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Deidesheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Deidesheim
Deidesheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Deidesheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 24′ N, 8° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Dürkheim
Verbandsgemeinde: Deidesheim
Höhe: 120 m ü. NHN
Fläche: 26,53 km2
Einwohner: 3779 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 142 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67146
Vorwahl: 06326
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 32 009
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Bahnhof 5
67146 Deidesheim
Webpräsenz: www.deidesheim.de
Stadtbürgermeister: Manfred Dörr (CDU)
Lage der Stadt Deidesheim im Landkreis Bad Dürkheim
Bad DürkheimGrünstadtGrünstadtHaßlochMeckenheim (Pfalz)Niederkirchen bei DeidesheimRuppertsbergForst an der WeinstraßeDeidesheimWattenheimHettenleidelheimTiefenthal (Pfalz)Carlsberg (Pfalz)AltleiningenEllerstadtGönnheimFriedelsheimWachenheim an der WeinstraßeElmsteinWeidenthalNeidenfelsLindenberg (Pfalz)Lambrecht (Pfalz)FrankeneckEsthalKindenheimBockenheim an der WeinstraßeQuirnheimMertesheimEbertsheimObrigheim (Pfalz)ObersülzenDirmsteinGerolsheimLaumersheimGroßkarlbachBissersheimKirchheim an der WeinstraßeKleinkarlbachNeuleiningenBattenberg (Pfalz)NeuleiningenKirchheim an der WeinstraßeWeisenheim am SandWeisenheim am SandWeisenheim am SandErpolzheimBobenheim am BergBobenheim am BergDackenheimDackenheimFreinsheimFreinsheimHerxheim am BergHerxheim am BergHerxheim am BergKallstadtKallstadtWeisenheim am BergWeisenheim am BergLandkreis Alzey-WormsWormsLudwigshafen am RheinFrankenthal (Pfalz)Rhein-Pfalz-KreisLandkreis GermersheimNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Südliche WeinstraßeLandau in der PfalzKaiserslauternLandkreis KaiserslauternDonnersbergkreisKaiserslauternLandkreis SüdwestpfalzKarte
Über dieses Bild

Deidesheim ist eine Stadt und ein Luftkurort mit 3779 Einwohnern (31. Dezember 2015) im Landkreis Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz. Seit dem 1. Januar 1973 gehört die Stadt der Verbandsgemeinde Deidesheim an, deren Verwaltungssitz sie ist. Deidesheim liegt im Nordwesten der Metropolregion Rhein-Neckar.

Der Ortsname wurde im Jahr 699 erstmals urkundlich erwähnt, die Erwähnung bezog sich aber auf das benachbarte Niederkirchen bei Deidesheim.[2] Die Siedlung, aus der das heutige Deidesheim hervorgegangen ist, entstand vermutlich im 9. oder 10. Jahrhundert als Tochtersiedlung von Niederkirchen.[3] Die erste nachweisliche Unterscheidung von der Muttergemeinde gab es im 13. Jahrhundert.[4] Mit dem Bau der fürstbischöflich-speyerischen Burg als Verwaltungssitz übertraf Deidesheim das ältere Niederkirchen bald an Bedeutung.[3] Im Jahr 1395 bekam Deidesheim vom böhmischen und deutschen König Wenzel die Stadtrechte verliehen und gilt seither – mit Ausnahme der Jahre 1819 bis 1838 – als Stadt. Seit 770 wird hier nachweislich Weinbau betrieben. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts war Deidesheim der erste Ort der Pfalz, dessen Weingüter damit begannen, Qualitätsweinbau zu betreiben. Heute ist Deidesheim eine der größten Weinbaugemeinden des Weinbaugebiets Pfalz, der Weinbau ist neben dem Tourismus Deidesheims wichtigster Wirtschaftsfaktor.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deidesheim von Nordwesten gesehen

Deidesheim liegt in der Pfalz im Bereich der Region Weinstraße. Das 26,53 km² große Areal des zu Deidesheim gehörenden Gebietes erstreckt sich über die drei morphologischen und landschaftsökologischen Einheiten Pfälzerwald, Hügelzone der Region Weinstraße und Rheinniederung. Der Ort selbst liegt etwa 1 km östlich der Haardt. Deidesheim befindet sich im Nordwesten der Metropolregion Rhein-Neckar, inmitten des Weinbaugebiets der Pfalz und wird von der Deutschen Weinstraße durchzogen. Die Nachbarstädte und -gemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Forst an der Weinstraße, Friedelsheim, Rödersheim-Gronau, Niederkirchen bei Deidesheim, Meckenheim (Pfalz), Ruppertsberg, Neustadt an der Weinstraße, Lindenberg (Pfalz), Lambrecht (Pfalz), Frankeneck, Neidenfels und Wachenheim an der Weinstraße.

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 31. Dezember 2015.[5]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Pfälzerwald erhebt sich westlich von Deidesheim.

Makroklimatisch wird Deidesheim vom Relief der Umgegend mitgeprägt: Die Regengebiete, die von Westen und Südwesten heranziehen, müssen wegen des westlich vorgelagerten Pfälzerwaldes aufsteigen und sich dabei abregnen. Danach fällt die trocken gewordene Luft östlich des Pfälzerwaldes wieder herab, wo sie sich erwärmen kann. Aufgrund dessen ist im Lee des Pfälzerwaldes die Niederschlagsmenge recht gering, die Sonnenscheindauer dagegen relativ hoch: Die Niederschlagshöhen von etwas über 500 mm im Jahr unterschreiten den Richtwert von 600 mm für Trockengebiete in Deutschland und die Zahl der Sommertage übersteigt mit 40 bis 50 den Bundesdurchschnitt deutlich.[6]

Lokalklimatisch gesehen ist Deidesheim Teil der klimatisch begünstigten Vorhügelzone der Weinstraße. Mit einer mittleren Höhenlage von 235 m ü. NN am Waldrand reicht das Gelände der Deidesheimer Umgegend bis etwa 130 m ü. NN zum unteren Mittelhangsbereich der Vorhügelzone herab. Die Ausläufer des Madentals und des Sensentals, sowie nordwestlich von Deidesheim auch des Einsteltals bilden Abflussbahnen für die von der Haardt kommenden Kaltluftströme. Daneben haben auch kleine Mulden und Dellen, in denen sich Kaltluft sammeln kann, lokalklimatische Wirkung.

Die klimatischen Verhältnisse in Deidesheim haben beinahe mediterrane Züge, was sich durch das Reifen von Feigen, Mandeln, Maulbeeren und Bitterorangen in der Gegend zeigt. Von der Klimagunst profitieren insbesondere wärmeliebende Kulturpflanzen wie die Weinrebe; dies begünstigt den hier in großem Stil betriebenen Qualitätsweinbau: Durch die lange Vegetationsperiode kann der Wein voll ausreifen, durchgegorene Weine haben eine hohe Qualität, und Frostschäden sind selten.[7]


Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Deidesheim
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3,3 5,4 10,2 14,8 19,3 22,6 24,3 23,6 20,6 14,7 8,1 4,6 Ø 14,3
Min. Temperatur (°C) −1,8 −1,1 1,2 4,5 8,2 11,7 13,4 12,8 10 5,9 2,2 −0,3 Ø 5,6
Temperatur (°C) 0,7 2,1 5,7 9,6 13,7 17,1 18,8 18,2 15,3 10,3 5,1 2,1 Ø 9,9
Niederschlag (mm) 46 43 40 46 59 71 62 68 53 47 53 53 Σ 641
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
3,3
−1,8
5,4
−1,1
10,2
1,2
14,8
4,5
19,3
8,2
22,6
11,7
24,3
13,4
23,6
12,8
20,6
10
14,7
5,9
8,1
2,2
4,6
−0,3
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
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a
g
46
43
40
46
59
71
62
68
53
47
53
53
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Klima & Wetter in Deidesheim, climate-data.org, abgerufen am 26. Mai 2017

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übergang der Haardt zum Oberrheingraben, nördlich von Deidesheim

Wichtigstes Ereignis in der Landschaftsentwicklung der Deidesheimer Umgegend und der ganzen Vorderpfalz war der Einbruch des Oberrheingrabens gegenüber der Haardt, der im Alttertiär vor etwa 65 Mio. Jahren einsetzte und bis heute andauert. Die Fläche vor dem Haardtgebirge wurde im Laufe der Zeit von Bächen zerschnitten, die im Pfälzerwald entspringen. Während der Eiszeiten kam es zu allmählichen Abgleitbewegungen der Hänge und zur Abschleifung durch den Wind. Diese Vorgänge führten zu einer Umformung des ursprünglichen Oberflächenreliefs, infolge derer sich eine Schwemmfächerebene mit Aufschüttungs- oder Abtragungsterrassen bildete. In trockenkalten Phasen der Würmeiszeit entstanden in der Deidesheimer Umgebung durch Windeinflüsse Lössschichten; dabei sammelte sich der Löss vor allem an Verwerfungen sowie im Lee von Kleinmulden an.

Westlich und nordwestlich von Deidesheim stellt der im mittleren Pfälzerwald vorherrschende Voltziensandstein aus der Trias die älteste stratigraphische Einheit auf Deidesheimer Gemarkung dar, die so genannte Rehbergschicht. Im Südwesten Deidesheims sind pleistozäne Ablagerungen zu finden; sie entstanden vor etwa 1,5 Mio. Jahren. Im Norden ist Deidesheim von einem Band pliozäner Ablagerungen umgeben, die sich vor etwa 3 Mio. Jahren gebildet haben. Im Osten von Deidesheim finden sich mit holozänen Ablagerungen die jüngsten stratigraphischen Einheiten. Mit Fremdmaterial wie Basalt, Ziegeln und Stallmist hat der Mensch den natürlichen Aufbau der Böden verändert. Die wichtigsten Bodentypen bei Deidesheim sind unterschiedliche Rigosole, Rendzina, Parabraunerde und kalkhaltige Terra-fusca.[8]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter und frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehung

Zum ersten Mal erwähnt wurde der Ortsname 699 in einer Urkunde, in welcher der lothringische Adlige Erimbert dem Kloster Weißenburg Güter aus seinem Besitz vermachte. Weitere Nennungen erfolgten in Urkunden des Klosters Fulda (770/71) und des Klosters Lorsch (791), wobei in letzteren Deidesheim bereits als weinbautreibend genannt wurde. Urkundliche Erwähnungen im Früh- und Hochmittelalter bezogen sich aber auf verschiedene Siedlungsplätze innerhalb einer größeren Gemarkung um Deidesheim, die nicht an derselben Stelle des heutigen Ortes waren; fränkische Gräberfelder in und um den Nachbarort Niederkirchen bei Deidesheim lassen darauf schließen, dass es hier einzelne Siedlungen schon mindestens seit dem 6. Jahrhundert gab, die teilweise später wüst wurden. Die erste urkundliche Erwähnung bezog sich vermutlich auf den Nachbarort Niederkirchen.[9] Wann das heutige Deidesheim als Siedlung neben Niederkirchen entstanden ist, lässt sich nicht genau feststellen; die einzelnen Siedlungen verselbständigten sich erst mit dem Bau der fürstbischöflichen Burg in Deidesheim, auf die es im Jahr 1292 den ersten Hinweis gab. Die erste nachweisliche Unterscheidung zwischen Niederdeidesheim, dem heutigen Niederkirchen, und Oberdeidesheim, dem heutigen Deidesheim, gab es erst im 13. Jahrhundert.

Deidesheim fällt an das Hochstift Speyer

Deidesheim war im frühen Mittelalter im Wesentlichen im Besitz des lothringischen Adligen Erimbert, der für die erste urkundliche Erwähnung Deidesheims durch seine Schenkung sorgte, und dessen Nachfahren – darunter einige Grafen von Metz, oberlothringische Herzöge und Salier. Diese hatten in Deidesheim fast 400 Jahre lang Besitzungen, bis sich Heinrich IV. (1056) und die Markgräfin Mathilde von Tuszien (1086) von ihrem Deidesheimer Besitz trennten und diesen dem Speyerer Domkapitel bzw. dem Stift St. Guido (Speyer) schenkten. Wenig später ging Deidesheim dann in die Hände der Speyerer Fürstbischöfe über und gehörte fortan zum Fürstbistums Speyer.[10] Weiteren, aber weniger bedeutenden Besitz in Deidesheim hatten im Frühmittelalter auch die Abtei Lorsch und das Bistum Worms.[11]

Deidesheim wird Stadt

Die Krone am Geschichts- und Brauchtumsbrunnen verweist auf König Wenzel.
Reste der Stadtmauer in der Spitalgasse

Wie Aufzeichnungen des Speyerer Hochstifts belegen, entwickelte sich Deidesheim schnell zu einem wirtschaftlich bedeutenden Ort, wozu auch die Niederlassung finanzkräftiger Juden beitrug, die bis zu den Pogromen während der Pestzeit um 1349 eine eigene Gemeinde in Deidesheim hatten. Ein Zeugnis für die Finanzkraft der Stadt ist auch die Tatsache, dass Deidesheim von 1430 bis 1439 und von 1465 bis 1472 vom Speyerer Bischof verpfändet wurde, weil dieser große Geldbeträge aufbringen musste. Dieser Entwicklung entsprechend entstand damals der Wunsch der Deidesheimer, dem wirtschaftlich florierenden Ort größeren Schutz vor Angriffen zu bieten, dem schließlich vom Speyerer Bischof Gerhard von Ehrenberg durch die Vergabe der Befestigungsrechte an Deidesheim im Jahr 1360 entsprochen wurde; damals wurde mit dem Bau der Deidesheimer Stadtbefestigung bereits das Ziel angestrebt, Deidesheim zur Stadt zu machen, um einen Zentralort im nördlichen Teil des Speyerer Hochstifts zu schaffen.[12]

Es dauerte allerdings 35 Jahre, bis Deidesheim die Stadtrechte gewährt wurden: Dies geschah auf Initiative des Speyerer Bischofs Nikolaus von Wiesbaden, dem am Valentinstag (14. Februar) des Jahres 1395 – neben der Bestätigung seiner Besitzungen und Rechte in Deidesheim – vom böhmischen und deutschen König Wenzel auch die für Deidesheim erbetenen Stadtrechte förmlich verliehen wurden. Wurde durch die Stadtwerdung Deidesheims vor allem der neue Stadtherr, der Speyerer Bischof begünstigt, so bewirkte diese auch für die Deidesheimer Positives: Im Unterschied zu den Dörfern der Umgegend wurde auf deren Leibeigenschaft faktisch verzichtet; diese trat erst bei einem Wegzug wieder in Kraft. Außerdem war das Ausmaß der Frondienste, die der Obrigkeit zu entrichten waren, beschränkt. Diese Privilegierung galt bis in das 18. Jahrhundert hinein, als die Einwohner des Speyerer Hochstifts rechtlich gleichgestellt wurden.

Kriegszeiten und Folgen

Ein weiterer positiver Aspekt der Stadtwerdung Deidesheims war die Tatsache, dass die Befestigung, welche die Stadt in Kriegszeiten zwar nur bedingt schützen konnte, im Alltag Schutz gegen umherziehendes Gesindel bot.[13] In den Jahren 1396, 1460, 1525 (Deutscher Bauernkrieg), 1552 beim Rückzug des Albrecht Alcibiades in das Hochstift Speyer erlitt Deidesheim infolge von Kriegshandlungen nennenswerte Schäden. Auch während des Dreißigjährigen Krieges blieb Deidesheim nicht verschont: 1621 wurde Deidesheim von protestantischen Truppen unter Peter Ernst II. von Mansfeld eingenommen und ausgeplündert; 1631 wurde Deidesheim wieder von protestantischen Truppen erobert, als der Schwedenkönig Gustav II. Adolf mit seinen Truppen in der Pfalz einfiel und wurde schließlich ein weiteres Mal 1639 von protestantischen Truppen eingenommen und geplündert. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde Deidesheim 1689 von französischen und 1693 von deutschen Truppen erobert, dabei teilweise geplündert und gebrandschatzt; am Schlimmsten traf es Deidesheim 1689, als es am 6. September von französischen Truppen unter Ezéchiel de Mélac beinahe vollständig niedergebrannt wurde und danach zu großen Teilen von Grund auf neu aufgebaut werden musste.[14]

Die zahlreichen Kriege, die Deidesheim überstehen musste, verhinderten, dass Deidesheim im Spätmittelalter eine noch positivere Entwicklung nehmen konnte; dennoch kann Deidesheim unter allen Städtegründungen der Speyerer Bischöfe als die erfolgreichste gesehen werden, wozu auch der Umstand beitrug, dass aufgrund der Klimagunst der Deidesheimer Wein wegen seiner Qualität geschätzt war, weswegen viele weltliche Herrschaften in Deidesheim tätig waren und für die Entwicklung der Stadt positive Impulse gaben.[15] Gegen Ende des Heiligen Römischen Reiches und der Herrschaft der Speyerer Bischöfe in Deidesheim konnte die Stadt schließlich administrativ und wirtschaftlich ein zentraler Ort im nördlichen Teil des Speyerer Hochstifts werden, wie es schon im 14. Jahrhundert beabsichtigt war; dies hing allerdings auch damit zusammen, dass das Gebiet des Speyerer Hochstifts seit damals etwas zusammengeschrumpft war.

