Johannes Dickert

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Johannes Dickert, Kirchenmusikdirektor und Domkantor in Wurzen (Foto von 2014)
30 Jahre Jugendkantorei des Wurzener Doms – Jubiläumskonzert am 28. Mai 2016 mit aktuellen und einstigen Chormitgliedern und mit Chorleiter und -gründer Johannes Dickert

Johannes Dickert (* 21. Juni 1953 in Grüna) ist ein deutscher Kantor, Organist und Dirigent. Von 1986 bis 2013 war er Kirchenmusikdirektor in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.

Beruflich-musikalischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes Dickert kommt aus einem christlichen Elternhaus. Mit acht Jahren bekam er vom Großonkel, einem privaten Musikerzieher, Kantor und Organist, den ersten Klavierunterricht. Mit 15 Jahren folgte Orgel-Unterricht an der Schloßkirche Chemnitz. Dickerts damaliger Berufswunsch war Orgelbauer, und so erlernte er nach dem Schulabschluss den Beruf des Möbeltischlers. Anschließend studierte er Kirchenmusik in Dresden und absolvierte eine pädagogische Zusatz-Ausbildung in Katechetik, Religionswissenschaften und Christenlehre in Potsdam.[1] Von 1977 bis 1986 war er als Kantorkatechet der Kirchgemeinde Hartha tätig.

1986 wurde Dickert Kantor und Organist der Stadtkirche St. Wenceslai sowie des mittelalterlichen Domes St. Marien in Wurzen und im selben Jahr zum Kirchenmusikdirektor der Kirchenbezirke Wurzen, Grimma und Leipziger Land berufen.

Ebenfalls 1986 gründete Dickert die Jugendkantorei des Wurzener Domes. Seit 1987 leitet er die jährliche Jugendsingewoche der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, bis 2015 in Schönburg (Saale) bei Naumburg (Saale) im Burgenlandkreis und ab 2016 im Tagungsheim Schönburg im St.-Michaels-Haus in Roßbach bei Naumburg.[2]

Zum Jahresende 2013 gab der damals 60-jährige Dickert sein Amt als Kirchenmusikdirektor im Leipziger Land auf (er war zugleich dienstältester Kirchenmusikdirektor in Sachsen) mit der Begründung, er wolle sich „mehr auf die Gemeindearbeit konzentrieren“.[3]

Dickerts besondere Aufmerksamkeit gilt der kirchenmusikalischen Aufbauarbeit, dem Orgelbau und -spiel. Konzerte auf diesem Instrument führten ihn in verschiedene Kirchen innerhalb Deutschlands, in die Schweiz und nach Dänemark.

Chor- und Orchesterleiter sowie Kantor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes Dickert ist auf vielfältige Weise für das kirchenmusikalische Leben in Wurzen zuständig. Er leitet die Domkantorei St. Marien, die Jugendkantorei des Wurzener Domes, den Posaunenchor Wurzen, die Wurzener Kurrende und deren Domsingschule, den Kammer-Chor Capella Sancti Wenceslai[4] und das Kammerorchester St. Wenceslai.[5]

Als Kantor spielt Dickert regelmäßig die Jehmlich-Orgel im Dom zu Wurzen (auf der er auch Konzerte spielt) sowie die Eule-Orgel in Wurzens Stadtkirche St. Wenceslai.

Ehrenämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dickert ist seit 2009 Domkantor und seit 2010 Domherr im Dom St. Marien zu Wurzen. Auch ist er Berufener Bürger im Ausschuss für Kultur, Jugend, Schulen, Sport und Soziales der Stadt Wurzen sowie Vertreter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland.[6]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes Dickert ist verheiratet mit Christine Dickert; das Ehepaar hat zwei erwachsene Kinder und wohnt in Wurzen.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter der Leitung von Kantor Johannes Dickert entstanden mit der Jugendkantorei Wurzen folgende CD-Veröffentlichungen:

  • 1998: Jauchzet dem Herrn alle Welt – Chor- und Orgelmusik aus dem Dom St. Marien zu Wurzen. querstand.
  • 2004: Cantate Domino. Dipps-O-Ton. (live-CD)
  • 2006: Weihnachten im Dom St. Marien zu Wurzen. querstand.
  • 2010: Abend ward, bald kommt die Nacht – Abendlieder aus dem Dom St. Marien Wurzen. Mit Wolfgang Seifen. querstand.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wulf Skaun: Dickert & Co. ad portas – Wurzens Domkantor zieht nicht nur zu Hause alle Register. In: Wulf Skaun: Lauter Leben – Geschichte(n) aus dem Wurzener Land. Wurzen 2015, ISBN 978-3-00-050519-5, S. 342–345.
  • Freundeskreis des Museums Wurzen (Hrsg.): Domkantorei St. Marien Wurzen 1580–2005. Wurzen 2005, ISBN 3-933124-24-7.

Zeitungsbeiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kai-Uwe Brandt: Wurzener Kirchenmusik: „The Black of Gospel“ sorgen für stimmgewaltigen Auftakt im Dom St. Marien. In: Leipziger Volkszeitung online, 20. Januar 2018, sowie tagesgleich in der LVZ-Regionalausgabe Muldental, S. 30.
  • Haig Latchinian: Hast du Töne? Orgel von Wurzener St. Wenceslai bricht nach 40 Jahren ihr Schweigen. In: Leipziger Volkszeitung online, 6. September 2017, sowie tagesgleich in der LVZ-Regionalausgabe Muldental, S. 29.
  • Wurzener Jugendkantorei feiert 30-Jähriges. In: Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 27. Mai 2016, S. 29.
  • Kai-Uwe Brandt: Orgelmusik hautnah – neue Ideen für Wurzens Domkonzerte. In: Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 17. Februar 2016, S. 30.
  • Haig Latchinian: Tritt ein in den Dom – Seit fast 30 Jahren ist es Gesetz in Wurzen: Am Heiligen Abend lädt der Kantor bei freiem Eintritt zu einem ganz persönlichen Konzert in den Dom ein. Großes Porträt (= eine dreiviertel Zeitungsseite) in: Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 24. Dezember 2015, S. 35.
  • Haig Latchinian: Orgelpfeifen sind keine Zinnsoldaten. – Kirchenmusikdirektor Johannes Dickert führt per Wendeltreppe mitten ins Herz der Königin der Instrumente. In: Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 3. August 2015, S. 26.
  • Haig Latchinian: Hattrick des Kantors: Wurzener Dom mit sportlichem Finale. In: Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 25. Juni 2015, S. 26.
  • Constanze Matthes: Ein Chor für elf Tage – Die sächsische Jugendsingewoche weilt seit 1995 alljährlich in Schönburg an der Saale – und bereitet dort eine Konzerttour vor. S. 11 in: Der Sonntag, 31. August 2014.
  • Ines Alekowa: Mit jungen Leuten auf der Notenspur – Domkantor leitet Jugendsingewoche in Schönburg. In: Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 30. August 2014, S. 30.
  • Wulf Skaun: Dickert & Co. ad portas. (Porträt Johannes Dickert). In: Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Muldental, 11. Juni 2014, S. 30.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freundeskreis des Museums Wurzen (Hrsg.): Domkantorei St. Marien Wurzen 1580–2005. Wurzen 2005, ISBN 3-933124-24-7, S. 45.
  2. http://www.singewoche.de/
  3. Dickert nicht mehr Kirchenmusikdirektor. Vgl. Seite 8 in: Der Sonntag, 5. Januar 2014.
  4. http://www.domkantorei-wurzen.de/html/chore.html
  5. http://www.domkantorei-wurzen.de/html/kammerorchester.html
  6. http://dom-zu-wurzen.de/domkapitel.html