellte er eine E-Gitarre vor, die er aus dem „Kerwebaum“ der Deidesheimer Weinkerwe geschaffen hatte,[6] einer Fichte.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pressemitteilung Nr. 305 vom 02. November 2017: Drei Kandidaten für den Pfalzpreis für das Kunsthandwerk nominiert. Bezirksverband Pfalz, abgerufen am 1. September 2019. (PDF; 0,1 MB)
  2. a b c Petra Depper-Koch: Schlafende Schönheiten aus der Pfalz In: Die Rheinpfalz, Ihr Wochenende. Zuhause in der Pfalz Nr. 255, 3. November 2018.
  3. a b Franz Holtmann: 20 Jahre Ritter Instruments. Musik-Media, abgerufen am 25. August 2019.
  4. Electric Bass, 2011. The Metropolitan Museum of Art, abgerufen am 25. August 2019.
  5. "Riesling-Gitarre" kommt unter den Hammer. Südwestrundfunk, abgerufen am 25. August 2019.
  6. Jochen Willner: Kerwespitze: Für 1410 Euro nach Neustadt-Haardt In: Die Rheinpfalz, Mittelhaardter Rundschau Nr. 194, 22. August 2019.