Französische Revolution[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlust der städtischen Vorrechte

Das 1731 nochmal in barocker Form aufgebaute südliche Tor der Stadtbefestigung mit Vortor und Zwinger. Zeichnung von Ferdinand Kobell (1783)

Während des 18. Jahrhunderts wuchs die Deidesheimer Bevölkerung stark, so dass die Stadtmauer allmählich zu klein wurde; weil sie deswegen ihre Schutzfunktion nicht mehr richtig erfüllen konnte und nicht in Stand gehalten wurde, begann sie langsam zu verfallen. Ebenfalls im 18. Jahrhundert beschnitten die Speyerer Bischöfe die städtischen Rechte der Deidesheimer, welche diese mit der Verleihung der Stadtrechte Ende des 14. Jahrhunderts erworben hatten, wozu der faktische Verzicht ihrer Leibeigenschaft, das Recht auf Freizügigkeit und die Beschränkung der Frondienste zählte. Dies führte zu zahlreichen Beschwerden bei der bischöflichen Regierung des Hochstifts; zum wiederholten Male – auch unter dem Eindruck der revolutionären Vorgänge in Frankreich – 1789, zusammen mit Bruchsal, das auch zum Hochstift gehörte. Der Bischof Speyers, August von Limburg-Stirum, äußerte daraufhin gegenüber dem römisch-deutschen Kaiser Joseph II. die Befürchtung von revolutionären Unruhen und forderte diesen auf, gegen revoltierende Untertanen vorzugehen. Tatsächlich hielt Joseph II. mittels einer Nachricht, die per Eilboten verschickt wurde, die Deidesheimer und Bruchsaler dazu an, das Ergebnis ihrer Petition in Ruhe abzuwarten. Nach dem Tod Josephs im Februar 1790 nutzte August von Limburg-Stirum das entstandene Machtvakuum, um alle Deidesheimer Forderungen abzulehnen. Erst dessen Nachfolger, Philipp Franz Wilderich Nepomuk von Walderdorf, der letzte Fürstbischof Speyers, befreite unter den Vorzeichen der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches die Deidesheimer 1798 schließlich von ihrer Leibeigenschaft.

Erster Koalitionskrieg

Das nördliche Stadttor, das sogenannte „Wormser Tor“. Radierung von H. Thierry (1796)

Eine schlimme Zeit für Deidesheim begann am 20. April 1792 mit dem Beginn des Ersten Koalitionskrieges, in dessen Verlauf das Kriegsglück im Raum der heutigen Pfalz sehr häufig wechselte. Am 18. Februar 1793 erreichten erstmals französische Revolutionstruppen Deidesheim; sie brachten neue revolutionäre Parolen mit und forderten von den Deidesheimern eine Eidleistung, der diese aber nur widerwillig nachkamen. Bereits am 2. April desselben Jahres eroberten preußische Truppen Deidesheim zurück. Nach der Niederlage der koalierten Truppen bei Wissembourg am 26. Dezember 1793 eroberten französische Truppen Deidesheim und das gesamte linksrheinische Gebiet; dabei wurde Deidesheim von den lax geführten französischen Truppen massiv ausgeplündert, was zu einer akuten Notlage der Deidesheimer Bevölkerung führte (in der Pfalz sprach man vom „Plünderwinter“). Am 23. Mai 1794 kam es schließlich zu einem Gefecht direkt bei Deidesheim, bei dem sich preußische Truppen unter Wichard von Möllendorff, Friedrich Ludwig Fürst zu Hohenlohe-Ingelfingen und Gebhard Leberecht von Blücher und französische Truppen gegenüberstanden und in dessen Folge die Franzosen vertrieben werden konnten; einige Teile Deidesheims wurden beim Rückzug des französischen Heeres zerstört. Nach einem neuerlichen Großangriff der Franzosen im Juli 1794 wurden die koalierten Truppen wieder zum Rückzug über den Rhein gezwungen und Deidesheim war wieder in französischer Hand. 1795 wurde Deidesheim ein letztes Mal von kaiserlichen Truppen erobert, die aber bald darauf wieder ins Rechtsrheinische verlegt wurden. Der Frieden von Campo Formio (1797) regelte schließlich formell die französische Herrschaft zwischen Bingen und Landau; Deidesheim gehörte von nun an bis 1814 zum Département du Mont-Tonnerre. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts erholte sich Deidesheim wirtschaftlich von den Schäden des Ersten Koalitionskrieges; seine Rolle als Zentrum der Verwaltung, die es vor der Revolution innehatte, war danach jedoch an Dürkheim übergegangen.

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vormärz

Deidesheim um 1840

Nach dem Zusammenbruch der napoléonischen Herrschaft 1814 besetzten koalierte Truppen den linksrheinischen Teil Deutschlands. Zwischen 1814 und 1816 stand Deidesheim unter österreichischer und bayerischer Verwaltung, seit dem 30. April 1816 war Deidesheim – infolge der territorialen Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress – als Teil des Rheinkreises, der ab 1835 den Namen „Rheinpfalz“ trug, Teil des Königreichs Bayern. Im Jahr 1819 wurde Niederkirchen, das bislang ein Ortsteil Deidesheims war, zur eigenständigen Gemeinde erhoben, wodurch Deidesheim beinahe ein Drittel seiner Einwohner verlor und von einer Stadt zu einer Gemeinde herabgestuft wurde. Erst 1838 hatte die Einwohnerzahl Deidesheims wieder einen Stand erreicht, der es zuließ, dass es am 20. März 1838 den verfassungsmäßigen Bestimmungen Bayerns gemäß wieder zur Stadt erhoben wurde.

Das ganze 19. Jahrhundert hindurch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein überstiegen die landwirtschaftlichen Berufsgruppen die übrigen zahlenmäßig bei weitem; der einzige „Industriezweig“ von Bedeutung war die Früchtekonservierung. Vorreiter war hier Franz Peter Buhl, später kam noch die „Deidesheimer Conservernfabrik J. Biffar & Cie“ dazu. In den 1820er-Jahren hatten Deidesheimer Winzer unter einem Preisverfall infolge der Ausdehnung des Weinbaus und unter der Erhebung von Zöllen an innerdeutschen Grenzen zu leiden; das bayerische Zollgesetz vom 22. Juli 1819 schrieb vor, dass Waren auch beim Import vom links- ins rechtsrheinische Bayern zollpflichtig waren. Aufgrund dessen trugen beim Hambacher Fest im Mai 1832 teilnehmende Winzer aus Dürkheim eine schwarze Protestfahne mit sich; auch die Deidesheimer Delegation fiel bei dem Protestzug aus dem Rahmen, da sie als einzige Gruppe die weiß-blaue bayerische Nationalflagge mit sich führte, was einige Burschenschafter empörte: Diese führten alle schwarz-rot-goldene Trikoloren als Symbol der Deutschen Einheitsbewegung mit sich und sahen die bayerische Flagge der Deidesheimer als Zeichen der Zerrissenheit an. Man hieß die Deidesheimer, die Flagge zusammenzurollen; diese wurde daraufhin auch nicht mehr gezeigt. Mit der Entstehung des Deutschen Zollvereins am 1. Januar 1834 fielen die Zollschranken um die heutige Pfalz schließlich, was die Situation der Deidesheimer Winzer nachhaltig verbesserte.[16]

Pfälzischer Aufstand

Dem Pfälzischen Aufstand und seiner Zielsetzung standen die Deidesheimer zunächst positiv gegenüber; so wurden am 15. Mai 1849 von Deidesheim 500 Gulden in die Kasse des Landesverteidigungsausschusses eingezahlt, Bürgermeister Ludwig Andreas Jordan meldete dem Neustadter Bürgermeisteramt, dass Deidesheim eine Bürgerwehr aufgestellt habe und der Stadtrat beschlossen hätte, mit allen Mitteln für die Paulskirchenverfassung einzutreten. Nachdem am 17. Mai in Kaiserslautern eine provisorische Regierung gebildet worden war, die die Deidesheimer Beamten aufforderte, einen Eid auf die Paulskirchenverfassung zu leisten, wurde dies von Bürgermeister Ludwig Andreas Jordan jedoch bis zum Eintreffen preußischer Truppen immer wieder hinausgezögert, so dass Deidesheim von späteren Sanktionen weitgehend verschont wurde. Dennoch sahen die Deidesheimer, vor allem die Gutsbesitzer, das Streben nach der Deutschen Einheit mit Sympathie: Am 23. Juli 1852 kam der frühere bayerische König Ludwig I., der 1848 abgedankt hatte, nach Deidesheim. Bei diesem Besuch erregten einige Deidesheimer Gutsbesitzer den Zorn des Regierungspräsidenten, weil sie schwarz-rot-goldene Flaggen gehisst hatten, obwohl dies im Vorfeld ausdrücklich verboten worden war.[17]

Nach der Reichsgründung

Ab den 1850er-Jahren erlebte der Weinbau in Deidesheim eine Blütezeit, nachdem sich erst durch den Zollverein und dann die Reichseinheit ein immer freierer Wettbewerb entfalten konnte und neue Absatzmärkte in Russland und Nordamerika erschlossen wurden. In den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts jedoch änderte sich das Bild und der Weinbau rutschte infolge von künstlicher Herstellung von Weinen, dem Import von Billigweinen in großem Stil und dem massenweisen Auftreten von Schädlingen wie dem Sauerwurm und der Reblaus in eine tiefe Krise, so dass der Weinbau in Deidesheim vorübergehend rückläufig war.[18]

Am 6. Mai 1865 erhielt Deidesheim Anschluss an die Bahnstrecke Neustadt–Dürkheim und entwickelte sich zu einem bedeutenden Umschlagplatz in der Rheinpfalz; 1890 lag Deidesheim beim Empfang von Dünger mengenmäßig noch vor Ludwigshafen am Rhein und allen übrigen Orten mit Bahnhöfen in der Pfalz. 1886 wurde in Deidesheim das erste Schwimmbad der Pfalz eröffnet. Um die Jahrhundertwende hielten einige wichtige industrielle Errungenschaften Einzug: 1894 bekam Deidesheim eine Gasanstalt, 1896 eine elektrische Beleuchtung, 1897 ein örtliches Stromnetz, und 1898 wurde der Ort an eine allgemeine Wasserleitung angeschlossen. Des Weiteren besaßen Ende des 19. Jahrhunderts alle bedeutenden Gutshöfe einen Telefonanschluss.

Weimarer Republik und Drittes Reich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Französische Besatzung im Rheinland

Die Entwicklung Deidesheims zwischen den Weltkriegen stimmt im Wesentlichen mit derjenigen der Pfalz überein, wenngleich dies im Vergleich mit anderen Teilen der Region weniger intensiv war.[19] Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges 1918 rückten französische Truppen in Deidesheim ein und es wurden Truppenteile hier einquartiert – zeitweise mehr als 2500 Mann. Im August 1921 gab es einen großen Waldbrand bei Deidesheim, bei dem etwa 300 ha Wald verbrannten, davon 130 ha des Deidesheimer Stadtwaldes. Zur Brandbekämpfung wurden alle männlichen Einwohner Deidesheims rekrutiert, die älter als 17 Jahre waren; insgesamt waren etwa 500 Einsatzkräfte für Löscharbeiten aufgeboten, die später noch von 300 französischen Besatzungskräften unterstützt wurden. Die Löscharbeiten zogen sich drei Tage und drei Nächte lang hin.

Die Politik der französischen Besatzung war es, die Bewohner des Rheinlandes politisch und kulturell dem übrigen Reich zu entfremden und den Separatismus zu befördern, der sich 1919 (Ausrufung der Pfälzischen Republik) und besonders im Jahr der Hyperinflation 1923 (Ausrufung der Autonomen Pfalz) durchzusetzen drohte. Es bildete sich 1923 eine provisorische Regierung in der Pfalz, die alle Ortsvorsteher ersuchte, diese formell anzuerkennen; unter der Führung des Deidesheimer Bürgermeisters Arnold Siben wiesen zahlreiche Ortsvorsteher diese Aufforderung jedoch zurück und forderten eine Volksabstimmung. Dem Wirken Sibens war es auch zu verdanken, dass Deidesheim, im Unterschied zu den meisten pfälzischen Gemeinden, nicht von Separatisten besetzt wurde.[20] Im Juli 1930 wurde das Rheinland von französischen Truppen geräumt, was intensiv gefeiert wurde; im Zuge der Feierlichkeiten besuchte Reichspräsident Paul von Hindenburg im Juli 1930 das Rheinland und kam dabei auch nach Deidesheim.

Drittes Reich und Zweiter Weltkrieg

Denkmal für die Gefallenen Deidesheims, geschaffen von Ludwig Kern

Im Unterschied zur übrigen Pfalz, die überdurchschnittlich viel zum Aufstieg der NSDAP beitrug, wählten die Deidesheimer noch bis 1933 bei den Reichstagswahlen die Zentrumspartei mit absoluter Mehrheit; vor der Machtergreifung 1933 waren 17 Deidesheimer der Partei beigetreten und spätestens seit dem April 1931 gab es eine Ortsgruppe der NSDAP in Deidesheim, zu der auch Forst an der Weinstraße, Ruppertsberg und Niederkirchen gehörten. Bei den Novemberpogromen 1938 am 9. November 1938 gab es in Deidesheim keine Zerstörungen, aber einen Tag später wurden die Häuser zweier jüdischer Familien und der Jüdische Friedhof verwüstet. Die Deidesheimer Synagoge war bereits 1936 von der jüdischen Gemeinde verkauft worden und deshalb der Zerstörung entgangen. Während des Zweiten Weltkrieges blieb Deidesheim von Kriegsschäden zunächst verschont, aber am 9. März 1945, kurz vor Kriegsende, wurde das Deidesheimer Spital von einer Bombe getroffen; dabei verloren acht Menschen ihr Leben. Am 21. März 1945 rückten amerikanische Verbände kampflos in Deidesheim ein, obwohl man bereits im Herbst 1944 eine Panzersperre vorbereitet hatte, deren Schließung allerdings von einigen Deidesheimer Bürgern verhindert worden war.[21]

Seit Gründung der Bundesrepublik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauliche Entwicklung

Mit der Bildung des Landes Rheinland-Pfalz 1946 gehörte Deidesheim zu diesem und nicht mehr zu Bayern. Nach dem Krieg wurden einige Verbesserungen an der Infrastruktur angegangen: So wurden die Straßenbeleuchtung und das Schwimmbad modernisiert und eine Kanalisation geschaffen; die Grundschule wurde 1960 neu errichtet, 1964 wurde die Stadthalle „Paradiesgarten“ gebaut, einige Jahre später eine Hauptschule. Deidesheims Bevölkerung überstieg die 3000er-Marke; weil sich Deidesheim nicht weiter nach Westen ausdehnen konnte, ohne für die Bebauung beste Weinlagen zu opfern, wurde am 4. Dezember 1978 ein neuer Flächennutzungsplan beschlossen, der die bauliche Entwicklung Richtung Osten lenkte, so dass der Ort sich fortan vor allem östlich der Bahnstrecke Neustadt–Dürkheim ausdehnte. Mit Forst an der Weinstraße, Ruppertsberg, Niederkirchen bei Deidesheim und Meckenheim (Pfalz) bildet Deidesheim seit dem 1. Januar 1973 die Verbandsgemeinde Deidesheim. 1974 wurde bei Niederkirchen eine Gemeinschaftskläranlage für die Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde fertiggestellt und 1978 die Bezirkssportanlage der Verbandsgemeinde Deidesheim errichtet, die 1993 um eine Sporthalle ergänzt wurde.

