Johann Bielfeldt

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Johann Claus Bielfeldt (* 14. November 1886 in Hohn; † 9. Juli 1981 in Itzehoe) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pastor in Wilster und Rendsburg, Feldgeistlicher im Ersten Weltkrieg in Frankreich und Russland, Mitglied der Bekennenden Kirche Schleswig-Holsteins in der Zeit des Nationalsozialismus sowie Pastor und Propst in Itzehoe nach dem Zweiten Weltkrieg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bielfeldt wuchs zusammen mit drei Brüdern und einer Schwester in Hohn auf. Sein Vater war dort Amtsvorsteher und Landwirt. Nach dem Besuch der Grundschule in Hohn wechselte er auf das Gymnasium nach Rendsburg und bestand dort 1898 sein Abitur. Er studierte Evangelische Theologie in Tübingen, Berlin und Kiel und lernte dort unter anderem die liberalen Theologen Adolf von Harnack und Otto Baumgarten kennen.

Sein Vikariat absolvierte er bei Propst August Wilhelm Treplin (1840–1917) in Hademarschen. Ordiniert wurde er am 26. Oktober 1913 in Kiel und war anschließend Hilfsprediger in Wilster. Von 1914 bis 1918 war er während des Ersten Weltkrieges als Feldprediger in Frankreich und Russland eingesetzt. In dieser Zeit begegnete er der Berlinerin Friederike Martens in Wilna und heiratete sie nach Kriegsende im Jahre 1919. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor.

Bielfeldt arbeitete nach dem Krieg wieder als Pastor in Wilster. 1925 bewarb er sich um eine Pfarrstelle in der Christkirchengemeinde in Rendsburg und war dort bis 1945 tätig.

Am 12. September 1933 erlebte Bielfeldt die „braune Synode“ in Rendsburg mit. Ab Oktober gehörte er zusammen mit Pastor Volkmar Herntrich und Professor Kurt Dietrich Schmidt dem sogenannten „Führerrat“ der wachsenden „Bekenntnisgemeinschaft“ in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schleswig-Holsteins an. Seit der 1. Bekenntnissynode am 17. Juli 1935 in Kiel war Bielfeldt Mitglied im Vorstand der Bekennenden Kirche (BK) in Schleswig-Holstein.

Nach dem Scheitern eines „Befriedungsweges“ auf der 2. Bekenntnissynode in Bredeneek (1936) trat Bielfeldt aus dem Vorstand der BK-Bewegung aus, engagierte sich aber weiterhin für die BK-Bewegung in Schleswig-Holstein.

Von 1946 bis 1956 war er Propst der Propstei Münsterdorf in Itzehoe. Nach seiner Pensionierung übernahm er vorübergehend die Leitung des Predigerseminars in Preetz.

Seinen Ruhestandswohnort nahm er in Hamburg-Groß Flottbek; hier erarbeitet er auf Anregung von Kurt Dietrich Schmidt das Buch Der Kirchenkampf in Schleswig-Holstein (1964 erschienen).

Er verstarb am 9. Juli 1981 und wurde beigesetzt auf dem Friedhof Brunnenstraße in Itzehoe.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kanzelerklärung schleswig-holsteinischer Pastoren am 2. Advent [10.12.] 1933, in: Kurt Dietrich Schmidt (Hrsg.): Die Bekenntnisse und grundsätzlichen Äußerungen zur Kirchenfrage des Jahres 1933, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1934, S. 89–91 (zusammen mit Volkmar Herntrich, Johannes Lorentzen, Kurt Dietrich Schmidt); (online auf geschichte-bk-sh.de).
  • Der christliche Ritter deutscher Nation. Ein Kapitel aus der Geschichte des deutschen Volkes, Berlin: Kranz 1935.
  • Ehre und Liebe, in: Pastoraltheologie 31 (1935) 32–47.
  • Soll die Kirche im Dorf bleiben? (Breklumer Heft 20), Breklum: Missionsbuchhandlung 1941.[1]
  • Von den politischen Aufgaben der Kirche. Ausarbeitung für die Kirchenleitung im Oktober 1945, in: Kurt Jürgensen: Die Stunde der Kirche. Die Ev.-Luth. Landeskirche Schleswig-Holsteins in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, Neumünster 1976, S. 286–288.
  • Das Wort bleibt. Predigten und Vorträge, Itzehoe o. J. (nach dem 18. November 1956).
  • 75 Jahre Ostasienmission, Heidelberg: Ev. Verlag Comtesee 1962.
  • Der Kirchenkampf in Schleswig-Holstein 1933–1945 (dem Andenken an Bischof D. Wilhelm Halfmann gewidmet), Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1964.
  • Die Haltung des Schleswig-Holsteinischen Bruderrates im Kirchenkampf, in: Ernst Wolf, Heinz Brunotte (Hrsg.): Zur Geschichte des Kirchenkampfes. Gesammelte Aufsätze (Arbeiten zur Geschichte des Kirchenkampfes, Band 15), Göttingen 1965, S. 173–188.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Schröder: Johann Claus Bielfeldt, in: Wolfgang Prehn (Hrsg.): Zeit, den schmalen Weg zu gehen. Zeugen berichten vom Kirchenkampf in Schleswig-Holstein, Kiel: Lutherische Verlagsgesellschaft 1985, S. 159–161.
  • Klauspeter Reumann: Der Kirchenkampf in Schleswig-Holstein von 1933 bis 1945, in: Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte. Bd. 6/1: Kirche zwischen Selbstbehauptung und Fremdbestimmung, Neumünster 1998, S. 111–451.
  • Klauspeter Reumann: Kirchenkampf als Ringen um die „Mitte“. Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schleswig-Holsteins, in: Manfred Gailus, Wolfgang Krogel: Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche im Nationalen. Regionalstudien zu Protestantismus, Nationalsozialismus und Nachkriegsgeschichte 1930 bis 2000, Berlin: Wichern 2006,
  • Karl Ludwig Kohlwage, Manfred Kamper, Jens-Hinrich Pörksen (Hrsg.): „Was vor Gott recht ist“. Kirchenkampf und theologische Grundlegung für den Neuanfang der Kirche in Schleswig-Holstein nach 1945. Dokumentation einer Tagung in Breklum 2015. Zusammengestellt und bearbeitet von Rudolf Hinz und Simeon Schildt in Zusammenarbeit mit Peter Godzik, Johannes Jürgensen und Kurt Triebel, Husum: Matthiesen Verlag 2015, darin:
    • Hedwig Bielfeldt: [Erinnerungen], S. 89–91.
    • Hermann Augustin[2]: Johann Bielfeldt (1886–1981) , S. 173–180.
  • Karl Ludwig Kohlwage, Manfred Kamper, Jens-Hinrich Pörksen (Hrsg.): „Ihr werdet meine Zeugen sein!“ Stimmen zur Bewahrung einer bekenntnisgebundenen Kirche in bedrängender Zeit. Die Breklumer Hefte der ev.-luth. Bekenntnisgemeinschaft in Schleswig-Holstein in den Jahren 1935 bis 1941. Quellen zur Geschichte des Kirchenkampfes in Schleswig-Holstein. Zusammengestellt und bearbeitet von Peter Godzik, Husum: Matthiesen Verlag 2018, ISBN 978-3-7868-5308-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wieder abgedruckt in: Kohlwage, Kamper, Pörksen (Hrsg.): „Ihr werdet meine Zeugen sein!“ ..., Husum 2018, S. 427 ff.
  2. Biogramm Hermann Augustin (online auf nordschleswigwiki.info)