John Augustine Zahm

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Father J.A. Zahm, Photographie um 1896 in Rom

John Augustine Zahm (* 14. Juni 1851 in New Lexington,Ohio; † 10. November 1921 in München) war ein amerikanischer römisch-katholischer Priester, Autor, Wissenschaftler und Forschungsreisender.

Leben[Bearbeiten]

John Augustine Zahm wurde als ältester Sohn von Jacques Michael Zahm (* 2. März 1828 im lothringischen Olsberg und im gleichen Jahr nach Ohio immigriert) und Mary Ellen Braddock (* 27. Februar 1827 in Loretto, Pennsylvania) geboren. Es war eine sehr religiöse und gebildete Familie.

Er studierte an der katholischen University of Notre Dame, Indiana, an der er später selbst eine Professur innehatte. Nach seiner Novizenzeit an der Kongregation vom Heiligen Kreuz fand die Priesterweihe am 4. Juni 1875 statt. Seit seinen Tagen als Seminarist veröffentlichte er wissenschaftliche Artikel und Reisebeschreibungen.

Der progressive Papst Leo XIII. hatte Zahm 1895 für seine Arbeit als christlichen Wissenschaftler mit der Ernennung zum Doktor der Philosophie ausgezeichnet. Aber das war vor der Veröffentlichung der Evolution und Dogma und seiner Ernennung nach Rom.

Zahm versuchte die damalige Spannungen zwischen dem Katholizismus und der Lehre von Darwin zu beschwichtigen. Zwischen 1891 und 1896 veröffentlichte er mehrere Bücher und Artikel zu diesem Thema, was seinen Höhepunkt in der Veröffentlichung von Evolution und Dogma fand. Darin verteidigte er bestimmte Aspekte der Evolutionstheorie als wahr und argumentierte, dass sogar die großen Kirchenlehrer Thomas Aquinas und Augustinus die Mikrobe-Theorie gelehrt haben. Der Vatikan missbilligte das Buch im Jahre 1898, woraufhin Zahm den Widerspruch akzeptierte und nicht mehr weiter über das Verhältnis von Theologie und Wissenschaft schrieb. Gegen Ende seines Lebens konnte er feststellen, dass seine Ansichten sich in vielen theologischen Fakultäten ein Vierteljahrhundert später durchsetzten.

Im April 1896 brauchte die Kongregation vom Heiligen Kreuz einen neuen General-Prokurator in Rom. Er ging gerne in Dantes Land, fand sich im Vatikan aber in Opposition zum Heiligen Stuhl. Nur die politisch klugen Interventionen des gut platzierten amerikanischen Klerus, vor allem Denis O'Connell, erspart Zahm und seinem Prokurat Demütigung. Bis 1906 nahm Father Zahm verschiedene Aufgaben in der Kongregation in den USA wahr, so auch die Gesamtaufsicht über die Universität.

Er war der Autor (manchmal unter dem Pseudonym Mozans) einer Reihe von Büchern vom Verhältnis von wissenschaftlicher Theorie und katholischer Lehre, von der Frau in der Wissenschaft, bis zu Reiseberichten durch Südamerika und nach Nahost. Zahm versuchte, Notre Dame in eine große Universität, wie die in Heidelberg oder Bologna, zu verwandeln. Er errichtete Gebäude, eine Campus-Kunst-Galerie und eine Bibliothek. Als begeisterter Dante-Leser und Kenner baute er in Notre Dame die drittgrößte Dante-Bibliothek in Amerika auf.

Die ursprüngliche Crew der Roosevelt-Rondon-Expedition, v.l.n.r.: Zahm, Rondon, Kermit, Cherrie, Miller, vier Brasilianer, Roosevelt, Fiala

Zahm war befreundet mit dem 26. Präsident der Vereinigten Staaten Theodore Roosevelt, welcher es ebenfalls liebte Dante auf Italienisch zu lesen. Es war Zahm, der Präsident Roosevelt zu einer wissenschaftlichen Expedition nach Südamerika anregte. Die Expedition zum Rio da Dúvida (Fluss des Zweifels, jetzt der Rio Roosevelt) wurde auch begleitet von Theodors Sohn Kermit, George Cherrie und Oberst Da Silva Cândido Rondon. Diese Reise endete in einer Katastrophe, bei der ein Mann ertrank, ein anderer wurde ermordet und Roosevelt kam fast ums Leben wegen einer entzündeten Wunde. Sie verloren Boote an Wasserfällen und Stromschnellen und hatten nicht genügend Nahrung. Malaria und Infektion befielen sie, woran einige fast gestorben wären und deren Folgen den Teilnehmern noch viele Jahre nachgingen.

Zahm wollte ein Buch über historische und archäologische Studien des Heiligen Landes schreiben und war unterwegs in den Nahen Osten, als er eine Lungenentzündung bekam und am 10. November 1921 in einem Münchener Krankenhaus verstarb. Sein Buch From Berlin to Bagdad and Babylon wurde posthum veröffentlicht.

Seine Biographie über Dante hatte er nie begonnen.

Schriften[Bearbeiten]

  • Evolution and Dogma. Chicago 1895.
  • Bible, Science and Faith. 1894.
  • Scientific theory and Catholic doctrine. Chicago 1896.
  • als H. J. Mozans: Up the Orinoco and down the Magdalena. New York 1910.
  • Along the Andes and down the Amazon. New York 1911.
  • als H. J. Mozans: Woman in science. New York 1913.
  • From Berlin to Bagdad and Babylon. New York, London 1922.

Literatur[Bearbeiten]

  • Mariano Artigas, Thomas F. Glick, Rafael A. Martínez: Negotiating Darwin. The Vatican confronts evolution 1877-1902. Baltimore 2006, S. 124–202.

Weblinks[Bearbeiten]