Staatsgäste in Deidesheim

Große mediale Aufmerksamkeit erlangte Deidesheim durch die Besuche hoher ausländischer Staatsgäste, die Bundeskanzler Helmut Kohl zwischen 1989 und 1997 bei Staatsbesuchen nach Deidesheim einlud. Häufig bekamen die Staatsgäste dann im Deidesheimer Hof das Gericht Pfälzer Saumagen serviert. Die Staatsgäste, die mit Kohl nach Deidesheim kamen, waren die britische Premierministerin Margaret Thatcher (30. April 1989), der sowjetische Präsident Michail Gorbatschow (10. November 1990), der kanadische Premierminister Brian Mulroney (16. Juni 1991), der amerikanische Vizepräsident Dan Quayle (9. Februar 1992), der tschechische Präsident Václav Havel (14. Oktober 1993), der russische Präsident Boris Jelzin (12. Mai 1994), der britische Premierminister John Major (1. Oktober 1994) und das spanische Königspaar Juan Carlos I. (Spanien) und Sophia von Griechenland (17. Juli 1997).[22]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von Deidesheim von 1530 bis 2015
Einwohnerentwicklung[23][24]
Jahr Einwohner
1530 etwa 500
1618 etwa 630
1667 561
1702 444
1737 895
1774 1.241
1815 1.760
1849 2.729
Jahr Einwohner
1871 2.697
1895 2.783
1917 2.197
1933 2.559
1953 3.100
2006 3.739
31.12.2015 3.779
Schuhe am Königsgarten erinnern an Auswanderer.

Aus der Zeit des Mittelalters gibt es keine überlieferten Angaben über die Einwohnerzahl Deidesheims. Zum Teil erhebliche Schwankungen der Einwohnerzahl im 17. und frühen 18. Jahrhundert waren die Folge zahlreicher Kriege; besonders der Dreißigjährige Krieg und der Pfälzische Erbfolgekrieg trafen Deidesheim hart. Im relativ friedlichen späteren 18. Jahrhundert erlebte Deidesheim ein rasches Bevölkerungswachstum, so dass die Bevölkerungszahl zu Zeiten der Französischen Revolution nahezu dreimal so groß war wie zum Ende des Mittelalters.

Nach dem zunächst weiter raschen Bevölkerungswachstum bis zum Jahr des Pfälzischen Aufstandes 1849 stieg die Einwohnerzahl Deidesheims in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht wesentlich weiter – entgegen dem allgemeinen Trend in Deutschland zu Zeiten der Industrialisierung – und verminderte sich um die Wende zum 20. Jahrhundert gar, so dass Deidesheim 1917 weniger Einwohner hatte als 1823; Ursache dafür war die Emigration zahlreicher Deidesheimer nach Nordamerika und eine Abwanderung in Industrieorte. Erst Jahre nach dem Ersten Weltkrieg erreichte die Einwohnerzahl Deidesheims wieder Werte wie Mitte des 19. Jahrhunderts. Nach dem Zweiten Weltkrieg legte die Zahl der Einwohner infolge zahlreicher Zuzüge nochmals kräftig zu und überstieg erstmals die Marke von 3000 Einwohnern. In den letzten Jahren ist die Einwohnerzahl relativ konstant und beträgt 3779 Einwohner (31. Dezember 2015).

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die frühesten Erwähnungen des Ortsnamens findet man in Urkunden des Klosters Weißenburg (699) sowie des Klosters Fulda (770) und des Klosters Lorsch (770/71 bis um 800); sie bezogen sich allerdings nicht auf die Siedlung, aus der Deidesheim entstanden ist, sondern auf das benachbarte Niederkirchen bei Deidesheim.[25] Das heutige Deidesheim ist erst im 9./10. Jahrhundert als Tochtersiedlung wenige Kilometer westlich von Niederkirchen entstanden.[3]

Man findet in diesen ersten Urkunden die Namen „Teutinesheim“, auch „Titinesheim“, „Didinesheim“, „Ditenesheim“; später „Didensheim“, „Didisheim“ und „Dydesheim“. Der Deidesheimer Stadtschreiber Heinrich Seel vermutete in seiner Ortschronik aus dem Jahr 1881, dass der Name seinen Ursprung in der heidnisch-germanischen Zeit habe und wohl von „Teut“ abgeleitet wurde. Er vermutete ferner, dass es bereits zu dieser Zeit Ansiedlungen in der Gegend um Deidesheim gegeben habe, auf die sich dieser Name bezog. Er unterstrich dies mit der Nennung weiterer Ortschaften in der näheren Umgebung, bei denen dasselbe gelte, beispielsweise Edesheim, welches in alten Urkunden auch Odinsheim genannt wurde, sowie das Odinstal bei Wachenheim an der Weinstraße.[26]

Die erste definitive Unterscheidung zwischen Mutter- und Tochtergemeinde findet man erst 1281 mit der Bezeichnung „in inferiori Dithensheim“ (Niederdeidesheim) für das heutige Niederkirchen und „Oberdydenßheim“ im Jahr 1360 für das heutige Deidesheim.[25] Um das Jahr 1430 herum kam dann der Name Niederkirchen für die Muttergemeinde auf, nachdem zu Anfang des 14. Jahrhunderts eine Kirche in Deidesheim errichtet wurde, die Vorläuferin der heutigen Pfarrkirche. Im Volksmund nannte man nun die Kirche der Muttergemeinde, zur Unterscheidung von der neuen Deidesheimer Kirche, die „Untere Kirche“ oder „Niedere Kirche“, während das Deidesheimer Gotteshaus als „Obere Kirche“ bezeichnet wurde. Auf diese Weise entstand der Name „Niederkirchen“ für die Muttergemeinde,[27] und der Name „Deidesheim“ war zum Ende des Mittelalters von Niederkirchen auf die Tochtergemeinde, das heutige Deidesheim, übergegangen.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrzentrum St. Bernhardushof

Nachdem Deidesheim als Tochtersiedlung von Niederkirchen eine gewisse Größe erreicht hatte, wurde der Pfarrsitz von Niederkirchen nach Deidesheim verlegt (zwischen 1437 und 1460). Auch deswegen wurde der Bau einer geräumigen Kirche notwendig: Mit dem Bau der Deidesheimer Pfarrkirche wurde 1444 begonnen und 1473 war sie im Wesentlichen fertiggestellt. Sie wurde anstelle einer um das Jahr 1300 erstmals erwähnten kleineren Marienkapelle gebaut, und dem Heiligen Ulrich von Augsburg geweiht. Auch die neue Deidesheimer Pfarrei wurde nach dem Heiligen Ulrich benannt.

Die Reformation konnte sich im Fürstbistum Speyer, zu dem Deidesheim gehörte und dessen Bischof der Stadtherr Deidesheims war, nicht durchsetzen (cuius regio, eius religio). Allerdings bewirkte sie erhebliche Schwierigkeiten bei der Besetzung der Deidesheimer Pfarrstelle in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Im Jahre 1750, 1820 respektive, wurden die Filialgemeinden Niederkirchen und Forst ausgegliedert und zu eigenständigen Pfarreien erhoben. Für kurze Zeit, nach der französischen Annexion des linken Rheinufers, gehörte die Deidesheimer Pfarrei von 1802 bis 1817 zum Bistum Mainz, danach wieder zum Bistum Speyer.

Bei der Neuordnung der Dekanate im Speyerer Bistum im Jahr 1980 wurde Deidesheim dem Dekanat Bad Dürkheim zugeteilt. Aufgrund zunehmenden Priestermangels bildete die Pfarrei St. Ulrich von 2006 bis 2015 mit den beiden Pfarreien St. Margareta (Forst) und St. Martin (Ruppertsberg) eine Pfarreiengemeinschaft, deren Pfarrsitz in Deidesheim war. Am 1. Januar 2016 wurde die Pfarrei Hl. Michael gebildet, der die früher eigenständigen Pfarreien St. Ulrich (Deidesheim), St. Margareta (Forst), St. Martin (Ruppertsberg), St. Martin (Niederkirchen) und St. Ägidius (Meckenheim) als Gemeinden (Pfarrbezirke) angehören.[28] Der Pfarrsitz und das Pfarramt der Pfarrei Hl. Michael sind in Deidesheim.

Im Dezember 2016 waren 1903 Einwohner Deidesheims römisch-katholisch; das entsprach einem Anteil von 49,99 % der Deidesheimer Bevölkerung.[29]

Zur katholischen Gemeinde gehören unter anderem folgende Sakral- und Profanbauten:[30]

In der Pfarrei Deidesheims wirkten unter anderem der Speyerer Bischof Konrad Reither (1838) und der Mainzer Bischof Ludwig Maria Hugo (1897–1900) als Kaplan.[31] Als Priester wirkten hier unter anderem Michael Schnetter (1829–1837) und Heinrich Hartz (1940–1965). Zahlreiche Geistliche stammen aus Deidesheim, darunter Richard von Deidesheim (um 1200–1278), Dekan des Stifts Wimpfen, Dietrich von Deidesheim (um 1305–um 1360), Kanzlist der kurtrierer Verwaltung, Johann Fart (um 1420–1491), Reformabt in der Abtei Maria Laach, Peter Scheibenhart (um 1478–1529), Professor der Universität Heidelberg, Franz Tafel (1799–1869), Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung und Franz Seraph Schaub (1870–1927), Professor für Kirchengeschichte.

Evangelische Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche

Der Anteil der Protestanten an der Deidesheimer Bevölkerung war lange Zeit sehr gering, so gab es 1788 erst vier Protestanten in Deidesheim, 1863 waren es 38. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Protestantische Gemeinde, auch infolge zahlreicher Zuzüge, stark an. 1950 verzeichnete Deidesheim 420 Protestanten, im Dezember 2016 waren 904 Deidesheimer evangelisch, das waren 23,77 % der Deidesheimer Bevölkerung.[29] In den Jahren 1874 und 1875 entstand die protestantische Kirche durch den Umbau einer ehemaligen Scheune, 1891 erhielt diese ihren Turm. 1957 wurde die Kirche erweitert und im selben Jahr ein Gemeindehaus errichtet. 1960 erhielt die Kirche drei neue Glocken und 1964 eine neue Orgel. Seit 1957 bildet Deidesheim zusammen mit, Niederkirchen bei Deidesheim und Ruppertsberg eine Filiale der Gemeinde von Wachenheim an der Weinstraße; zwar hatte schon seit 1876 ein aus fünf Personen bestehendes Presbyterium, war aber als Filialgemeinde vom Landeskirchenrat noch nicht anerkannt. Auf Beschluss des Kultusministeriums Rheinland-Pfalz am 8. März 1957 wurde der Deidesheimer Kirchengemeinde der Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zuerkannt. 1973 kam dann noch Forst an der Weinstraße zur Deidesheimer Kirchengemeinde dazu. Die Deidesheimer Kirchengemeinde gehört zur Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche), hat seit 1984 eine eigene Pfarrstelle und wurde 1988 von einer Filialgemeinde Wachenheims zur selbständigen Pfarrei erhoben.

Jüdische Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Synagoge

Im Jahr 1302 wurden erstmals Juden in Deidesheim erwähnt. Die jüdische Gemeinde damals erlosch, als bei Judenpogromen 1349 alle Deidesheimer Juden aus dem Ort vertrieben wurden. Spätestens im 17. Jahrhundert bildete sich erneut eine jüdische Gemeinde. Die Zahl der Mitglieder der jüdischen Gemeinde stieg bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts auf 95 an; damals, im Jahr 1852, wurde auch die heute profanierte Synagoge gebaut. Die Zahl der Juden in Deidesheim war danach wieder rückläufig. 1933 lebten noch drei jüdische Familien mit elf Personen in Deidesheim. 1936 wurde die renovierungsbedürftige Synagoge verkauft. Fanny Reinach war die einzige jüdische Person aus Deidesheim, die den Holocaust überlebte und nach dem Zweiten Weltkrieg wieder nach Deidesheim zurückkehren konnte.

Der ehemalige Jüdische Friedhof am Platanenweg ist etwa 800 m² groß und steht unter Denkmalschutz. Insgesamt konnten dort 1946 noch 95 Grabsteine aus der Zeit zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert nach der Verwüstung des Friedhofs bei den Novemberpogromen 1938 restauriert werden.

Im Dezember 2016 waren zwei Deidesheimer jüdisch, das waren 0,05 % der Deidesheimer Bevölkerung.[29]

Sonstige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Anteil der konfessionslosen Deidesheimer bzw. derer ohne Angaben betrug im Dezember 2016 902 Personen, was 23,69 % der Bevölkerung in Deidesheim entspricht.[29]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Deidesheim.png
Blasonierung: „In Blau ein schwebendes silbernes Tatzenkreuz, in dessen rechtem oberen und linkem unteren Winkel je ein sechsstrahliger goldener Stern.“

Das älteste Deidesheimer Siegel aus dem Jahr 1410 zeigte noch ein Wappen mit einem durchgehenden Kreuz (das stand für das Hochstift Speyer) und einem sechsstrahligen Stern im heraldisch oberen rechten Feld. Der Stern war vermutlich ein Symbol für die Heilige Maria,[32] die Patronin einer Marienkapelle war, welche vor der Erbauung der Pfarrkirche an deren Stelle stand. Mit diesem Siegel beglaubigten der Schultheiß, der Rat und das Gericht von Deidesheim von ihnen ausgestellte Urkunden. Das Siegel trug die Umschrift „Gericht von Deidesheim“. Nach der Zerstörung Deidesheims im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1693 wurde ein neues Typar beschafft. Dieses trug die Umschrift „Der * Stat * Deidesheim * Insigel“. Im Schild führte es seit 1699 ein schwebendes Kreuz und wurde Ende des 18. Jahrhunderts von zwei achtstrahligen Sternen im heraldisch ersten und vierten Feld bewinkelt. Später stellte die Stadt Deidesheim den Antrag, das Wappen mit zwei sechs- statt achtstrahligen Sternen führen zu dürfen, dem entsprochen wurde; seit damals ist das Wappen mit dem heutigen identisch.[33][34]

Stadtpolitik seit dem 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister Deidesheims seit 1895
Amtszeit Name
1895–1905 Johann Julius Siben
1905–1914 Ludwig Bassermann-Jordan
1914–1920 Karl Kimich
1920–1933 Arnold Siben
1933–1945 Friedrich Eckel-Sellmayr
1945–1948 Michael Henrich
1948 Heinrich Funk
1948–1972 Norbert Oberhettinger
1972–1975 Erich Gießen
1975–2004 Stefan Gillich
seit 2004 Manfred Dörr

Vor dem Ersten Weltkrieg

Stadtratsitzungen finden noch heute im historischen Rathaus statt.

Anfang des 19. Jahrhunderts bildete sich in Deidesheim eine einflussreiche Schicht von Weingutsbesitzern, die bis zum Ende der Weimarer Republik die ehrenamtlichen Bürgermeister stellten und im Stadtrat deutlich überrepräsentiert waren. Die tatsächliche Bevölkerungsstruktur spiegelte die Besetzung des Stadtrates in dieser Zeit nicht wider. Nach dem Ersten Weltkrieg galt die bayerische Gemeindeordnung von 1869 zunächst weiter, und der 1914 gewählte Stadtrat mit 23 Mitgliedern bestand unverändert fort. Für den 1914 als Kriegsfreiwilliger gefallenen Bürgermeister Ludwig Bassermann-Jordan wurde dessen Beigeordneter Karl Kimich zum Bürgermeister gewählt. Bei der nächsten Gemeinderatswahl 1920 kandidierte Kimich nicht mehr.

Weimarer Republik

Als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge Kimichs galt Arnold Siben, dessen Vater Johann Julius Siben bereits von 1895 bis 1905 Bürgermeister Deidesheims gewesen war. Auf Siben verständigte sich die „Unparteiische Bürgerliste“, die Angehörige der Zentrumspartei und der Liberalen vereinigte. Die zu den Linksliberalen tendierende „Bürgerliste“ und die SPD-nahe „Volksliste“ machten Josef Eid zum gemeinsamen Spitzenkandidaten. Siben konnte die Wahl für sich entscheiden und erhielt einen Anstellungsvertrag für zehn Jahre.

