Johann Papius

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Johann Papius (auch: Pape, Papp; * 15. Juli 1558 in Iphofen; † 11. April 1622 in Königsberg (Preußen)) war ein deutscher Logiker und Mediziner.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Papius hatte sich am 26. Mai 1575 an der Universität Tübingen immatrikuliert. Seine Studien hatte er an der Universität Straßburg fortgesetzt, wo er am 11. März 1578 den akademischen Grad eines Magisters der Philosophie erwarb. Danach wollte er ein Studium der Theologie absolvieren, schwenkte aber zur Medizin über. 1579 immatrikulierte er sich an der Universität Basel. Hier hatte er am 23. Januar 1580 die Dissertation De pulmonis ulcere theses verteidigt und wurde am 2. Februar 1580 zum Doktor der Medizin promoviert.

Im selben Jahr am 16. November immatrikuliert er sich an der Universität Heidelberg, wo er an der philosophischen Fakultät der Hochschule die Professur der Logik (Organi Aristotelici) übertragen bekam. In Heidelberg war er im Wintersemester 1582/83 Dekan der philosophischen Fakultät. Wegen Religionsstreitigkeiten musste er am 17. Februar 1585 aus seinem Amt scheiden. Er begab sich nach Tübingen, wo er vom Tübinger Stift eine Empfehlung für die Stände der Steiermark erhielt. Aufgrund jenes Schreibens erhielt er 1586 eine Stelle als Rektor der Stiftsschule in Graz.

Hier hatte er unter anderem mit Johannes Kepler Kontakte geknüpft, mit dem er später noch im brieflichen Verkehr stehen sollte. Ende 1594 verließ er wieder Graz und begab sich nach Tübingen. Dort betätigte er sich drei Jahre lang als praktischer Arzt und folgte 1597 einen Ruf als Leibarzt an den Hof von Georg Friedrich I. von Brandenburg-Ansbach-Kulmbach nach Ansbach. Nach dessen Tod begab er sich auf Anraten der ansbachischen Räte 1603 nach Königsberg. Hier wurde ihm im selben Jahr die erste medizinische Professur an der Universität Königsberg übertragen.

In diesem Zusammenhang ernannte man ihm zum Rat und Leibarzt der Familie von Albrecht Friedrich von Preußen. In seiner Hochschultätigkeit hatte er sich vor allem mit dem theoretischen Teil der medizinischen Wissenschaft der damaligen Zeit auseinandergesetzt und hat so in seiner Amtszeit den praktischen Kontext vernachlässigt. Dennoch hatte er sich auch an den organisatorischen Aufgaben der Hochschule beteiligt und war in den Wintersemestern 1604/05, 1608/09, 1612/13 sowie 1618/19 Rektor der Alma Mater gewesen.

Papius hatte sich am 5. Mai 1585 mit Anna, der Tochter des Superintendenten der Stadt Calw verheiratet. Seine Tochter Barbara heiratete1628 den späteren Pfarrer in Brandenburg Johann Halbach von der Porten.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • De Medicamentorum praeparationibus earumque causis tractatus, in quo Epitome totius artis chimicae, quae illa est ministra medicinae, et judicium de pharmacopoeia Querectani continetur. Wittenberg 1612
  • Disp. De anatomicae. Leipzig 1606
  • Disp. De Ictero, de methodo analytica physicae acroaseos nixu fulta.
  • Disp. De anima ejusque facultatibus.
  • Disp. De anima ejusque facultatibus.
  • Disp. De natura partium corporis humani.
  • Disp. De prandii coenaeque temporis ac quantitate.
  • Disp. De facultate medicamentorum purgante.
  • Disp. De spasmo et epilepsia.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J. Gallandi: Königsberger Ratsgeschlechter. In.: Rudolf Reinicke, Ernst Wichert: Altpreußische Monatsschrift neue Folge. Ferdinand Beyer, Königsberg in Pr., 1882, S. 211
  • J. C. Poggendorff: Biographisch-Literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften. Johann Ambrosius Barth, Leipzig, 1863, 2. Bd. S. 356
  • Papius, Johann. In: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. Band 26, Leipzig 1740, Spalte 680.
  • Jöcher: Allgemeines-Gelehrtenlexikon. Bd. 3, Sp. 1236
  • Daniel Heinrich Arnoldt: Ausführliche und mit Urkunden versehene Historie der Königsbergischen Universität. Johann Heinrich Hartung, Königsberg in Preußen, 1746, 2. Teil, S. 300
  • Hanspeter Marti, Manfred Komorowski: Die Universität Königsberg in der Frühen Neuzeit. Verlag Böhlau, Köln, 2008, ISBN 9783412201715, S. 39
  • Dagmar Drüll-Zimmermann: Heidelberger Gelehrtenlexikon. Springer Verlag, Berlin-Heidelberg-New York, 2002, ISBN 3540435301, Band 3, S. 432 f.