Während die Kommunalwahlen 1920 und 1924 relativ ruhig verliefen, fand 1929 eine regelrechte Wahlschlacht statt. Grund hierfür ein Antrag des Bürgermeisteramtes an den kurz vor der Neuwahl stehenden Stadtrat, Siben für die kommenden Jahre zum hauptamtlichen Bürgermeister zu ernennen. Dies fanden viele Deidesheimer empörend, denn zum einen wäre damit der Wählerschaft vorgegriffen worden, und zum anderen erschien vielen das Jahresgehalt von 12.000 Reichsmark vor dem Hintergrund der gerade ausgebrochenen Weltwirtschaftskrise unverhältnismäßig hoch. Dennoch wurde Siben mit knapper Mehrheit der Stimmen der „Unparteiischen Bürgerliste“ für fünf Jahre zum Berufsbürgermeister bestimmt. Bei der kurz darauf folgenden Stadtratswahl verlor die „Unparteiische Bürgerliste“ bei einer ungewöhnlich hohen Wahlbeteiligung nahezu die Hälfte ihrer Wähler, viele an die Protestbewegung „Fortschritt und Freiheit“, deren Spitzenmann Friedrich Schreck nach Siben zum stellvertretenden Bürgermeister aufstieg.

Drittes Reich

In Deidesheim fand die „Machtergreifung“ im Wesentlichen am Abend des 15. März 1933 statt, als vor dem Haus Sibens mehrere hundert Personen eine Demonstration veranstalteten und die Menge drohte, das Haus zu stürmen, falls Siben nicht bereit sei, das Bürgermeisteramt niederzulegen. Siben erklärte daraufhin gegenüber zweier anwesender Stadträte, dass er zurücktrete, allerdings unter Vorbehalt seiner Rechte. Nun wäre der zweite Bürgermeister Friedrich Schreck zum Bürgermeister Deidesheims aufgestiegen; dieser kam jedoch für die neuen Machthaber nicht infrage, weil er schon zweimal wegen Widerstands gegen die NSDAP verhaftet worden war. Das Neustadter Bezirksamt verfügte schließlich am 20. März, dass der Gutsbesitzer Friedrich Eckel-Sellmayr Bürgermeister werden solle; er hatte schon seit 1924 als Abgeordneter der von Linksliberalen und dem Gewerbeverein gebildeten „Bürgerliste“ einen Sitz im Stadtrat inne. Eckel-Sellmayr versah das Bürgermeisteramt bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Nachdem die Amerikaner zum Ende des Zweiten Weltkrieges Deidesheim besetzt hatten, bestimmten sie im April 1945 den pensionierten Oberlehrer Michael Henrich zum Bürgermeister. Nach den Stadtratswahlen im September 1946 wurde er von den Stadträten auch zum Bürgermeister gewählt und war damit der erste demokratisch legitimierte Bürgermeister Deidesheims seit 13 Jahren.[35] Sein Erster Beigeordneter wurde Heinrich Funk. Am 1. Juli 1948, nach dem Rücktritt von Bürgermeister Henrich, übernahm letzterer für fünf Monate das Amt des Bürgermeisters.[36]

Bei der ersten Stadtratswahl nach dem Zweiten Weltkrieg am 15. September 1946 errang die CDU 62 % der abgegebenen Stimmen. Bei der nächsten Kommunalwahl Ende 1948 zogen erstmals zwei Wählergruppen in den Stadtrat ein; sie spielten in der Stadtpolitik fortan eine wichtige Rolle[37] und schlossen sich später zur Freien Wählergruppe zusammen. Am 1. Dezember 1948 wurde der CDU-Kandidat Norbert Oberhettinger zum Bürgermeister gewählt. Als im Herbst 1972 der Besitzer des Weinguts Reichsrat von Buhl, Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg, verstorben war, verunglückten bei der Rückfahrt von dessen Beerdigung Norbert Oberhettinger und seine Frau tödlich. Die Nachfolge im Amt des Bürgermeisters trat der Weingutsbesitzer Erich Gießen an, der das Amt bis 1975 versah. Danach wurde Stefan Gillich zum Bürgermeister gewählt, der zu diesem Zeitpunkt bereits Bürgermeister der Verbandsgemeinde Deidesheim war, und übte dieses Amt 29 Jahre lang aus. Ihm folgte 2004 Manfred Dörr nach, der zu diesem Zeitpunkt bereits viele Jahre einen Sitz im Stadtrat innehatte.

Das Ergebnis der jüngsten Stadtratswahl inklusive der Veränderungen zur vorhergehenden Wahl ist in der Tabelle im nächsten Abschnitt angeführt. Mit diesem Ergebnis hat die Fraktion der CDU die absolute Mehrheit im Stadtrat.

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat in Deidesheim besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem. Die Kommunalwahl 2014 lieferte folgendes Ergebnis,[38] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[39][40]

Sitzverteilung des Deidesheimer Stadtrats 2014
    
Insgesamt 20 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften 2014 2009 2004 1999
Anteila Sitze Anteila Sitze Anteila Sitze Anteila Sitze
Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD 11,1 2 5,3 1 6,9 1 9,9 2
Christlich Demokratische Union Deutschlands CDU 58,0 12 55,9 11 59,2 12 60,7 12
Bündnis 90/Die Grünen GRÜNE 13,5 3 11,5 2 9,7 2 7,1 1
Freie Demokratische Partei FDP 2,3 0 3,0 1 0,0 0 0,0 0
Freie Wählergruppeb FWG 15,1 3 24,3 5 24,2 5 22,4 5
prozentualer Anteil ungültiger Stimmabgaben 2,3 1,5 1,5 1,7
Sitze gesamt 20 20 20 20
Wahlbeteiligung 63,7 % 65,3 % 67,8 % 69,7 %
a prozentualer Anteil an den abgegebenen gültigen Stimmen
b Freie Wählergruppe Stadt Deidesheim e. V.

Deidesheimer in Landes- und Reichspolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludwig Andreas Jordan
Andreas Deinhard

Viele Deidesheimer Gutsbesitzer konnten ihre starke finanzielle Basis für Aktivitäten in der „großen Politik“ nutzen. Seit den 40er-Jahren des 19. Jahrhunderts versammelten Ludwig Andreas Jordan und Franz Peter Buhl liberale Politiker in ihren Häusern, die großdeutsch gesinnt waren. Die Zusammensetzung dieses „Deidesheimer Kreises“ wechselte häufig; ihm gehörten unter anderem Adam von Itzstein, Ludwig Häusser, Heinrich von Sybel, Carl Theodor Welcker, Heinrich von Gagern, Karl Mathy, Friedrich Daniel Bassermann, Carl Joseph Anton Mittermaier und Georg Gottfried Gervinus an.[41] Im März 1848 saßen Buhl und Jordan in Frankfurt im Vorparlament. Bei den Tagungen der Frankfurter Nationalversammlung waren sie jedoch nicht dabei: Buhl, weil er nicht gewählt wurde und Jordan, weil er Bürgermeister von Deidesheim bleiben wollte. Spätestens nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 wandelte sich die Gesinnung des „Deidesheimer Kreises“ zugunsten einer kleindeutschen Lösung.

Nach der Reichsgründung 1871 wurden zwei Deidesheimer als Reichstagsabgeordnete in den Reichstag des neugegründeten Deutschen Reiches gewählt: Ludwig Andreas Jordan, er war bis 1881 Abgeordneter im Reichstag, und Franz Armand Buhl; dieser hatte bis 1893 ein Mandat und fungierte drei Jahre lang Vizepräsident des Reichstages. Er wirkte an der Bismarckschen Sozialgesetzgebung und der Weingesetzgebung mit. Mit Andreas Deinhard gelangte noch ein dritter Deidesheimer als Abgeordneter in den Reichstag. Er hatte von 1898 bis 1903 ein Mandat. Buhl, Jordan und Deinhard waren Mitglieder der Nationalliberalen Partei.

Drei Deidesheimer hatten in der Kammer der Reichsräte des Königreichs Bayern einen Sitz inne: Franz Armand Buhl (von 1885 bis 1896),[42] Eugen Buhl (von 1896 bis 1910)[43] und Franz Eberhard Buhl (von 1911 bis 1918).[44]

In der bayerischen Kammer der Abgeordneten waren insgesamt acht Deidesheimer vertreten: Andreas Jordan (von 1831 bis 1843),[45] Ludwig Andreas Jordan (von 1848 bis 1852 und von 1863 bis 1871),[46] Franz Peter Buhl (von 1855 bis 1861),[47] Eugen Buhl (von 1875 bis 1896),[43] Franz Eberhard Buhl (von 1907 bis 1911),[44] Andreas Deinhard (von 1881 bis 1904),[48] Johann Julius Siben (von 1899 bis 1907),[49] und Josef Siben (von 1907 bis 1918), danach war er bis 1920 Abgeordneter im Bayerischen Landtag.[50] Bis auf die letztgenannten Brüder Siben, welche der Zentrumspartei angehörten, waren alle Angeordneten liberal oder nationalliberal gesinnt. Neben den acht in Deidesheim ansässigen Abgeordneten gelangten noch drei gebürtige Deidesheimer in die Kammer der Abgeordneten: Gustav Schmitt (von 1875 bis 1881),[51] Josef Giessen (von 1907 bis 1918)[52] und Franz Tafel (von 1840 bis 1843, von 1849 bis 1858 und von 1863 bis 1869); letztgenannter hatte auch einen Sitz in der Frankfurter Nationalversammlung inne.[53] Der in Deidesheim geborene Rechtswissenschaftler Heinrich Buhl saß 1903/04 in der Ersten Kammer der Badischen Ständeversammlung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam wieder ein Deidesheimer in die Landespolitik: Der in Bruchmühlbach geborene und im Heimatort seiner Frau ansässig gewordene Hanns Haberer war 1946/47 Wirtschafts- und Finanzminister in der ersten Regierung von Rheinland-Pfalz und fungierte von 1947 bis 1955 als Staatssekretär. Schließlich gelangte mit der Grünen-Politikerin Ruth Ratter eine weitere Deidesheimerin die Landespolitik – sie wurde im Frühjahr 2011 in den 16. Rheinland-Pfälzischen Landtag gewählt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deidesheim unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:[54]

Die Partnerschaftsurkunden mit Buochs, Saint-Jean-de-Boiseau und Bad Klosterlausnitz wurden am 2. September 1995 von den jeweiligen Bürgermeistern unterzeichnet, die Partnerschaftsurkunde mit Tihany am 25. April 1999. Die Verbindungen zu Buochs und Saint-Jean-de-Boiseau bestanden schon länger, sie waren durch Kontakte der Deidesheimer Vereine zustande gekommen; die Kontakte zu Bad Klosterlausnitz und Tihany waren dagegen erst nach der politischen Wende entstanden.[55]

Konsularische Vertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmalzonen und Einzeldenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historischer Stadtkern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Ulrich

Die Fläche der mittelalterlichen Stadt, der historische Stadtkern Deidesheims, ist seit 1991[57] als Denkmalzone ausgewiesen – er gilt aufgrund der Vielfalt und Qualität des Baubestandes als eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler im Landkreis Bad Dürkheim.[58] Der Stadtkern wurde bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts vollständig von der Deidesheimer Stadtbefestigung umschlossen, deren Überreste denkmalgeschützt sind. Den Kern Deidesheims bildete ursprünglich der Marktplatz und dessen Umgebung.[3] Die den Marktplatz beherrschenden, das Ortsbild prägenden Bauten sind heute die Stadtpfarrkirche St. Ulrich, der Deidesheimer Hof und der mit diesem baulich verbundene Dienheimer Hof; den Mittelpunkt Marktplatzes selbst bildet der Andreasbrunnen. Südlich an die Pfarrkirche schließt sich das historische Rathaus der Stadt mit seiner zweiarmigen Freitreppe an, das zusammen mit den historischen Gasthäusern „Zur Kanne“ und „Zum Schwanen“ ein bemerkenswertes Bauensemble bildet.[59]

Zu den frühesten Gebäuden in Deidesheim zählten der hochmittelalterliche Hubhof des Hochstifts Speyer, er befand sich dort, wo heute das Weingut Reichsrat von Buhl ist; ferner der Ketschauer Hof, ein ehemaliger Adelshof, und die fürstbischöflich-speyerische Burg aus dem 12./13. Jahrhundert.[3] Sie wurde später zu einem Schloss umgebaut, das heute noch immer als geschlossene bauliche Anlage erkennbar ist. Aus dem Spätmittelalter stammt die Kapelle des Deidesheimer Spitals und der Kern des zum Spital gehörenden Cafés und Gästehauses, bei dem es sich vermutlich um Reste eines früheren Adelshofs handelt.

Um die Deidesheimer Pfarrkirche herum war früher der ummauerte Friedhof der Stadt, davon zeugen heute noch das Beinhaus und das Friedhofskreuz. Weitere denkmalgeschützte Anwesen in der historischen Altstadt sind das Pfarrzentrum „Bernhardushof“, der frühere Winzerhof gegenüber der Grundschule, sowie die Weingüter Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan, Georg Siben Erben, Julius Ferdinand Kimich und Mehling.

Übriges Stadtgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wohngebäude beim Weingut Josef Biffar

Erst um 1820 begann der Siedlungsbau Deidesheims auch jenseits der früheren Stadtmauer. Während viele der größeren Anwesen innerhalb des historischen Ortskerns auf repräsentativen Anwesen basieren, die nach ihrer Zerstörung wieder aufgebaut wurden, waren die nun errichteten Vorstadtgebäude Neubauten. Eines der ersten dieser Gebäude war die Villa des Weinguts von Winning, die an der früheren Stadtgrenze errichtet wurde. Direkt daneben am Kaisergarten findet man noch das spätbarocke Gartenhäuschen eines ehemaligen Adelshofs, das heute „Altes Zollhäuschen“ genannt wird. Weitere denkmalgeschützte Bauwerke außerhalb des Stadtkerns sind die ehemalige Synagoge, sowie das ortsbildprägende Café am Königsgarten, beide liegen direkt an der Grenze zur Altstadt. Vor allem im Norden Deidesheims, entlang der heutigen Weinstraße und der Niederkircher Straße, entstanden einige repräsentative Villen der gut situierten Deidesheimer Weingutsbesitzer, beispielsweise die Villa des Weinguts Herbert Gießen Erben, die Villa des Reichsrats Eugen Buhl, sowie die Wohnhäuser des Weinguts Josef Biffar. Am südlichen Ortseingang steht das italienisch anmutende ehemalige Wohnhaus eines Weinguts.

Am westlichen Ortsrand gelegen sind außerdem zwei als Denkmalzonen ausgewiesene Friedhöfe: der Friedhof Deidesheims mit seiner Friedhofskapelle aus dem Jahr 1619 und der Jüdische Friedhof Deidesheims.

Gemarkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hahnenböhler Kreuz

Außerhalb Deidesheims finden sich zahlreiche Flurdenkmäler, darunter die beiden Bildstöcke in der Kehr und am Grain. Der erstgenannte gilt – neben einer Nachbildung in Ruppertsberg – als das einzige Exemplar der Pfalz in Form von Bildstock­kapitellen; der letztgenannte aus dem Jahr 1431 zählt aufgrund seines Alters und seiner Qualität zu den bedeutendsten Bildstöcken der Pfalz.[60] Zu den Flurdenkmälern zählen auch viele Wegekreuze, darunter das Wegekreuz am Gutenberg, das Wegekreuz im Herrgottsacker, das Wegekreuz in der Mühle, das Wegekreuz in der Maushöhle, das Nischenkreuz und das Weiße Kreuz; ferner auch das in der Ebene weithin sichtbare Hahnenböhler Kreuz, ein Wetterkreuz.

In der Flur befindet sich außerdem der Deidesheimer Hochbehälter, ein Quellwasserspeicher, der 1898 mit der ersten allgemeinen Wasserleitung der Stadt errichtet wurde. Im Waldgebiet auf der Gemarkung Deidesheims findet sich auf dem Wallberg das Turnerehrenmal, sowie die Michaelskapelle auf dem Martensberg. Auf dessen Gipfel befinden sich die als Denkmalzone ausgewiesenen Heidenlöcher, eine Fliehburg aus spätkarolingischer, möglicherweise auch aus ottonischer Zeit.

Die Grenze des Deidesheimer Stadtwaldes im Pfälzerwald wurde früher mit Grenzsteinen Loogfelsen gekennzeichnet, die heute teilweise als Kulturdenkmäler schützenswert sind,[61] beispielsweise der sogenannte Spielstein und der Kaffenstein. Einige davon liegen direkt an Wanderwegen. Die Grenzsteine sind mit Nummerierungen versehen, die aus der Zeit zwischen dem 15. und 20. Jahrhundert stammen; daneben sind auch die Initialen von Bürgern zu finden, die beim Aufstellen der Grenzsteine beteiligt waren. Ebenfalls auf den Steinen zu finden sind Zeichen, die anzeigen, zwischen welchen Gemeinden eine Grenze verlief: Das Speyerer Kreuz stand für Deidesheim, das Rautenschild für den ehemaligen kurpfälzischen Staatswald und schließlich das verzierte Kreuz mit einem Hirschgeweih für Königsbach, das zwischen 1353 und 1634 den Herren von Hirschhorn gehörte.[62]

Brunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andreasbrunnen

Der Andreasbrunnen auf dem Deidesheimer Marktplatz stammt aus dem Jahr 1851 und wurde von Ludwig Andreas Jordan und dessen Verwandten gestiftet. Er ist nach dessen Vater Andreas Jordan (1775–1848) benannt, dem ehemaligen Bürgermeister Deidesheims und Vorreiter beim Produzieren von Qualitätsweinen in der Pfalz. Der Brunnen wurde von der Gienanthschen Hütte in Eisenberg gegossen und ist italienischen Vorbildern der Renaissance nachempfunden.

Der Geißbockbrunnen aus dem Jahr 1985 wurde vom Bildhauer Gernot Rumpf geschaffen. Er befindet sich am Deidesheimer Stadtplatz gegenüber der Stadthalle und thematisiert die Geißbockversteigerung, die alljährlich am Pfingstdienstag in Deidesheim stattfindet.

Der Becherbrunnen vor dem Altenzentrum St. Elisabeth wurde Mitte der 1980er installiert. Der damalige Bürgermeister Stefan Gillich hatte ihn 1983 auf der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) in München entdeckt; der Brunnen wurde der IGA vom Bayerischen Kunstgewerbe-Verein zur Verfügung gestellt. Mit den Künstlern Bernhard und Michael Krauss, die ihn geschaffen haben, wurde die Regelung getroffen, dass – sollte die Stadt München den Brunnen nach dem Ende der IGA nicht selber haben wollen – dieser in Deidesheim aufgestellt werden sollte. Nachdem der Brunnen nach dem Ende der IGA einige Zeit vor dem Deutschen Museum in München aufgestellt worden war, gelangte er schließlich 1984 nach Deidesheim. Die Partnerstadt Deidesheims in der Schweiz, Buochs, hat seit einiger Zeit vor ihrem Altenzentrum einen Nachbau dieses Brunnens stehen.[63]

Der Geschichts- und Brauchtumsbrunnen am Königsgarten zeigt zum einen wichtige Stationen der Geschichte Deidesheims auf, wie die Zuerkennung der Stadtrechte Deidesheims oder der Zugehörigkeit zum Fürstbistum Speyer, zum anderen würdigt er hiesige Vereine, die sich der Brauchtumspflege widmen, wie die Trachtenvolkstanzgruppe und die Kerwebuwe. Der Brunnen wurde vom Bildhauer Karl Seiter gestaltet und 2003 fertiggestellt.

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platanenallee

Die Naturschutzverwaltung des Landes Rheinland-Pfalz weist in der Deidesheimer Gemarkung zehn Naturdenkmale aus, darunter ein 150-jähriger Efeustock und die Platanenallee, die zum Friedhof führt.

Eine Inventarisation der Naturdenkmale findet sich in der Liste der Naturdenkmale in Deidesheim.

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schlosspark, der 1976 in seiner heutigen Form fertiggestellt wurde, ist eine Parkanlage im Schlossgraben des ehemaligen fürstbischöflichen Schlosses im Zentrum Deidesheims. Bis 1739 war der Graben noch mit Wasser gefüllt. Der Schlosspark wurde 1988 mit dem Ehrenpreis im Wettbewerb „Gartenkulturen“ des Arbeitskreises Deutsche Weinstraße als schönste Parkanlage an der Deutschen Weinstraße ausgezeichnet. Im Schlosspark ist unter anderem ein Taschentuchbaum zu finden, dessen Heimat in Westchina ist.[64]

Der Stadtgarten mit seinem „mediterranen Hügel“ wurde in den frühen 1980er-Jahren angelegt. Dort sind vor allem südländische Blumen, Sträucher und Bäume zu finden, die sonst selten in Deutschland anzutreffen sind. Einige tausend erste Setzlinge wurden kostenlos nach deren Ende von der Internationalen Gartenbauausstellung 1983 in München erworben, die dort nicht mehr gebraucht wurden. Zu den exotischen Pflanzen im Stadtpark zählen unter anderem Bitterorangen, Mandarinen, Orangen, Zitronen, Kiwis, Granatäpfeln, Kakteen, Bougainvillea-Arten, Feigen und verschiedene Palmenarten.[65]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Stellen des „Kerwebaums“ wird die Weinkerwe eröffnet.
Der Geißbock am Geschichts- und Brauchtumsbrunnen erinnert an die Geißbockversteigerung

Deidesheimer Weinkerwe

Die Deidesheimer Weinkerwe ist ein Weinfest und mit 100.000 bis 150.000 Besuchern[66] das größte Deidesheimer Volksfest. Sie wird seit 1972 in ihrer gegenwärtigen Form gefeiert und hat sich schnell zu einem der größten Weinfeste an der Weinstraße entwickelt. Das Fest findet immer am zweiten und dritten Wochenende des August statt, jeweils von Freitag bis Dienstag. Bei der Weinkerwe betreiben Weingüter und Vereine aus der Verbandsgemeinde Deidesheim Ausschankstellen.

Geißbockversteigerung

Die Geißbockversteigerung ist ein Volksfest in Form eines Historienspiels, das jedes Jahr am Dienstag nach Pfingsten gefeiert wird. Festanlass ist ein altes Abkommen mit der Nachbargemeinde Lambrecht, nach der jedes Jahr zur Abgeltung für Holz- und Weiderechte auf Deidesheimer Gemarkung von Lambrecht ein Geißbock geliefert werden muss, der in Deidesheim versteigert wird und dessen Erlös der Stadt Deidesheim zugutekommt. Diese historische Gegebenheit hat sich im Laufe der Zeit zu einem Volksfest entwickelt.

Deidesheimer Advent

Der „Deidesheimer Advent“ ist ein Weihnachtsmarkt, der an den vier Adventwochenenden stattfindet. Er wird seit 1975 veranstaltet. Über 100 Beschicker aus Deidesheim und Umgebung betreiben dabei ihre Stände, die stilistisch in zum Gesamtbild des Marktes passen müssen. Das Kunsthandwerk, wie Goldschmiede-, Keramik- und Textilkunst, Holzschnitzerei und Glasbläserei, spielt beim Deidesheimer Advent eine wichtige Rolle. Für den Glühwein, der ausgeschenkt wird, dürfen als Zutat nur Weine aus der Verbandsgemeinde Deidesheim verwendet werden, was entsprechend auch für die Weinkerwe gilt.

Kleinere Veranstaltungen

  • INTONATION – Deidesheimer Kunsttage ist ein jährlich wiederkehrendes, mehrtägiges Treffen bekannter keramischer Bildhauern aus ganz Europa, die ihre Werke ausstellen und sich beim Arbeiten über die Schulter blicken lassen.[67]
  • Die Pfälzer Mineralienbörse wird alljährlich seit 1971 am Wochenende nach Pfingsten in der Stadthalle veranstaltet.
  • Der Deidesheimer Musikherbst, eine Konzertreihe unter der Leitung der Kirchenmusikerin Elke Voelker, findet seit 1996 jedes Jahr im Oktober auf mehrere Sonntage verteilt in der katholischen Pfarrkirche statt.
  • Seit über 80 Jahren findet alljährlich an Christi Himmelfahrt unter dem Turnerehrenmal auf dem Wallberg bei Deidesheim ein vom Turngau Rhein-Limburg veranstaltetes Bergturnfest statt.[68]
  • Zweimal im Jahr findet in der Stadthalle die Film- und Fotobörse statt, bei der Objekte aus den Bereichen Foto, Film und Projektion ausgestellt und gehandelt werden.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museum für Weinkultur
  • Das Museum für Weinkultur ist im Historischen Rathaus im Stadtzentrum beherbergt; es wurde im Mai 1986 eröffnet. Die Ausstellungsstücke des Museums spiegeln die Kulturgeschichte des Weins und seinen Einfluss auf Bereiche wie Literatur, Wissenschaft, Kunst, und Religion wider. Das Museum wird unter anderem durch Beträge der Rebstockpächter des Prominenten-Weinbergs im Deidesheimer Paradiesgarten finanziert.
  • Das Deutsche Film- und Fototechnik-Museum befindet sich leicht schräg gegenüber dem Historischen Rathaus in den Räumen des Deidesheimer Spitals; es wurde im Dezember 1990 eröffnet. Auf etwa 300 m² werden über 4000 Exponate aus allen Epochen der Kameratechnik ausgestellt. Das Museum erhält unter anderem Sachspenden von Agfa, Kodak und Arri, aber auch von Fernsehsendern wie dem ZDF und dem Südwestrundfunk.

Deidesheimer Turmschreiber [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Feder beim Geschichts- und Brauchtumsbrunnen steht für den Turmschreiber.
Symbolische Residenz des Deidesheimer Turmschreibers

Die seit 1978 bestehende Stiftung zur Förderung der Literatur in der Pfalz lädt im Turnus von einem bis fünf Jahren bekannte Literaten nach Deidesheim ein, damit sie hier „pfalzbezogen“ schreiben und die Früchte ihrer Arbeit anschließend publizieren. Finanziert wird die Stiftung von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, dem Südwestrundfunk, dem Land Rheinland-Pfalz, und von der Stadt Deidesheim. Kandidaten für das Amt werden von den Stiftungsmitgliedern ausgewählt. Weil die Literaten, wenigstens symbolisch, während ihres Schaffens in einem kleinen Türmchen im Schlosspark des früheren Deidesheimer Schlosses residieren, werden sie als Turmschreiber bezeichnet. Das Stipendium ist mit 7.500 Euro dotiert. Außerdem gibt es für den Stipendiat als Entgelt einen freien Aufenthalt in Deidesheim für die Dauer von vier Wochen und drei Flaschen „Deputatwein“ pro Tag; daneben wird jeder Turmschreiber automatisch Rebstockpächter im „Promi-Weinberg“ des Deidesheimer Paradiesgartens. Im Folgenden sind die bisherigen Turmschreiber mit ihren Werken und dem jeweiligen Jahr angeführt, in dem sie Turmschreiber in Deidesheim gewesen sind:[69]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Osten Deidesheim befindet sich die Bezirkssportanlage der Verbandsgemeinde Deidesheim. Sie wurde im September 1978 eingeweiht und umfasst heute einen Rasenplatz, einen Hartplatz und eine Kunststofflaufbahn. Im September 1993 wurde nebenan die „Halle für Sport und Spiel“ eingeweiht. Daneben gibt es auf dem Wallberg einen Sportplatz für Leichtathletik-Wettkämpfe und einen Trimm-Dich-Pfad. Alljährlich zu Christi Himmelfahrt findet auf dem Wallberg-Sportplatz ein Bergturnfest statt, das vom Turngau Rhein-Limburg veranstaltet wird.

Die TSG Deidesheim umfasst Abteilungen für die Sportarten Basketball, Fußball, Judo, Leichtathletik, Tischtennis, Turnen, Schach und Volleyball.[70] Beim Tennisclub Deidesheim e. V. kann Tennis als Einzel- oder Mannschaftssport gespielt werden. Des Weiteren gibt es bei Deidesheim zehn verschiedene, vom Deutschen Skiverband zertifizierte Nordic-Walking-Strecken mit unterschiedlichen Anforderungsprofilen, die zusammen eine Streckenlänge von etwa 90 km haben.[71]

Am 9. Oktober 2015 wurde in Deidesheim ein Bewegungsparcours eingeweiht, der neben der Integrierten Gesamtschule im Osten der Stadt angesiedelt ist. Die Anlage wurde als dritte ihrer Art von der Dietmar Hopp Stiftung gesponsert. Sie bietet generationenübergreifend verschiedene Möglichkeiten, Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit zu trainieren.[72]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Reichsgründung 1871

Das Vereinswesen begann sich in Deutschland sich zu Anfang des 19. Jahrhunderts von größeren Städten auch auf kleinere Gemeinden auszubreiten. Der erste Verein, der in Deidesheim schriftlich Erwähnung fand, war ein Musikverein, der anlässlich des Besuchs des Bayerischen Königs Ludwig I. 1829 in Deidesheim eine Darbietung gab; der Verein löste sich aber noch im Laufe des 19. Jahrhunderts wieder auf. Im Jahr 1845, in einer Zeit, in der sich zahlreiche Gesangvereine bildeten, wurde der Männergesangverein „Liederkranz“ gegründet; es gibt ihn noch heute – er ist damit der älteste der gegenwärtig existierenden Deidesheimer Vereine; zu seinen Vorsitzenden zählten Persönlichkeiten wie Franz Peter Buhl, Andreas Deinhard, Julius Siben, Franz Eberhard Buhl und Georg Enoch Freiherr von und zu Guttenberg.[73] Bernhard Klug, Mitglied des Deidesheimer Liederkranzes, war der Verfasser des inoffiziellen „Deidesheimer Liedes“,[74] das bei zahlreichen Deidesheimer Festen gesungen wird.

Schuldverschreibung über 100 Mark der Lesegesellschaft Deidesheim vom 1. Juni 1886

Am 31. August 1846 wurde eine Lesegesellschaft gegründet, der fast ausschließlich die wohlhabenden Deidesheimer Gutsbesitzer als Mitglieder und in seiner Anfangszeit den Politiker Franz Peter Buhl als Vorsitzenden hatte. Der Verein, der in Deidesheim „Casino“ genannt wurde, hatte vermutlich bereits einen Vorgängerverein, der bereits 1835 gegründet worden war. Das „Casino“ löste sich 1939 kurz vor dem Zweiten Weltkrieg auf. Im Jahr 1849 wurde in Deidesheim erstmals ein Turnverein gegründet, der jedoch 1850, kurz nach dem Pfälzischen Aufstand, von der bayerischen Regierung – wie alle Turnvereine im Königreich Bayern – wieder verboten wurde, weil Turnvereine als politische Vereinigungen galten. 1860 wurde der Turnverein wiedergegründet; er existiert bis heute und heißt seit 1958 „Turn- und Sportgemeinde 1849 Deidesheim“. Mit fast 1.400 Mitgliedern[75] ist er heute der größte Deidesheimer Verein. Vermutlich 1859 wurde der Cäcilienverein gegründet – damals als reiner Männergesangsverein – der ebenfalls noch heute existiert und als Kirchenchor in der katholischen Gemeinde tätig ist.

Bis zum Zweiten Weltkrieg

Der Dreispitz am Geschichts- und Brauchtumsbrunnen ist ein Hinweis auf die Tracht der Trachtenvolkstanzgruppe.
Der Zylinder steht für die „Deidesheimer Kerwebuwe“.

Nach der Deutschen Reichsgründung 1871 bildete sich in Deidesheim ein Kriegerverein, der laut seiner Satzung „die Erinnerung an die große Zeit der Jahre 1870/71 wach halten“ wollte, alljährlich Sedanfeiern veranstaltete und zur 100-jährigen Wiederkehr der Völkerschlacht bei Leipzig zur Erinnerung an die Befreiungskriege ein Höhenfeuer auf dem Wallberg veranstaltete. Einer der Vorsitzenden des Kriegervereins war der Reichsrat Eugen Buhl. 1906 wurde die Ortsgruppe Deidesheim des Pfälzerwald-Vereins gegründet, die 2006 ihr 100-jähriges Jubiläum feiern konnte. Als erstes Mitglied auf der Gründerliste ist der Gutsbesitzer Ludwig Bassermann-Jordan geführt. 1893 bildete sich in Deidesheims erster Radsportverein, der jedoch nicht lange existierte; 1911 wurde ein Nachfolgeverein namens „Torpedo“ gegründet, der jedoch während des Ersten Weltkriegs wieder aufgelöst wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg entstand wieder ein Nachfolgeverein, der Radfahrverein „Edelweiß“, der noch heute existiert. Während des Ersten Weltkriegs war das Vereinsleben fast völlig erloschen; viele Vereine lösten sich auf und wurden danach nicht wiederbelebt. Nach dem Ersten Weltkrieg kam das Vereinsleben nur langsam wieder in Gang. 1927 wurde der noch heute existierende Schwimmverein Deidesheim gegründet, 1930 ein katholischer Gesellenverein, der sich während der Zeit des Nationalsozialismus auflösen musste und 1946 wieder als Kolpingsfamilie wiedergegründet wurde, die es noch heute gibt.

Das Vereinsleben erlebte mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten eine Zäsur: die Vereinsvorstände mussten der NSDAP genehm sein; beim Katholischen Frauenbund Deidesheims wurde die Vereinskasse beschlagnahmt und viele Vereinsversammlungen mussten vom Ortsgruppenleiter der NSDAP genehmigt werden. 1938 mussten sich der Turnverein, der Schwimmverein und der Radsportverein „Edelweiß“ auflösen und als gemeinsamer Verein wiedergründen. Die einzige wirkliche Neubildung eines Vereins in dieser Zeit stellt die 1935 gegründete Trachtenvolkstanzgruppe dar, die bei der Einweihung der Deutschen Weinstraße im Oktober 1935 ihren ersten Auftritt hatte; die altpfälzischen Trachten, die beim Auftritt getragen wurden, hatte man sich beim Weingut Reichsrat von Buhl ausgeliehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Trachtenvolkstanzgruppe mit Auftritten in anderen Ländern zahlreiche Kontakte knüpfen und feierte 2010 ihr 75-jähriges Jubiläum.

Weitere Entwicklung bis heute

Während des Zweiten Weltkriegs kam das Vereinsleben nahezu ganz zum Erliegen und entfaltete danach erst langsam wieder seine Aktivitäten. 1954 wurde der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes gegründet; er hatte Ende des 19. Jahrhunderts einen Vorläuferverein, dem damals nur Frauen angehörten. Im Jahr 1972 wurde die Gruppe „Deidesheimer Kerwebuwe“ gegründet, die mit einer Rede und dem Stellen des Kerwebaums die Deidesheimer Weinkerwe eröffnen.[76] Seit 1983 ist der Ortsverein des DRK in seinem Heim im Osten Deidesheims untergebracht. 1969 wurde der Tennisclub Deidesheim e. V. gegründet, ein Jahr später der Verein „Heimatfreunde Deidesheim und Umgebung“, der Vorträge zu geschichtlichen Themen rund um Deidesheim anbietet und eine Reihe von „Heimatblättern“ herausgegeben hat. 1994 bildete sich der „Freundeskreis ehemalige Synagoge Deidesheim. e. V.“, der sich für die Wiederherstellung der Deidesheimer Synagoge einsetzte und nun deren würdevolle Nutzung zum Ziel hat.

Deidesheim hat heute durch seine zahlreichen Vereine ein lebendiges Gemeinwesen und wird durch diese auf sozialer, kultureller und sportlicher Ebene mitgeprägt. Beim Gestalten von Festen, aber auch auf dem Gebiet des Alltäglichen wirken die Deidesheimer Vereine gestalterisch mit und sind damit für das gesellschaftliche Leben in Deidesheim ein bestimmender Faktor.[77][78]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinlagen

Blick auf die Lage „Deidesheimer Kalkofen“
Der Weinstock als zentrales Element des Geschichts- und Brauchtumsbrunnens dokumentiert die Bedeutung des Weinbaus in Deidesheim.

Die Deidesheimer Weinlagen gehören zum Weinbaugebiet Pfalz und hier wiederum zum Anbaubereich Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße. Hiesige Lagenamen waren früher in Besitzurkunden geführt, welche die Lage der Grundstücke und den Verlauf ihrer Grenzmarkierungen beschrieben. Etwa 170 Weinlagen und Gewannen sehr unterschiedlicher Größe sind in den Gemarkungen von Deidesheim, Niederkirchen, Forst und Ruppertsberg bekannt; sie erstreckten sich teilweise über die Gemarkungsgrenzen, denn erst 1829 bekamen die Orte Gemarkungsgrenzen zugewiesen. Mit der Novellierung des Weingesetzes von Rheinland-Pfalz 1971 wurden die Deidesheimer Weinlagen neu eingeteilt. Heute gibt es elf Deidesheimer Einzellagen und eine Großlage: Zu den Einzellagen zählen Grainhübel, Herrgottsacker, Hohenmorgen, Kalkofen, Kieselberg, Langenmorgen, Leinhöhle, Letten, Mäushöhle, Nonnenstück und Paradiesgarten; die Großlage heißt Hofstück.[79] Die Einzellagen haben zusammengenommen eine Fläche von 523,58 ha, die Großlage, zu der zahlreiche Einzellagen anderer Gemeinden zählen, hat eine Fläche von 1401 ha (Stand: 1994).[80] Weitere Informationen zu den Deidesheimer Weinlagen gibt es in der Liste der Weinlagen der Pfalz. Nicht mehr zu finden sind seit der Neugliederung der Deidesheimer Weinlagen Namen früherer Weinlagen wie „Geheu“, „Hahnenböhl“, „Kränzler“, „Reiß“, „Rennpfad“, „Vogelsang“ und „Weinbach“.

Weinbaugeschichte

Andreas Jordan

Bereits lange Zeit bevor diese kultiviert wurden, wuchsen Wildreben im Gebiet um Deidesheim. Hiervon zeugen etwa 4,5 Mio. Jahre alte Rebenreste, die circa 10 km nördlich von Deidesheim bei Ungstein gefunden wurden. Es gilt jedoch als sicher, dass Wein in Mitteleuropa erst nach der Zeitenwende angebaut wurde. Ob dies bei Deidesheim noch zu römischen Zeiten der Fall war, ist spekulativ:[81] Funde von Weinamphoren und einer Glaskanne in Fassform aus der Römerzeit bei Deidesheim und Ruppertsberg lassen zwar auf Weingenuss in dieser Zeit schließen, eindeutige Hinweise auf Weinbau zu römischen Zeiten direkt bei Deidesheim gibt es jedoch nicht.

Über den mittelalterlichen Weinbau ist wenig überliefert. 770 wurde Deidesheim zum ersten Mal in einer Urkunde des Klosters Fulda als weinbautreibend genannt. Die heutigen Deidesheimer Weinberge wurden erst nach der Jahrtausendwende gerodet; auf die veränderte Nutzung dieses Areals deuten die Namen der Nachbargemeinden Forst und Haardt hin. Mit dem so genannten „Ungeld“, einer Steuer auf Wein, dessen Erhebung der Speyerer Fürstbischof 1360 gestattete, wurden Bau und Instandhaltung der Stadtmauer finanziert. Die früheste Nennung einer Rebsorte in Deidesheim war 1504 die Rebsorte Gänsfüßer.[82]

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts vollzog sich im Weinbau in der Pfalz eine bedeutende Wandlung: Der Deidesheimer Gutsbesitzer Andreas Jordan war hier als erster dazu übergegangen, Qualitätswein zu produzieren. Der 1775 auf Schloss Johannisberg (heute Stadtteil von Geisenheim) erkannte Wert der Spätlese edelfauler Trauben war ihm bekannt, und dieses Ausleseprinzip führte er auch in seinem Weingut ein. Des Weiteren benutzte er 1802 erstmals neben Jahrgang und Rebsorte die Lage „Deidesheimer Geheu“ zur Kennzeichnung seiner Weine. Infolge dieser Qualitätsbestrebungen, die sich später auch die übrigen Winzer des Ortes zu Eigen machten, erlangten Deidesheimer Weine im 19. Jahrhundert große Bekanntheit.

Deidesheimer Winzerverein
Größte
Weinbaugemeinden
im Anbaugebiet
Rang unter allen
rheinland-pfälzischen
Weinbaugemeinden
nach Rebfläche
Bestockte
Rebfläche
(in ha)
Rebsorten
weiße  rote 
(in %)
Pfalz 23.363 59,3 40,7
Landau (Pfalz) 1 2.039 59,8 40,2
Neustadt (Weinstr.) 2 2.012 60,8 39,2
Bad Dürkheim 4 855 62,8 37,2
Billigheim-Ingenheim 5 818 56,6 43,4
Kirrweiler 14 594 65,0 35,0
Edesheim 17 500 55,3 44,7
Deidesheim 18 486 83,7 16,3
Wachenheim (Weinstr.) 19 477 71,1 28,9
Göcklingen 22 456 62,5 37,5
Freinsheim 26 432 54,0 46,0
Bockenheim (Weinstr.) 29 415 54,4 45,6
Heuchelheim-Klingen 31 400 57,1 42,9
Ruppertsberg 32 397 74,2 25,8


Durch die erfolgreiche Umsetzung seiner Ideen bei Produktion und Vermarktung konnte Andreas Jordan Qualitätsweinpreise erzielen, gelangte so zu großem Wohlstand und konnte sein Weingut beträchtlich vergrößern. Als er 1848 verstarb, kam es zur Aufteilung seiner Hinterlassenschaft, die Jordansche Teilung genannt wurde. Dabei entstanden die drei größten Weingüter Deidesheims, die sich fortan unabhängig entwickelten und noch heute existieren. Heute tragen die Weingüter die Namen Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan, Reichsrat von Buhl und von Winning.

Weil infolge von Billigweinimporten und Verteuerung des Arbeitslohnes durch die aufkommende Industrialisierung zum Ende des 19. Jahrhunderts die wirtschaftliche Lage für viele Kleinwinzer in Deidesheim schwierig geworden war, wurde 1898 auf Initiative des Lehrers Johannes Mungenast der Deidesheimer Winzerverein gegründet. Es war der erste Winzerverein der Pfalz. Den angeschlossenen Winzern wurde eine gemeinsame Kellerei und Vermarktung geboten. Einen weiteren Zusammenschluss von Deidesheimer Kleinwinzern stellte die 1913 gegründete Winzergenossenschaft dar, die 1966 mit dem Winzerverein fusionierte.

Ab 1972 – und damit etwas später als in anderen Bereichen der Pfalz – begann bei Deidesheim ein Flurbereinigungsverfahren, das der Deidesheimer Umgegend ein neues Aussehen verlieh; das letzte Flurbereinigungsverfahren wurde 2007 abgeschlossen. Durch die Flurbereinigung ließen sich für die Winzer Bewirtschaftungskosten einsparen, da das Lesen der Trauben besser von Traktoren und Erntemaschinen unterstützt werden konnte.

Weinbau heute

Wie das zweite wirtschaftliche Standbein Deidesheims, der Tourismus, profitiert auch der Weinbau in hohem Maße von der naturräumlichen Besonderheit der Region Weinstraße, nämlich der außerordentlichen Klimagunst. In Deidesheim gibt es zahlreiche Weingüter, eine Sektkellerei und einen Winzerverein. 2007 gab es 74 Weinbaubetriebe, die im Schnitt eine Rebfläche von 3,7 ha bewirtschafteten. Die gesamte bestockte Rebfläche Deidesheims belief sich 2009 auf 490 ha. Im selben Jahr wurden zu 84,2 % Weißweinsorten angebaut und zu 15,8 % Rotweinsorten, wobei der Anteil der roten Sorten in den vergangenen Jahren gestiegen ist; Anfang der 1980er lag der Anteil der roten Sorten noch unter 2 %. Die mit Abstand meistangebaute Rebsorte ist der Riesling, daneben werden hauptsächlich aus den Sorten Rivaner, Grüner Silvaner, Blauer Portugieser, Blauer Spätburgunder, Blauer Trollinger, Blauer Limberger, Gewürztraminer und Weißer Gutedel Weine produziert.[83]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deidesheim ist eine Fremdenverkehrsgemeinde, ist seit 1964 mit dem Fremdenverkehrsprädikat Erholungsort und seit 1968 mit dem Fremdenverkehrsprädikat Luftkurort ausgezeichnet. Diese Auszeichnung muss alle zehn Jahre durch Nachmessungen bestätigt werden; zuletzt bescheinigte der Deutsche Wetterdienst Deidesheim 2016, dass die lufthygienischen Bedingungen erfüllt seien.[84] Des Weiteren ist Deidesheim seit 2009 als erste Stadt in Rheinland-Pfalz Mitglied der Cittàslow-Bewegung, zu deren Zielen die Verbesserung der Lebensqualität und die Steigerung der kulturellen Diversität in Städten zählen; auf dem Tourismus bezogen streben die Mitglieder von Cittàslow eine Abkehr vom Massentourismus hin zum Individualtourismus an.[85]

In Deidesheim hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg ein ausgeprägtes Gastronomie- und Beherbergungsgewerbe entwickelt, was als Folge des in Deidesheim praktizierten Qualitätsweinbaus gesehen werden kann, der erheblich an der Fremdenverkehrseignung Deidesheims teil hat. Da Weinbau und Tourismus voneinander profitieren, sind beide Wirtschaftszweige zu einem gewissen Grad wechselseitig abhängig.[86] In Deidesheim gibt es zahlreiche Hotels und Pensionen, das größte Hotel ist eines des Unternehmens Steigenberger Hotels, das 1994 eröffnet wurde. Belief sich die Zahl der angebotenen Betten in Deidesheim 1954 noch auf 55 und 1969 auf 420, so standen 2009 706 Betten für Übernachtungen zu Verfügung. Mit der Entwicklung in Einklang verlief die Tendenz bei der Zahl der Übernachtungen: 1950 gab es 899 Übernachtungen von Gästen, 1960 waren es 12.000; 2013 gab es 110.036 Gästeübernachtungen von 60.886 Gästen mit einer Verweildauer von durchschnittlich 1,8 Tagen.[87] Zu diesen kommt noch eine große Anzahl an Tagesgästen – im Jahr 2000 wurde diese auf 600.000 geschätzt.[88] Der Tourismus bietet derzeit die meisten Arbeitsplätze im Ort; die dahingehende Entwicklung ist auch den Rationalisierungsmaßnahmen im Weinbau geschuldet. Neben dem Weinbau und den damit verbundenen Weinfesten wie die Deidesheimer Weinkerwe und die Geißbockversteigerung hat auch der nahegelegene Pfälzerwald mit seinem ausgeprägten Wegenetz und zahlreichen Wanderparkplätzen eine wichtige Bedeutung für den Tourismus und die Naherholung.[89]

Früchtekonservierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der einzige nennenswerte „Industriezweig“, den es in Deidesheim neben Weinbau und Tourismus gab, war die Früchtekonservierung. Vorreiter war der Weingutsbesitzer Franz Peter Buhl, der die Verwendbarkeit des Pfälzer Edelobstes erkannt hatte. Buhl war 1860 mit seinem Unternehmen „Rheinische Früchtehandlung“ auf der Industrieausstellung der Pfalz in Kaiserslautern präsent. Die Firma beteiligte sich 1873 bei der Weltausstellung in Wien und an der dritten Industrieausstellung der Pfalz, wo sie mit der Medaille im Goldkranz ausgezeichnet wurde, der höchsten Auszeichnung. Als Eigentümer der Firma wurde nun der Name Biffar genannt. Zur Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert gab es dann zwei Unternehmen, die Früchtekonservierung betrieben, die „Rheinische Früchtehandlung und Conservenfabrik“, deren Eigentümer Heinrich und Adam Biffar waren, und die „Deidesheimer Conservenfabrik J. Biffar & Cie“ mit dem Eigentümer Josef Biffar.[90] Die letztgenannte Firma, die zuletzt als einziges Unternehmen in Deutschland Ingwer und Früchte kandierte und schokolierte, und sich noch immer im Besitz der Familie Biffar befand, musste am 31. Juli 2016 wegen Preisdrucks den Betrieb einstellen.[91]

Bildung und Erziehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deidesheim gibt es zwei Kindergärten. Zum ersten den städtischen Kindergarten „Vogelnest“, der auf eine Stiftung der Politiker Ludwig Andreas Jordan und Franz Peter Buhl zurückgeht. Er war zunächst im Deidesheimer Spital untergebracht und nahm 1853 erstmals Kinder zu Betreuung auf. Am 6. Januar 1908 wurde das neue Gebäude eingeweiht, in dem der Kindergarten noch heute untergebracht ist. Zur selben Zeit ging die Verwaltung des Kindergartens vom Spital an die Stadt Deidesheim über. 1972 wurde die Stiftung aufgelöst und der Kindergarten als städtischer Kindergarten weitergeführt.[92] Der zweite Kindergarten Deidesheims ist der katholische Kindergarten „St. Hildegard“, der 1981 eingeweiht wurde.

Neben den beiden Kindergärten hat Deidesheim auch zwei Schulen. 1556 wurde erstmals eine Pfarrschule und 1666 erstmals ein Lehrer in einem Ratsprotokoll erwähnt. 1766 wurde mithilfe eines großen finanziellen Zuschusses des Speyerer Fürstbischofs ein neues Schulgebäude erbaut, das 1831 ein zweites Stockwerk erhielt. Im Jahr 1960 wurde die heutige Grundschule im Stadtzentrum von Grund auf neu erbaut und am 3. November 1962 eingeweiht.[93] Etwa zehn Jahre später wurde im Osten Deidesheims eine Hauptschule gebaut. Das Gebäude war später eine Regionale Schule der Verbandsgemeinden Deidesheim und Wachenheim, dann eine Realschule plus. Seit dem Schuljahr 2008/2009 ist hier eine Integrierte Gesamtschule (IGS). Träger der Schule ist wie bei Realschulen und Gymnasien der Landkreis Bad Dürkheim.[94][95]

Bei der seit 1920 bestehenden katholischen öffentlichen Bücherei Deidesheims können Bücher und CD-ROMs ausgeliehen werden, daneben werden dort ab und an Buchausstellungen veranstaltet. Die Bücherei verzeichnete 2006 knapp 12.000 Ausleihen.[96]

Behörden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsgebäude der Verbandsgemeinde
Deidesheimer Bahnhof mit Zug

Als Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde beherbergt das Rathaus der Verbandsgemeinde Deidesheim seit der Aufnahme der Verwaltungstätigkeit am 1. Januar 1973 deren Verwaltung. Hier gibt es unter anderem das „Bürgerbüro“, eine Anlaufstelle für die Bürger der Verbandsgemeinde bei Fragen und Anliegen an die öffentliche Hand, wie beispielsweise Angelegenheiten des Melderechts, Ausstellen von Personalausweisen und Reisepässen, Ausgabe von Lohnsteuerkarten und Briefwahlunterlagen. Außerdem gibt es hier Vordrucke für Anträge jeder Art und ein Fundbüro.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte des Bahnverkehrs

Nachdem im Jahr 1849 die erste Bahnstrecke in der Pfalz zwischen Ludwigshafen und Bexbach ihren Betrieb aufnahm (heute Teil der Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken), bemühten sich auch Dürkheim, Deidesheim und die übrigen Gemeinden an der Mittelhaardt um einen Eisenbahnanschluss. Ein Lokalkomitee reichte 1860 einen Vorschlag zum Bau einer Bahnstrecke Neustadt–Dürkheim in Frankenthal ein, dem am 3. Februar 1862 von der Verwaltung der Pfälzischen Ludwigsbahn entsprochen wurde. Einer der acht Unterzeichner des Lokalkomitees war der Deidesheimer Gutsbesitzer Ludwig Andreas Jordan. Der bayerische König Maximilian II. erteilte schließlich dem Komitee die Allerhöchste Concessions-Urkunde zur Bildung einer Actien-Gesellschaft für den Bau und Betrieb einer Eisenbahn von Neustadt a. H. nach Dürkheim. Zur Realisierung des Projektes wurde eine eigene Gesellschaft gegründet, die Neustadt-Dürkheimer Eisenbahn-Gesellschaft (NDE), die später in der Gesellschaft der Pfälzischen Nordbahnen aufging.

Im Jahr 1865 wurde die Bahnlinie Bad Dürkheim–Neustadt an der Haardt (heute Neustadt an der Weinstraße) fertig gestellt, deren Züge in Deidesheim hielten. Am 6. Mai 1865 konnte der erste Zug die etwa 15 km lange Strecke befahren. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Deidesheim zu einem bedeutenden Güterbahnhof. Wichtige Güter, die hier umgeschlagen wurden, waren Dünger, Holz, Kohle und Wein.[97] Außerdem wurde Basalt verladen, der beim Pechsteinkopf gefördert und mit einer Drahtseilbahn zum Deidesheimer Bahnhof transportiert wurde. Der Güterverkehr war bis zu den 1980er-Jahren wieder rückläufig und wurde schließlich ganz eingestellt, seitdem verrichtet die Bahn nur noch Personenbeförderung.

Nachdem im Jahr 1911 die Lokalbahn Ludwigshafen–Dannstadt bis Meckenheim verlängert wurde, wäre es unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll gewesen, die Strecke noch bis Deidesheim weiterzuführen, was allerdings vom Deidesheimer Stadtrat im Vorfeld abgelehnt wurde, weil man eine Abwanderung der Arbeitskräfte in die aufkommenden Industrien in Ludwigshafen am Rhein und Mannheim befürchtete. Obwohl der Stadtrat diesbezüglich noch vor der Vollendung der Verlängerung der Bahnstrecke nach Meckenheim seine Meinung geändert hatte, wurde die Lokalbahn nie bis Deidesheim weitergebaut.[98]

Öffentlicher Verkehr

Durch Anbindung an die Bahnstrecke Neustadt–Bad Dürkheim lassen sich beide Städte in etwa 10 Minuten per Bahn erreichen. Die Züge verkehren in beide Richtungen tagsüber im Halbstundentakt. Vom Neustadter Hauptbahnhof aus sind dann nach Umsteigen Mannheim und Kaiserslautern in etwa 30 Minuten per S-Bahn erreichbar. Durch die Einführung des Rheinland-Pfalz-Taktes und den Anschluss an die S-Bahn RheinNeckar in Neustadt ist Deidesheim sehr gut in den sich anschließenden Zugverkehr eingebunden. Deidesheim ist außerdem an die beiden Buslinien Neustadt–Bad Dürkheim und Deidesheim–Ludwigshafen angeschlossen. Der ÖPNV in Deidesheim gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN).

Straßenverkehr

Deidesheim wird in Nord-Süd-Richtung von der Deutschen Weinstraße durchzogen, die früher mit der Bundesstraße 271 identisch war. Von der neu gebauten B 271 wird Deidesheim heute nur im Osten gestreift, seit sie im Jahr 2000 als Ortsumgehung freigegeben wurde. Die B 271 bietet in südlicher Richtung eine schnelle Anbindung an die Bundesautobahn 65 (Anschlussstelle 11, Deidesheim), über die in etwa 25 Minuten Ludwigshafen oder in etwa 50 Minuten Karlsruhe erreicht werden kann. In nördlicher Richtung können über die B 271 Bad Dürkheim und die dortige Anschlussstelle der Bundesautobahn 650 (Bad Dürkheim/Ludwigshafen) erreicht werden.

Radfernwege

Durch Deidesheim hindurch führt der Radweg Deutsche Weinstraße, der in Schweigen-Rechtenbach beginnt und in Bockenheim an der Weinstraße endet. Der Radfernweg, der ca. 95 km lang ist und dessen Verlauf sich an der Deutschen Weinstraße orientiert, durchzieht Deidesheim in Nord-Süd-Richtung. Er verläuft durch die Rebenlandschaft des Weinbaugebietes Pfalz und verbindet die wichtigsten Weinbaugemeinden miteinander.

Einen Kilometer östlich von Deidesheim verläuft der Kraut-und-Rüben-Radweg. Er berührt den Nachbarort Niederkirchen bei Deidesheim und hat eine Gesamtlänge von etwa 140 km. Der Kraut-und-Rüben-Radweg ist als landwirtschaftlicher Themenradweg konzipiert und durchzieht verschiedene landwirtschaftliche Nutzflächen wie Gemüse- und Getreidefeldern, Obstplantagen und Weinberge.

Sonstiges

Diese Embraer 190 der Lufthansa CityLine ist nach Deidesheim benannt.

Eine Embraer 190 der Lufthansa CityLine mit der Registrierung D-AECA trägt den Namen „Deidesheim“. Die Taufe des Flugzeugs wurde 5. August 2002 von Elisabeth Gillich, der Frau des damaligen Ortsbürgermeisters, auf dem Frankfurter Flughafen vorgenommen.[99]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deidesheim erhält den Lokalteil Mittelhaardter Rundschau der Tageszeitung Die Rheinpfalz; die Mittelhaardter Rundschau ist neben dem Raum Deidesheim auch in Haßloch, in Neustadt an der Weinstraße und im Raum Lambrecht (Pfalz) als Teil der Rheinpfalz erhältlich. Wöchentlich erscheinen die Anzeigenblätter Stadtanzeiger (in den Verbandsgemeinden Deidesheim, Edenkoben und Lambrecht, sowie in Neustadt an der Weinstraße) und Rund um die Mittlere Weinstraße (in den Verbandsgemeinden Deidesheim und Wachenheim). Ebenso wöchentlich wird allen Deidesheimer Haushalten das Amtsblatt der Verbandsgemeinde Deidesheim zugestellt. Über das Kabelnetz können die regionalen Fernsehsender OK Weinstraße[100] und Rhein-Neckar Fernsehen empfangen werden.

Wasserversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem Sensental

Bis zum Jahr 1851 bezog Deidesheim sein Wasser beinahe ausschließlich aus Brunnen.[101] In diesem Jahr ließ die Familie des Ludwig Andreas Jordan eine erste Wasserleitung nach Deidesheim errichten. Diese führte Wasser aus einer Quelle „Michelsbrunnen“ im Sensental des nahegelegenen Pfälzerwaldes von Norden her in die Stadt herein. Sie speiste am Kaisergarten, beim Buhlschen Anwesen und vor der Kirche drei Hydranten und endete am Andreasbrunnen auf dem Marktplatz. Das Grundstück, auf dem die Quelle liegt, gehörte der Familie Jordan. Es wurde mitsamt der Wasserleitung nach Jordans Tod auf dessen testamentarischen Wunsch hin an die Stadt Deidesheim übergeben, nachdem diese 1887 erneuert und bis zum Königsgarten verlängert worden war.[102] Oberhalb von Deidesheim, auf einer Höhe von etwa 160 m ü. NHN, gibt es heute zwei Hochbehälter; einer davon steht auf dem „Kieselberg“ nördlich der Stadt an dieser Wasserleitung.[103]

Aus dem Mühltal

Hochbehälter beim Mühltal

Da die Menge des nach Deidesheim geleiteten Wassers bei weitem nicht ausreichend war, ergriffen einige Bürger die Initiative und beauftragten den Ingenieur Philipp Krämer aus Dürkheim, einen Vorschlag zur Verbesserung der Wasserversorgung Deidesheims zu erarbeiten. Dessen Pläne sahen vor, Wasser aus dem Benjental (heute Gimmeldinger Tal) nach Deidesheim leiten. Der Stadtrat griff die Pläne in seiner Sitzung am 3. Februar 1891 auf, worauf die Gemeinden Gimmeldingen und Mußbach allerdings umgehend Einspruch beim Bezirksamt Neustadt an der Haardt einlegten; Deidesheim beabsichtigte nämlich, Zuflüsse des Mußbachs umzuleiten, die auf der Waldgemarkung Deidesheims entsprangen. Auf der Gemarkung der Gemeinden Gimmeldingen und Mußbach wurden damals etliche Mühlen betrieben, deshalb wollten diese Gemeinden verhindern, dass Deidesheim das Wasser oberhalb ihrer Gemarkung für sich abzweigen würde. Da diese Gemeinden das Verlegen von Wasserrohrleitungen auf ihrer Gemarkung nicht ohne Weiteres gestatteten, ließ Deidesheim zunächst einmal eine Wasserleitung aus dem nahegelegenen Mühltal in die Stadt anlegen; dabei wurde der denkmalgeschützte Hochbehälter errichtet, der heute noch immer in Betrieb ist. Die Wasserleitung speiste sich aus der Quelle „Herrenbrunnen“ und zwei Tiefbohrungen. Ihre Einweihung wurde am 17. Juli 1898, einem Sonntag, gefeiert. Mit dieser Wasserleitung wurde auch ein Rohrnetz zur Wasserversorgung in Deidesheim angelegt, an das zahlreiche Häuser angeschlossen wurden.[102]

Aus dem Benjental

Doch auch die neue Wasserleitung konnte den Bedarf Deidesheims nicht vollständig decken.[104] Deidesheim engagierte den Ingenieur Otto Lueger aus Stuttgart und den Bezirksgeologen August Leppla aus Berlin als Berater bei der Erschließung neuer Wasserbezugsquellen. Bei Bohrungen im Benjental konnte eine Quelle bei dem Kochschen Anwesen, der „Oberen Mühle“, gefunden und gefasst werden. Deidesheim hatte bereits 1892 beschlossen, gegen Gimmeldingen, Mußbach und die in diesen Gemeinden ansässigen Mühlenbetreiber Klage zu erheben, die Deidesheim „das uneingeschränkte Recht auf die Benutzung der im hiesigen Gemeindebezirk im Benjenthal entspringenden Quellen streitig gemacht haben“.[102] Am 10. November 1898 fällte das königliche Landgericht in Frankenthal das Urteil, dass Deidesheim berechtigt sei, das Wasser der Quellen auf seiner Gemarkung abzuleiten. Bewegung kam in die Sache, als am 7. August 1907 Seraphine von Stichaner, die Witwe des Joseph Philipp von Stichaner und Tochter von Ludwig Andreas Jordan, der Stadt Deidesheim 65.000 RM stiftete; das Geld sollte für den Bau einer Beileitung von Quellwasser aus dem Benjental zur bereits bestehenden Wasserleitung aus dem Mühltal verwendet werden. Der Deidesheimer Bürgermeister Ludwig Bassermann-Jordan trat mit den Gemeinden Mußbach, Gimmeldingen, Königsbach und Ruppertsberg erneut in Kontakt wegen des Verlegens der Röhren über deren Gemarkung, jedoch stellten die drei erstgenannten Gemeinden für Deidesheim unannehmbare Bedingungen. Mit Verweis auf das Urteil des Frankenthaler Landgerichts stellte der Deidesheimer Bürgermeister daraufhin bei der Kammer des Innern der Regierung in Speyer den Antrag auf eine Zwangsenteignung, woraufhin eine zügige Einigung mit den Gemeinden getroffen und mit dem Bau der Wasserleitung begonnen werden konnte.[104] Bereits 1908 konnte die neue Wasserleitung aus dem Benjental in Betrieb genommen werden.[105] Ein Großteil des Wassers, den Deidesheim heute bezieht, läuft durch diese Stichaner-Jordansche Wasserleitung von 1907/08; es stammt aus dem Gimmeldinger Tal, aber mittlerweile auch aus Neustadt an der Weinstraße.[106]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinkeller im Weingut von Winning
Deidesheimer Hof

Deidesheim ist eine der größten Weinbaugemeinden der Pfalz; etliche Weinbaubetriebe sind hier ansässig, dazu zählen das Weingut Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan, das Weingut Reichsrat von Buhl, das Weingut von Winning, das Weingut Georg Siben Erben und das Weingut Josef Biffar. Alle fünf Weingüter waren Gründungsmitglieder des Verbandes Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter (VDP) und bis auf das letztgenannte Weingut Josef Biffar gehören diese dem VDP noch heute an. Früher wurden alle fünf Weingüter als Familienbetriebe geführt; heute gehören die Weingüter Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan, Reichsrat von Buhl und von Winning zur Unternehmensgruppe von Achim Niederberger, die nun von seiner Frau Jana Niederberger geführt wird. Das Weingut Josef Biffar wurde 2013 von der Eigentümerfamilie Biffar an die Önologin Fumiko Tokuoka verkauft, die das Weingut weiterführt. Das Weingut Georg Siben Erben ist noch im Besitz der Gründerfamilie Siben. Neben den genannten Weingütern und weiteren, kleineren Weingütern, ist in Deidesheim auch noch der Winzerverein Deidesheim ansässig, eine Winzergenossenschaft, zu der sich zahlreiche Deidesheimer Kleinwinzer zusammengeschlossen haben.

Als Gemeinde, die auf den Tourismus ausgerichtet ist, hat Deidesheim ein ausgeprägtes Gastronomie- und Beherbergungsgewerbe. Dazu zählt das Hotel Deidesheimer Hof, das 2001 als zweites Fünf-Sterne-Hotel in Rheinland-Pfalz seit Einführung der Hotelklassifikation 1996 ausgezeichnet wurde.[107] Der Deidesheimer Hof beherbergt die beiden Restaurants „St. Urban“ und „Schwarzer Hahn“; das letztere, dessen Köche Stefan Neugebauer und Felix Jarzina sind, wurde 2017 im Restaurantführer Guide Michelin mit einem Stern ausgezeichnet.[108] Der Deidesheimer Hof wurde bekannt durch die Besuche von Bundeskanzler Helmut Kohl, der hochrangige Staatsgäste hier bewirten ließ. Daneben gibt es in Deidesheim den Ketschauer Hof mit einem Hotel und dem Restaurant L. A. Jordan, dessen Koch Daniel Schimkowitsch dem Restaurant 2017 im Guide Michelin ebenfalls einen Stern erkocht hat.[108]

Außerdem ist in Deidesheim Jens Ritter Instruments ansässig, ein Hersteller von handgefertigten E-Bässen und E-Gitarren. Etwa 70 bis 75 solcher Instrumente werden jedes Jahr gefertigt, von den die meisten in andere Länder exportiert werden. Zu den Musikern, die ein solches Instrument spielen, zählen Doug Wimbish, Phil Lesh und George Benson.[109]

Nicht mehr in Deidesheim ansässig ist die Firma RHM Klinik- und Altenheimbetriebe B.V. & Co. KG, ein 1978 gegründeter Betreiber von Kliniken und Pflegeheimen, der bis 2015 seinen Sitz in Deidesheim hatte. Nach der Zusammenlegung mit den Median Kliniken befindet sich der Firmensitz des neuen Unternehmens nun in Berlin, das Büro der Deidesheimer Zweigstelle wurde nach Neustadt an der Weinstraße verlegt.[110]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

nach Erscheinungsjahr geordnet

  • Horst Müller: Berühmte Weinorte – Deidesheim. Falken Verlag, Niedernhausen/Taunus 1976.
  • Hans-Jürgen Wünschel: Ein vergessenes Kapitel. Deidesheim nach dem Ende der Diktatur. Knecht Verlag, Landau in der Pfalz 1994, ISBN 3-930927-00-4.
  • Georg Peter Karn, Rolf Mertzenich: Kreis Bad Dürkheim. Stadt Bad Dürkheim, Gemeinde Haßloch, Verbandsgemeinden Deidesheim, Lambrecht, Wachenheim (= Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 13.1). 1. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1995, ISBN 3-88462-119-X, S. 138–193.
  • Kurt Andermann, Berthold Schnabel (Hrsg.): Deidesheim – Beiträge zu Geschichte und Kultur einer Stadt im Weinland. Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1995, ISBN 3-7995-0418-4. Das Sammelwerk enthält folgende Einzelbeiträge:
  • Peter Frankenberg, Martin Kappas: Der Naturraum um Deidesheim, S. 11–49.
  • Franz Staab: Spuren der Römer, austrasisches Adelserbe, kirchlicher Fernbesitz und Konzentration in Speyerer Hand. Deidesheim von der Römerzeit bis ins 13. Jahrhundert, S. 51–80.
  • Kurt Andermann: Umrisse einer Geschichte Deidesheims während des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit, S. 81–110.
  • Hans Ammerich: Grundzüge der Kirchengeschichte Deidesheims, S. 111–136.
  • Berthold Schnabel: Aus der Geschichte des Deidesheimer Spitals, S. 137–161.
  • Markus Weis: Kunst und Architektur in Deidesheim, S. 163–180.
  • Michael Martin: Deidesheim in der Zeit der Französischen Revolution, S. 181–202.
  • Joachim Kermann: Tendenzen der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung in Deidesheim von 1816 bis 1914, S. 203–267.
  • Stefan Ph. Wolf: Kein Kornfeld auf der flachen Hand. Deidesheim in der Weimarer Republik und im „Dritten Reich“, S. 269–298.
  • Fritz Schumann: Von der Wildrebe zur Winzergenossenschaft. Zur Weinbaugeschichte von Deidesheim, S. 299–315.
  • Theo Becker: Deidesheimer Weinbau im 20. Jahrhundert, S. 317–324.
  • Heinz Schmitt: Fest und Alltag. Ein Beitrag zur Volkskunde von Deidesheim, S. 325–355.
  • Achim Piske: Die Kulturlandschaft um Deidesheim, S. 357–371.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Deidesheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Deidesheim – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Andermann: Umrisse einer Geschichte Deidesheims ..., S. 82
  3. a b c d e Karn, Mertzenich: Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz ..., S. 138
  4. Andermann: Umrisse einer Geschichte Deidesheims ..., S. 84
  5. Mein Dorf, meine Stadt. Stadt Deidesheim, Fläche nach Nutzung. Statistisches Landesamt, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  6. Frankenberg, Kappas: Der Naturraum um Deidesheim, S. 18
  7. Frankenberg, Kappas: Der Naturraum um Deidesheim, S. 23
  8. Frankenberg, Kappas: Der Naturraum um Deidesheim, S. 14–17
  9. Staab: Spuren der Römer, …, S. 82
  10. Staab: Spuren der Römer, …, S. 72
  11. Staab: Spuren der Römer, …, S. 79
  12. Andermann: Umrisse einer Geschichte Deidesheims …, S. 103
  13. Andermann: Umrisse einer Geschichte Deidesheims …, S. 92
  14. Heinrich Hartz; Kath. Pfarramt Deidesheim (Hrsg.): 500 Jahre Pfarrkirche Deidesheim. Deidesheim 1964, S. 16 f.
  15. Andermann: Umrisse einer Geschichte Deidesheims …, S. 107
  16. Kermann: Tendenzen der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung …, S. 218–221
  17. Kermann: Tendenzen der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung …, S. 222–226
  18. Kermann: Tendenzen der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung …, S. 266
  19. Wolf: Kein Kornfeld auf der flachen Hand …, S. 298
  20. Wolf: Kein Kornfeld auf der flachen Hand …, S. 282
  21. Schmitt: Geißbock, Wein und Staatsbesuche …, S. 27 f.
  22. Schmitt: Geißbock, Wein und Staatsbesuche …, S. 89–91
  23. Andermann: Umrisse einer Geschichte Deidesheims …, S. 93
  24. Schmitt: Geißbock, Wein und Staatsbesuche …, S. 13
  25. a b Andermann: Umrisse einer Geschichte Deidesheims …, S. 82 f.
  26. Seel: Chronik der Stadt Deidesheim, S. 11 f.
  27. Katholisches Pfarramt Deidesheim (Hrsg.): 500 Jahre Pfarrkirche Deidesheim. Deidesheim 1964, S. 35.
  28. Pfarrei (Memento vom 7. Februar 2016 im Internet Archive)
  29. a b c d Gemeindestatistik. KommWis GmbH, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  30. Kath. Pfarrgemeinde Deidesheim (Hrsg.): Pfarrkirche St. Ulrich Deidesheim. Deidesheim, Februar 1987, S. 19.
  31. Kath. Pfarramt Deidesheim (Hrsg.): 500 Jahre Pfarrkirche Deidesheim. Deidesheim 1964, S. 53.
  32. Deidesheim. Heraldry of the World / Heraldrywiki, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  33. Manfred Dörr, Landkreis Bad Dürkheim (Hrsg.): Vom Wein geprägt – der Kultur verpflichtet. In: Heimatjahrbuch 1992. Druckerei u. Verlag Englram, Haßloch/Pfalz 1991, S. 34.
  34. Andermann: Umrisse einer Geschichte Deidesheims …, S. 101
  35. Wünschel: Ein vergessenes Kapitel …, S. 30
  36. Wünschel: Ein vergessenes Kapitel …, S. 135
  37. Schmitt: Geißbock, Wein und Staatsbesuche …, S. 30
  38. Gemeinderatswahlen. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 12. Februar 2017.
  39. Gemeinderatswahlen. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 12. Februar 2017.
  40. Kommunalwahlen: Ergebnisse der Ratswahlen: Wahlergebnisse 2004: Gemeinderatswahlen. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 12. Februar 2017.
  41. Schmitt: Geißbock, Wein und Staatsbesuche …, S. 53
  42. Buhl, Armand Franz. Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  43. a b Buhl, Dr. Eugen Ritter von. Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  44. a b Buhl, Franz von. Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  45. Jordan, Ludwig Andreas. Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  46. Jordan, Ludwig Andreas jun. Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  47. Buhl, Franz Peter. Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  48. Deinhard, Dr. Andreas Friedrich. Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  49. Siben, Dr. Julius. Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  50. Siben, Josef. Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  51. Schmitt, Gustav. Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  52. Giessen, Josef. Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  53. Tafel, Franz. Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  54. Einige Erläuterungen zu den Partnerschaften bietet Stadt Deidesheim (Hrsg.) in: Partnerschaften. Die Stadt Deidesheim und ihre Partnergemeinden. Deidesheim 2002.
  55. Stefan Gillich: Stefan Gillich – Erinnerungen. 2. Auflage. Englram Partner, Haßloch 2008, ISBN 978-3-926775-53-5, S. 158.
  56. Honorarkonsulat der Republik Togo in Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen. Dipl.-Ing. Helmut A. Fohs, Honorarkonsul der Republik Togo, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  57. Schmitt: Geissbock, Wein und Staatsbesuche ..., S. 66
  58. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Bad Dürkheim (PDF; 5,1 MB). Mainz 2016. S. 20
  59. Weis: Kunst und Architektur in Deidesheim, S. 164
  60. Karn, Mertzenich: Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz ..., S. 190
  61. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Bad Dürkheim (PDF; 5,1 MB). Mainz 2016. S. 25 f.
  62. Berthold Schnabel; Verbandsgemeinde Deidesheim (Hrsg.): Kunsthistorischer Führer durch die Verbandsgemeinde Deidesheim. Deidesheim 1976, S. 33 f.
  63. Der Becherbrunnen. Tourist Service GmbH Deidesheim, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  64. Schlosspark, Heimat der Mammutbäume (Memento vom 2. November 2016 im Internet Archive)
  65. Der Stadtpark mit "mediterraner Terrasse". Tourist Service GmbH Deidesheim, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  66. Schmitt: Fest und Alltag …, S. 334
  67. Intonation. Deidesheimer Kunsttage. Friederike Zeit, abgerufen am 11. Dezember 2016.
  68. Bericht über das 90. Bergturnfest unter dem Turnerehrenmal. Turngau Rhein-Limburg e. V., abgerufen am 9. Oktober 2017.
  69. Die Turmschreiber. Tourist Service GmbH Deidesheim, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  70. Breitensport für die ganze Familie. TSG 1849 Deidesheim e.V., abgerufen am 8. Oktober 2017.
  71. nordic walking an der deutschen weinstrasse. Tourist Service GmbH Deidesheim, abgerufen am 9. Oktober 2017 (PDF (343 kB)).
  72. Kurzprofil alla hopp! Verbandsgemeindeverwaltung Deidesheim, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  73. Kurt Egenberger; MGV Liederkranz 1845 Deidesheim (Hrsg.): Festschrift zum 125-jährigen Jubiläum. Deidesheim 1970, S. 34.
  74. Chronik. MGV Liederkranz 1845 Deidesheim e. V., abgerufen am 9. Oktober 2017.
  75. Die Geschichte der TSG. TSG 1849 Deidesheim e.V., abgerufen am 8. Oktober 2017.
  76. Am Anfang war der Wein ... Deidesheimer Kerwebuwe, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  77. Schmitt: Fest und Alltag …, S. 350
  78. Schmitt: Geißbock, Wein und Staatsbesuche …, S. 101–141
  79. Weinlagenkarte. Weinlagenkarte der Urlaubsregion Deidesheim. Tourist Service GmbH Deidesheim, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  80. Schumann: Von der Wildrebe zur Winzergenossenschaft …, S. 303
  81. Schumann: Von der Wildrebe zur Winzergenossenschaft …, S. 300
  82. Schumann: Von der Wildrebe zur Winzergenossenschaft …, S. 301–304
  83. 1x1 der Rebsorten in und um Deidesheim. Tourist Service GmbH Deidesheim, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  84. Sauber genug für Prädikat „Luftkurort“. In: Die Rheinpfalz, Mittelhaardter Rundschau. Nr. 255, 2. November 2016.
  85. cittaslow. Deidesheim: erste cittaslow in Rheinland-Pfalz. Tourist Service GmbH Deidesheim, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  86. Piske: Die Kulturlandschaft um Deidesheim, S. 363
  87. Mein Dorf, meine Stadt. Stadt Deidesheim. Betriebe, Gäste und Übernachtungen 1995-2016. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  88. Schmitt: Geißbock, Wein und Staatsbesuche …, S. 101–141
  89. Piske: Die Kulturlandschaft um Deidesheim, S. 358
  90. Kermann: Tendenzen der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung …, S. 215 f
  91. Zur Sache: Das Biffar-Gelände. In: Die Rheinpfalz, Mittelhaardter Rundschau. Nr. 249, 25. Oktober 2016.
  92. Schnabel: Aus der Geschichte des Deidesheimer Spitals, S. 151
  93. Heinrich Hartz; Kath. Pfarramt Deidesheim (Hrsg.): 500 Jahre Pfarrkirche Deidesheim. Deidesheim 1964, S. 21.
  94. Schulausbau kostet über 15 Millionen Euro In: Die Rheinpfalz, Mittelhaardter Rundschau. Nr. 304, 30. Dezember 2016.
  95. Zur Sache: Die erste IGS im Kreis In: Die Rheinpfalz, Mittelhaardter Rundschau. Nr. 304, 30. Dezember 2016.
  96. Katholisch öffentliche Bücherei. Pfarrei Heiliger Michael, abgerufen am 8. Oktober 2017.
  97. Kermann: Tendenzen der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung …, S. 227 f.
  98. Schmitt: Geißbock, Wein und Staatsbesuche …, S. 16
  99. Stefan Gillich: Stefan Gillich – Erinnerungen. 2. Auflage. Englram Partner, Haßloch 2008, ISBN 978-3-926775-53-5, S. 160.
  100. Offener Kanal Weinstraße. Sender-Kooperation “OK Weinstraße”, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  101. Schmitt: Geißbock, Wein und Staatsbesuche ..., S. 42
  102. a b c Alfons Effler: Die Wasserversorgung der Stadt Deidesheim am Ende des 19. Jahrhunderts. 1. Teil. In: Heimatfreunde Deidesheim und Umgebung e. V. (Hrsg.): Deidesheimer Heimatblätter. Beiträge zur Geschichte des ehemaligen fürstbischöflich-speyerischen Amtes und der heutigen Verbandsgemeinde Deidesheim. Nr. 15, 1996.
  103. Stadtwerke Deidesheim GmbH (Hrsg.): Energie vor Ort. Nr. 10. Deidesheim 2017.
  104. a b Alfons Effler: Die Wasserversorgung der Stadt Deidesheim am Ende des 19. Jahrhunderts. 2. Teil. In: Heimatfreunde Deidesheim und Umgebung e. V. (Hrsg.): Deidesheimer Heimatblätter. Beiträge zur Geschichte des ehemaligen fürstbischöflich-speyerischen Amtes und der heutigen Verbandsgemeinde Deidesheim. Nr. 16, 1996.
  105. Schmitt: Geißbock, Wein und Staatsbesuche ..., S. 43
  106. Berthold Schnabel: Deidesheim. Hrsg.: Stadt Deidesheim. Geiger-Verlag, Horb 2015, ISBN 978-3-86595-588-3, S. 10.
  107. Geschichte. Deidesheimer Hof, abgerufen am 1. November 2016.
  108. a b Restaurants Deidesheim - Bookatable. Bookatable GmbH & Co.KG, abgerufen am 15. Januar 2017.
  109. Franz Holtmann: 20 Jahre Ritter Instruments. Gitarre & Bass. Das Musiker-Fachmagazin, abgerufen am 8. Januar 2017.
  110. Stadt will bedarfsgerechte Entwicklung. In: Die Rheinpfalz, Mittelhaardter Rundschau. Nr. 249, 25. Oktober 2016.
Dieser Artikel wurde am 6. Dezember 2006 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.